+
Hier in trauter Eintracht: (v.l.Sepp Hartl, Florian Streibl, Gisela Hölscher, Sepp Hofer und Andreas Obermüller.

Landesleitung entscheidet über Wiederholung von Vorstandswahl 

Kopfloser Kampf um die Zukunft der Freien Wähler

  • schließen

Es ist der Super-Gau für die Freien Wähler im Landkreis: Während die CSU bereits in trauter Harmonie ihren Landratskandidaten präsentiert hat,  sind die Freien Wähler weiter kopflos.  

Landkreis– Verzwickter könnte die Situation für die Freien Wähler im Landkreis kaum sein. Sie präsentiert sich wegen interner Kämpfe weiterhin kopflos. Das schmerzt, zumal die CSU unlängst in trauter Harmonie mit Olaf von Löwis ihren Landrats-Kandidaten offiziell gekürt hat. Unterdessen ringen die Freien Wähler noch mit der Frage, wer ihr Vorsitzender ist. An eine Nominierung ist nicht zur denken.

„Das ist eine völlig unbefriedigende Situation“, meint Andreas Obermüller. Der Tegernseer stand bis zum 28. März an der Spitze der FW-Kreisvereinigung Miesbach. An diesem Tag wurde er bei einer Vorstandswahl in Waakirchen vom örtlichen Bürgermeister Sepp Hartl abgelöst. Wenig später hieß es, die Wahl sei ungültig. Dies deshalb, weil ein Nichtmitglied mit abstimmte und obendrein noch in den Vorstand gewählt wurde. Wie berichtet, beanspruchte Obermüller in der Folge die Führung weiter für sich und lud zu einer Wiederholung der Vorstandswahl ein. Sie sollte am 23. April stattfinden. Dazu kam es nicht.

Stattdessen prüft nun die FW-Landesleitung, ob die Wahl lediglich in Teilen oder insgesamt ungültig ist. Ist nur der Vorstandsposten, auf den das FW-Nichtmitglied gewählt wurde, neu zu besetzen? Oder ist Hartl seinen neu errungenen Vorsitz los?

Dahinter stehen Grabenkämpfe zwei Lager. Da ist die Partei FW mit Hubert Aiwanger an der Spitze. Deren Linie vertritt Obermüller. Er will erreichen, dass sich die im Landkreis nur lose organisierte FWG-Gemeinschaft ebenfalls unter das Dach der Partei begibt. Hartl sieht die Dinge anders. Er ist für seine Kandidatur als Bezirksrat zwar der Partei FW beigetreten, hat aber weiterhin ein großes Herz für die bunte Truppe FWG. Eben deshalb sei er gebeten worden, für den Vorsitz zu kandidieren, erklärt Hartl. Gewählt wurde er mit komfortablen acht der 13 Stimmen. Heißt: Auch ohne das Votum des Nicht-Mitglieds hätte er die Führung erobert.

Mit Spannung wird die Entscheidung der FW-Landesleitung erwartet. Sowohl Obermüller als auch Hartl sind ungeduldig. „Was wir jetzt haben, ist ein richtiger Blödsinn“, seufzt Hartl. Er strebt nach Einigkeit: „Wir wollen eine gemeinsame Liste.“  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Stadtrat Peter Haberzettl gestorben
Es ist eine überaus traurige Nachricht: Peter Haberzettl aus Miesbach, Mitglied des Kreistags und des Stadtrats, ist im Alter von nur 62 Jahren verstorben. Er erlag …
Stadtrat Peter Haberzettl gestorben
Fridays for Future in Miesbach: 500 Menschen protestieren
Rund 500 Menschen haben bei Fridays for Future in Miesbach für mehr Klimaschutz protestiert. Unter ihnen waren zahlreiche Politiker und Personen des öffentlichen Lebens.
Fridays for Future in Miesbach: 500 Menschen protestieren
Scharfe Worte im Marktplatz-Streit
Der Ton in Sachen Marktplatz wird immer schärfer. Als Reaktion auf die August-Sitzung hat Markus Seemüller Bürgermeisterin Ingrid Pongratz nun heftig attackiert. 
Scharfe Worte im Marktplatz-Streit
Rückkehr zu sachlichem Ton
Der umgestaltete Marktplatz wird immer mehr zum Streitobjekt - aus verschiedenen Gründen. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Dieter Dorby.
Rückkehr zu sachlichem Ton

Kommentare