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Das Pfarrheim an der Kolpingstraße soll spätestens Anfang 2018 abgerissen werden. Der Neubau setzt auf klare Linien. Herzstück ist der Pfarrsaal im ersten Stock mit einer angrenzenden großen Terrasse.

"Hervorragende Lösung"

Kreisbaumeister lobt Pläne für neues Pfarrheim

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Miesbach - Wenn ein traditionsreiches Haus, das vielen Menschen als ein Stück Heimat ans Herz gewachsen ist, einem modernen Neubau weichen soll, ist Unmut absehbar. Vor diesem Hintergrund kam der Pfarrversammlung der katholischen Pfarrei in Miesbach eine gewisse Signalwirkung zu.

Finden die Pläne für das dort geplante neue Pfarrheim Akzeptanz? Im Grundsatz ja.

Pfarrer Stefan Füger hatte der Pfarrversammlung viel Zeit eingeräumt: Zeit, um die Schwierigkeiten darzustellen, die der Altbau aus dem Jahr 1929 mit sich bringt. Und dass ein Erlöschen der Betriebsgenehmigung absehbar ist. Zeit, um den Entstehungsprozess der Neubaupläne zu referieren (wir berichteten). Zeit, damit Architekt Christian Olufemi aus München aufzeigen kann, wie viele gute Gedanken in den Plänen stecken.

Dabei stellte Ferdinand Huber, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, klar, dass die Vertretung der Gläubigen deutlich für den Neubau gestimmt habe, als feststand, dass dieser die günstigste Lösung ist. Ein Teilabriss hätte 4,2 Millionen, eine Generalsanierung fünf Millionen Euro gekostet. „Dabei haben wir immer auf den Saal geschaut“, betonte Huber. Seitens des Ordinariats habe es geheißen: So einen Saal bekomme Miesbach nie wieder. Doch Olufemi habe es geschafft, wieder einen großen Raum zu ermöglichen.

Doch der Neubau bedeutet Opfer, denn er wird insgesamt kleiner ausfallen. Aktuell bietet das Pfarrheim laut Füger 1700 Quadratmeter Nutzfläche, später sollen es 600 Quadratmeter sein. Dabei darf die Gemeinde – gemessen an der Zahl ihrer Gläubigen – eh schon größer bauen, als es das Ordinariat sonst bewilligt.

Kreisbaumeister Werner Pawlovsky lobte die Pläne, die eine große Mehrheit überzeugt hatten: „Der Entwurf hat die Raumfrage hervorragend harmlos gelöst.“ Ein öffentliches Gebäude könne nicht aussehen wie ein Einfamilienhaus, aber über Details wie den Dachüberstand könne man reden. Auch die Hanglage sei hervorragend integriert. „Qualitätvolle Architektur ist Ausdruck der Zeit, in der sie entstanden ist.“ Dies treffe hier zu.

Die nächsten Schritte sehen so aus: Das Planungsbüro hat nun ein Jahr Zeit für die Feinplanung. Sie soll im Februar 2017 mit einer genauen Kostenrechnung dem Vergabeausschuss des Ordinariats vorgelegt werden. Dann wird geklärt, wie das Projekt finanziert wird. Wenn alles optimal läuft, kann bereits im Herbst 2017 mit dem Abriss begonnen werden. Wahrscheinlicher ist aber Frühjahr 2018.

Bei den Kosten hat die Pfarrei Pech. Demnächst gelten neue Bauregeln, wonach die Kirchengemeinde lediglich 15 Prozent der Baukosten aufbringen muss. Doch weil Miesbachs Projekt seit 2011 läuft, gilt die alte Regelung: 40 Prozent Eigenanteil. Das sind bei etwa 3,5 Millionen Euro Gesamtkosten 1,2 Millionen für die Pfarrei.

Um die Raumnot während der Bauzeit zu lösen, hat Füger Kontakt mit den „evangelischen Geschwistern“ aufgenommen und positive Signale erhalten. Auch brachte Vize-Bürgermeister Paul Fertl den Waitzinger Keller als Alternative ins Spiel – über Mieten könne man reden.

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