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Inflation bedroht medizinische Versorgung

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Das Krankenhaus Agatharied hat mit hohen Kosten zu kämpfen.
Das Krankenhaus Agatharied hat mit hohen Kosten zu kämpfen. © archiv tp

Die Energiepreisexplosion sowie die hohe Inflation bedrohen die medizinische Versorgung im Kreis Miesbach. Landrat, Klinikvorstand und Gesundheitsminister fordern jetzt rasche Hilfe vom Bund.

Landkreis – Die Energiepreisexplosion sowie die hohe Inflation bedrohen die medizinische Versorgung im Kreis Miesbach. Wie das Landratsamt mitteilt, haben Landrat Olaf von Löwis (CSU) und der Vorstand des Krankenhauses Agatharied, Benjamin Bartholdt, kürzlich bei ihrem Treffen mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (wir berichteten) auf die schwierige Lage der Klinik aufmerksam gemacht: „Unsere Krankenhäuser sind nach zwei Jahren Pandemie gebeutelt, und jetzt lässt die große Politik genau diese Krankenhäuser, die uns durch die Pandemie gerettet haben, mit extremen Preissteigerungen im Regen stehen“, sagte Löwis.

Die Preise für klinische Leistungen seien gesetzlich festgeschrieben, weshalb Kostensteigerungen nicht weitergegeben werden könnten. Nur um zwei bis drei Prozent steige 2023 der sogenannte Basisfallwert, anhand dessen Kliniken ihre Betriebskosten von den Krankenkassen erstattet bekommen. Zugleich seien aber allein die Sachkosten um sechs bis zehn Prozent gestiegen. „Ein beherztes und schnelles Eingreifen der Bundespolitik ist deshalb unerlässlich“, sagt Löwis.

Bartholdt betont, dass die Energie- und Inflationskrise die Krankenhäuser in ihrem Bestand bedrohe. Arzneimittel, Blutprodukte und Material seien so teuer geworden, dass auch das Krankenhaus Agatharied diese Krise nicht ohne die Hilfe der Bundespolitik bewältigen könne. „Wir erhalten quasi täglich neue Ankündigungen unserer Lieferanten, die ihre Preise erhöhen müssen“, wird Barthold in der Mitteilung des Landratsamts zitiert. Dabei sei die Klinik für die Region versorgungsnotwendig. „Wir behandeln jedes Jahr über 20 000 stationäre und 30 000 ambulante Patienten. Aber allein schon für den Betrieb der medizinischen Geräte benötigen wir viel Energie.“

Holetschek zeigte sich bei dem Treffen offen für die Sorgen von Landrat und Klinik-Vorstand. „Bayern setzt sich bereits seit Wochen dafür ein, dass die Bundesregierung die immer stärkere finanzielle Belastung der Krankenhäuser, Reha- und Pflegeeinrichtungen auffängt“, erklärte der Minister. Gemeinsam mit Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein habe Bayern eine entsprechende Bundesratsinitiative eingebracht. „Ohne schnelle und unbürokratische Hilfen vom Bund sind Insolvenzen angesichts massiver Steigerungen der Energie- und sonstigen Sachkosten kaum zu vermeiden.“ Holetschek erklärte, dass die Verantwortlichkeiten klar geregelt seien. Demnach tragen die Länder die Kosten für die Klinik-Infrastruktur, die Krankenkassen die Betriebskosten. Weil die Kassen aber an den Grenzen ihrer Belastbarkeit seien, stehe der Bund in der Pflicht.

Löwis dankte Holetschek für dessen Rückendeckung: „Ich bin froh, dass wir in Bayern einen Gesundheitsminister haben, der auch in so herausfordernden Zeiten immer ein offenes Ohr für unsere Probleme hat und uns unterstützt.“ Das Krisengespräch fand im Rahmen eines Treffens statt, bei dem Holetschek dem Krankenhaus Agatharied einen symbolischen Scheck über 3,3 Millionen Euro für den Ausbau der Digitalisierung überreichte.

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