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Endstation Lebzelterberg – das soll nicht sein. Auch am Stadtplatz ist nun Programm geboten.

Elisabeth Schwojer zieht Weihnachtsmarkt auf

Konkurrenz zu 1000 Lichterglanz: Der Stadtplatz macht sein eigenes Fest

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Der 1000 Lichterglanz bekommt Konkurrenz am Stadtplatz – anders als geplant. Zusammen mit umliegenden Geschäftsleuten zieht Elisabeth Schwojer dort einen kleinen Weihnachtsmarkt auf.

Miesbach - Obwohl Stadt, gilt Miesbach gemeinhin als Dorf, in dem jeder jeden kennt. Dennoch kann es passieren, dass Dinge nicht flächendeckend bekannt werden – wie offenbar beim „Einkauf im 1000 Lichterglanz“. Die Gewerbevereinigung Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) veranstaltet das bunte Adventsspektakel am Marktplatz seit vielen Jahren am Samstag des ersten Adventswochenendes. Nach der kreativen Pause 2016 gibt es nun am 2. Dezember einen Neustart – gewissermaßen zurück zu den Wurzeln: Nicht mehr die Party mit lauter Musik soll im Vordergrund stehen, sondern das stimmungsvolle Einkaufen (wir berichteten). Dabei fällt die Veranstaltung kompakter aus – und das hatte zur Folge, dass der zuvor einbezogene Stadtplatz nun außen vor bleiben sollte.

Doch jetzt hat auch der Obere Markt sein Programm. Zusammen mit benachbarten Geschäftsleuten zieht Elisabeth Schwojer, Inhaberin des Cafés Elisabeth’s Platzerl, einen kleinen Weihnachtsmarkt auf mit zwei Hütten, Maroni-Wagerl und Open-Air-Kino auf der Hausmarkise. Gezeigt wird der Skifilm „Same Difference“ mit Felix Neureuther. Eine Konkurrenzveranstaltung?

„Nein, auf keinen Fall“, sagt Schwojer. „Das ist Zufall, dass am selben Tag auch der 1000 Lichterglanz ist.“ Die Idee dazu hatte sie bereits im Sommer. Erst nur Christbaumverkauf, dann kamen Glühwein und Hütten dazu – eines ergab das andere. Und im Gespräch mit den Nachbarinnen bekamen die Ideen eine Eigendynamik.

Bei der GWM begrüßt man die Eigeninitiative am Stadtplatz. „Es ist immer gut, wenn man sich zusammentut und etwas auf die Beine stellt“, sagt die Zweite Vorsitzende Stephanie Wagner. Damit sei nun auch am Oberen Markt etwas geboten.

Besser hätte jedoch aus Sicht der GWM die Kommunikation laufen können. „Unter einem gemeinsamen Dach wäre einiges leichter und vielleicht auch kostengünstiger gewesen“, meint Wagner mit Blick auf Veranstaltungsauflagen wie Sicherheitsdienst, Versicherungen, Toiletten und Rettungsdienst. Mit der Kommunikation ist auch die Platzerl-Chefin nicht so glücklich: „Vielleicht würde für solche Termine ein GWM-Newsletter helfen, der an alle Gewerbetreibenden geht, nicht nur an Mitglieder.“

In einem Gespräch haben beide Seiten das Thema besprochen und abgehakt. „Für die Leute ist es eh Nebensache, denn die nehmen das als eine Veranstaltung wahr“, glaubt Wagner. Und Schwojer sagt: „Mir geht es vor allem um den Gemeinschaftsgedanken. Der ist mir echt wichtig.“

Damit stößt die Platzerl-Betreiberin auf offene Ohren. Mit der Zusammenarbeit der Geschäftsleute ist am Stadtplatz nun offenbar etwas in Gang gekommen, das Miesbachs ehemaliger Citymanager Schorsch Danner immer wieder angeregt hatte: Geschäftsleute sollen sich als Wirtschaftsgemeinschaft verstehen und gemeinsam das Heft in die Hand nehmen.

Auch Schwojers Nachbarinnen haben Spaß daran, den Stadtplatz zu beleben. „Nur die Geschäfte länger offen zu lassen, wäre ja langweilig“, findet Lydia Montermann, Inhaber der Wäschetruhe. Sie fand es schade, dass das neue Konzept des Lichterglanzes den Stadtplatz ausklammert. Als Nachbarin Lissi jedoch von ihrem kleinen Weihnachtsmarkt erzählte, organisierte Montermann noch eine Jazz-Band dazu. „Die Leute sollen sich bei uns wohlfühlen, bummeln, verweilen und dabei die Stadt und deren Geschäfte kennenzulernen.“

Wie Martina Paukner, Inhaberin des Modeladens Kalla Fashion, findet auch Aline Brunner, Betreiberin des Lokals Stadtplatz 13, die Aktion toll. Brunner beteiligt sich allerdings abends nur mit einer kleinen Außenbar, weil sie bereits am Marktplatz mit einer Hütte vertreten ist. „Die war schon länger geplant“, erklärt sie. Trotzdem will sie am Stadtplatz nicht außen vor bleiben. „Wenn hier oben etwas los ist, schadet das ja keinem.“

ddy

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