1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Miesbach

Kreisentwicklung mit Strategie: Leader-Aktionsgruppe beschließt neue Ziele

Erstellt:

Von: Jonas Napiletzki

Kommentare

An der Strategie feilten im Schlierseer Bauerntheater zuletzt unter anderem SMG-Chef Alexander Schmid (l. oben), Vize-Landrat Jens Zangenfeind (l. unten) und LAG-Vorsitzender Michael Pelzer (r. unten). Insgesamt arbeiteten rund 200 Menschen daran.
An der Strategie feilten im Schlierseer Bauerntheater zuletzt unter anderem SMG-Chef Alexander Schmid (l. oben), Vize-Landrat Jens Zangenfeind (l. unten) und LAG-Vorsitzender Michael Pelzer (r. unten). Insgesamt arbeiteten rund 200 Menschen daran. © LAG

Die Aktionsgruppe, die die Förderung des EU-Programms „Leader“ für den Kreis Miesbach steuert, hat ihre Entwicklungsstrategie für die neue Förderperiode ab 2023 beschlossen.

Landkreis – Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Kreisentwicklung Miesbacher Land verfolgt ein hohes Ziel: „Das Leben lebenswerter machen – über die eigene Zeit hinaus“, erklärte Vorsitzender Michael Pelzer in der jüngsten Mitgliederversammlung. Zu dieser hatten sich 23 Akteure in Miesbach eingefunden, um die Entwicklungsstrategie für die Förderperiode von 2023 bis 2027 zu diskutieren und zu beschließen.

Das hat geklappt: Im Ergebnis stimmte die Runde einstimmig dafür, sich mit der erarbeiteten Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) um die erneute Aufnahme ins EU-Förderprogramm Leader zu bewerben. Ist die Bewerbung erfolgreich, können über die LAG – die nun ein eingetragener Verein ist – auch künftig Projekte mit EU-Mitteln gefördert werden.

Die Auswahl

Das Auswahlverfahren selbst bleibt in der neuen Periode wie gehabt: Projektideen von zivilen und öffentlichen Trägern können mündlich oder schriftlich beim Leader-Manager der LAG, Simon Kortus, eingereicht werden. Kortus unterstützt bei der Antragsbearbeitung und legt das Projekt dem Lenkungsausschuss vor. Stimmt der Ausschuss dafür, kann ein Förderantrag gestellt werden. Sobald dieser bewilligt wurde, können die Projektträger mit der Umsetzung beginnen.

Damit sich der Lenkungsausschuss für ein Projekt aussprechen kann, müssen bis 50 000 Euro Förderung – diese Zwischenstufe ist neu – mindestens zwölf von 48 Punkten in den Kriterien erreicht werden. Mindestens ein Punkt muss dabei in den Pflichtkriterien geholt werden, mindestens drei in den fakultativen Kriterien.

Anträge bis 200 000 Euro Förderung („Projekte mit besonderer Bedeutung für die Region“) müssen 24 Punkte und zwei Handlungsziele erreichen. Anträge darüber („herausragende Bedeutung“) brauchen 38 von 48 Punkten und müssen zwei der neuen Entwicklungsziele erreichen.

Die Kriterien

Wie bisher werden Punkte nach Pflichtkriterien sowie nach fakultativen und Zusatz-Kriterien vergeben. Geändert hat sich dennoch etwas: In den Pflicht- und Zusatzkriterien gibt es jetzt die Kategorie „0 Punkte“. „Uns wurde vorgegeben, zu begründen, warum ein Projekt abgelehnt wird“, erklärte Kortus. Auch wurde die Sparte „Beitrag zum Umweltschutz“ um „Natur- und Artenschutz“ ergänzt.

In dieser – und in der Sparte „Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels oder zur Anpassung an seine Folgen“ – gibt’s den ersten Punkt außerdem erst mit einem geringen Beitrag. Vorher war der Punkt schon bei einem „neutralen“ Beitrag erreicht. Kortus: „Jedes Projekt muss sich Gedanken zum Klimaschutz machen, sonst ist es raus.“

Die Strategie-Ziele

Alle Änderungen – darunter die Entwicklungsziele – hat die LAG seit Mai 2021 unter Bürgerbeteiligung in zehn Treffen erarbeitet. In den Ideen- und Strategiewerkstätten, einer SWOT-Analyse, einer Regionalkonferenz und Prozess-Werkstätten mündete der Prozess nach einer Vorstandsklausur in die Werkstatt „Unser Landkreis Miesbach“ im Schlierseer Bauerntheater. Dort verständigten sich die LAG-Mitglieder auf sechs Ziele: Im Zeitraum von 2023 bis 2027 sollen Begegnungsräume sowie ökologische und regionale Kreisläufe gestärkt werden. Ebenso gehören die Stärkung demokratischer Strukturen, der sensible Umgang mit der Ressource Boden, digitale Technologien und die ressourcenschonende Mobilität und Freizeitgestaltung zu den Zielen der neuen Strategie. Das soll auch die Widerstandskraft des Landkreises in Krisen stärken – die Resilienz.

Damit zeigt sich, wie Pelzer betonte, dass das Leader-Programm „kein reiner Fördertopf“ ist. Zwar nannte der Vorsitzende stolz die erreichten Zahlen: Seit dem Start 2015 seien fünf Millionen Euro Fördermittel in den Landkreis geflossen und hätten 17 Millionen Euro Investitionsvolumen angeschoben.

Letztlich gehe es für die LAG aber um Kreisentwicklung. Und Landrat Olaf von Löwis ergänzte: „Kreisentwicklung ist eine der wichtigsten Aufgaben, die Kommunalpolitiker haben.“

Alles aus Ihrer Region! Unser Miesbach-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Miesbach – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare