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Der Hauptsitz der Kreissparkasse in Miesbach. 

Geldinstitut legt Bilanz für 2016 vor

So rüstet  sich die Kreissparkasse für die Zukunft

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Die Kreissparkasse will sich weiter digital ausrichten, ihre Bindung zu den Kunden aber nicht verlieren. Eine Fusion mit anderen Banken oder die Einführung neuer Gebühren sind kein Thema.

Miesbach – „Die Kreissparkasse hat das Jahr 2016 mit einem guten wirtschaftlichen Ergebnis abgeschlossen“, heißt es einer am Dienstag veröffentlichten Presseerklärung. Bei einer Bilanzsumme von 1,76 Milliarden Euro lag der Jahresüberschuss bei 2,9 Millionen Euro. „Der Trend geht in die richtige Richtung“, sagt Vorstandsvorsitzender Martin Mihalovits auf Nachfrage. „Wir sind zufrieden, aber das Thema Kosten steht weiter im Vordergrund.“

Mitarbeiter und Kunden in digitale Welt mitnehmen

Tatsächlich stellen die Bereiche Digitalisierung, Niedringzins und Regulierung die Bank vor Herausforderungen. Während die Bewältigung der Niedrigzinsphase den Bankern in erster Linie handwerkliche Fähigkeiten abverlangt, geht es bei der Digitalisierung auch um Emotionen – sowohl bei den Kunden wie auch bei den Mitarbeitern. Es gilt, beide von der analogen in die digitale Welt mitzunehmen und dabei nicht zu verlieren.

Beispiel Holzkirchen: Die dortige Filiale wird nach dem Umbau komplett anders aussehen als die bisherigen Geschäftsstellen. „Wir wollen dort die digitale Transformation aufzeigen“, erklärt Mihalovits. Kunden, die ihre Bankgeschäfte heute schon weitgehend digital erledigen, sollen sich dort wohl- und angesprochen fühlen. Den bislang analogen Kunden will man die Digitalisierung nahebringen. Schon heute nutzen 50 Prozent der Privat- und 75 Prozent der Geschäftskunden das Onlinebanking – Tendenz steigend.

In der Fläche präsent bleiben

Aus der Fläche zurückziehen will sich die Sparkasse deshalb nicht. „Wir sind da für Leute, die Wert auf eine gewisse Infrastruktur legen“, sagt Mihalovits. Zwar werde man das Filialkonzept in den nächsten Jahren weiter anpassen und sich sehr genau überlegen, welche Leistungen man ein welchen Standorten anbietet. Anlaufstellen für die Kunden soll es aber dauerhaft geben. „Wir dürfen uns von den Kunden nicht entfernen, sondern müssen näher ran, um sie emotional an uns zu binden“, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Bilanzgewinn fließt in Digitalisierung und Eigenkapital

Ihren Bilanzgewinn verwendet die Kreissparkasse für Investitionen in die Digitalisierung, den Geschäftsstellenumbau und die Erhöhung des Eigenkapitals. Letzteres sei erforderlich, um weiterhin Kredite ausgeben zu können. 1,273 Milliarden Euro waren es im vergangenen Jahr. Forderungen, wie sie seit Jahren vom Bürgerforum Landsberg an die bayerischen Sparkassen kommen, erteilt Mihalovits eine klare Abfuhr. Zu verlangen, den Gewinn einfach an den Träger auszuschütten, sei „ziemlich unprofessionell“.

Die reine Eigenkapitalquote – im Miesbacher Fall 134 Millionen Euro – sage nichts darüber aus, welche Risiken es abzudecken gilt „Die Bankenaufsicht fordert zu Recht, dass Kredite mit Eigenkapital unterlegt sind“, erklärt der Sparkassenchef. Je niedriger das Eigenkapital sei, desto weniger Kredite dürfe eine Bank gewähren. Genau das Kreditgeschäft helfe der Sparkasse aber, auf dem Markt zu bestehen und eigenständig zu bleiben. Einer Fusion mit benachbarten Sparkassen erteilt der Vorstandsvorsitzende daher weiter eine klare Abfuhr.

Bilanzsumme soll auf zwei Milliarden Euro steigen

Ziel sei es, die Bilanzsumme bis 2021/22 auf rund zwei Milliarden Euro zu steigern. Das wirtschaftliche Wachstum soll zum einen auf der Ausgabenseite mit effizienten Strukturen und Einsparungen beim Verwaltungsaufwand gelingen. Auf der Einnahmenseite plant die Kreissparkasse ein Wachstum beim Kreditgeschäft und eine Ausrichtung der Gebühren am tatsächlichen Aufwand, den die Dienstleistungen verursachen. Eine Erhöhung bei den Kontoführungsgebühren seien nach der jüngsten Anpassung der Kontomodelle aber nicht geplant. „Auch wenn wir in diesem Bereich bei Weitem noch nicht kostendeckend arbeiten“, sagt Mihalovits, „sind die Möglichkeiten nach oben begrenzt.“

Zahlen aus der Bilanz 2016

Die Bilanzsumme beträgt 1,763 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,694). Das Volumen der Kredite ging von 1,308 Milliarden auf 1,273 Milliarden zurück, obwohl mehr Kredite an Unternehmen und Privatpersonen ausgegeben wurden. Grund: Die Kunden zahlten hochverzinsliche Kredite möglichst schnell wieder zurück. Zudem ging das Kommunalgeschäft zurück. Der Bestand an Kundeneinlagen betrug 1,433 Milliarden Euro (Vorjahr 1,329), der Bilanzgewinn 2,9 Millionen Euro (2,1). Das Eigenkapital erhöhte sich von 131 auf 134 Millionen Euro. Zum Jahresende hatte die Sparkasse 336 (Vorjahr 353) Mitarbeiter. 14 Auszubildende schlossen eine Ausbildung ab, elf davon wurden übernommen. Für soziale und gemeinnützige Zwecke spendete die Sparkasse 572 000 Euro. Die Gesamtbezüge des Verwaltungsrats betrugen wie im Vorjahr 72 000 Euro, die der Vorstandsmitglieder 837 000 (815 000) Euro. Die Steigerung um 22 000 Euro gegenüber dem Vorjahr hat tarifliche Gründe.

sh

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