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Neue Motivation: Am Parteitag in Berlin nahmen auch Delegierter Peter Haberzettl (r.) aus Miesbach und Bundestagskandidat Karl Bär aus Fellach teil.

Nach Bundesparteitag der Grünen

Grüner Kreisrat: „Eine Jamaika-Koalition ist sehr realistisch“

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Die Grünen haben bei ihrem Parteitag in Berlin Selbstvertrauen getankt. Peter Haberzettl war dabei. Der Kreisrat erklärt, warum er eine Jamaika-Koalition für realistisch hält.

Herr Haberzettl, wie war’s in Berlin?

Sehr gut. Das war mein vierter Parteitag, und es war der beste. Alles lief sehr professionell und nicht so hühnerhaufenmäßig. Diesmal wurde versucht, alle mitzunehmen.

Die Grünen wollen drittstärkste Kraft werden. Auch vom Regieren ist die Rede. Realistisch?

Eine Jamaika-Koalition mit CSU und FDP ist sogar sehr realistisch, wie ich finde. Voraussetzung ist, dass die SPD nicht wieder in eine Große Koalition geht, sondern lieber ihre eigene Politik aus der Opposition heraus macht. Unser Fraktionsvorsitzender Toni Hofreiter sieht das recht realistisch: Wenn wir unsere Kernthemen einbringen können, ist Jamaika machbar.

Für was stehen die Grünen 2018 inhaltlich?

Wir haben eine ökologische Position, die angesichts von Klimawandel und US-Präsident Donald Trump immer wichtiger wird. Aber auch bei uns wird der CO2-Ausstoß nicht mehr reduziert. Wenn wir es schaffen, die 20 schlimmsten Kohlekraftwerke abzuschalten und ab 2030 bei Kraftfahrzeugen nur noch Gas, Wasserstoff und Strom zuzulassen, wäre das ein Riesenerfolg. Zudem stehen wir klar für soziale Gerechtigkeit.

Wo hakt es da?

Wir haben Vollbeschäftigung, die Aktien werfen dicke Gewinne ab, aber die Löhne wachsen kaum. Es gibt zunehmend Arbeitsverträge auf Zeit, die Altersarmut nimmt dank Minizinsen zu, und 1,5 Millionen Kinder leben im Armutsbereich. So kann es nicht weitergehen. Das gilt auch für die Massentierhaltung in der Landwirtschaft. Außerdem wollen wir ein Einwanderungsgesetz, um das Asylrecht zu entlasten.

Wen sehen Sie denn als Wähler der Grünen?

Ganz ehrlich? Jeder, der offene Augen hat. Der mitdenkt. Der nicht nicht nur an sich denkt, sondern auch an seine Nachbarn und an seine Kinder. Gebildete Leute, die sich für das Geschehen in der Welt interessieren. Das Ziel ist es doch, möglichst viel von unserer schönen Erde zu retten. Was nützt es uns, wenn es uns gut geht, aber zu Lasten der anderen? Wenn wir Milch so stark subventionieren und überproduzieren, dass wir sie billigst nach Afrika exportieren und dort die Landwirtschaft ruinieren? Wenn Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren – auch durch den Klimawandel –, werden nicht zwei Millionen Flüchtlinge vor unserer Tür stehen, sondern 20 Millionen. Wir brauchen wieder mehr Gleichgewicht. Politik ist eine Sache der Menschen – wie sie denken und wie sie handeln. Deshalb ist Grün wichtig.

ddy

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