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Landrat Olaf von Löwis (2.v.r.), sein Stellvertreter Jens Zangenfeind (2.v.l.) und die weiteren Stellvertreter Josef Bierschneider und Ulrike Küster im Seeforum.

Kreistag wählt drei Stellvertreter von Olaf von Löwis (CSU)

Erste Sitzung im Kreistag: Löwis-Vereidigung im Video - Landrat-Vizes stehen fest

  • Stephen Hank
    VonStephen Hank
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Der Haushamer Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) ist neuer stellvertretender Landrat. Eine breite Mehrheit stimmte im Kreistag für den 48-Jährigen. Wir zeigen die Vereidigung von Olaf von Löwis im Video.

Update vom 13. Mai, 15.25 Uhr: Der Kreistag sprach dem Haushamer Bürgermeister Jens Zangenfeind in seiner Sitzung im Rottacher Seeforum mit 54 von 61 Stimmen das Vertrauen aus. Vier Stimmen waren ungültig, zwei Kreisräte votierten für die Holzkirchnerin Elisabeth Dasch (SPD). 

Amtsübergabe: Alter und neuer Landrat Rzehak (r.) und Löwis (2.v.l.).

Eine Stimme ging an den früheren Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing (CSU). Letztere standen allerdings nicht offiziell auf dem Stimmzettel.

Die konstituierende Sitzung des Kreistags Miesbach: Martin Weber und Monsignore Walter Waldschütz.

Zangenfeind zur Seite stehen als weitere Vertreter des neuen Landrats Olaf von Löwis (65, CSU) der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider (47, CSU) und Grünen-Kreisrätin und -Kreissprecherin Ulrike Küster (55) aus Holzkirchen. 

Während Bierschneider keinen Gegenkandidaten hatte und einstimmig gewählt wurde, musste sich Küster gegen den unterlegenen Landratskandidaten Martin Beilhack (Bayernpartei) behaupten. 

Landrat Olaf von Löwis (2.v.r.), sein Stellvertreter Jens Zangenfeind (2.v.l.) und die weiteren Stellvertreter Josef Bierschneider und Ulrike Küster im Seeforum.

Sie erhielt 54 Stimmen. Beilhack, der seine Kandidatur im Vorfeld schon angekündigt hatte und schließlich vom früheren Waakirchner Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) vorgeschlagen wurde, sah seine Bewerbung als „Zeichen der Demokratie“. Und als Protest gegen die Bestellung eines weiteren Stellvertreters. Wie auch Hartl erkannte er darin keine Notwendigkeit.

Der Vize-Landrat bei der Vereidigung.

Zangenfeinds Hauptziel ist es, die Herausforderungen künftig gemeinsam zu stemmen. „In den vergangenen sechs Jahren haben wir eines nicht erreicht: ein Team zu sein“, sagte er zu den Kreisräten. „Wir haben es versäumt, die Stärke jedes Einzelnen mitzunehmen.“ Das möge sich ab sofort ändern. „Die Leute“, sagte Zangenfeind, „erwarten das von uns. Sie haben keine Lust, dass wir uns anfeinden.“

Landkreis – Der Haushamer Bürgermeister bestätigte die Kandidatur auf Nachfrage unserer Zeitung. „Das Amt interessiert mich“, gesteht der 48-Jährige. „Und es ist gerade in der jetzigen Zeit auch eine große Herausforderung.“

Landrat Olaf von Löwis (CSU)

Zangenfeind, der 2014 erstmals zum Haushamer Bürgermeister und gleichzeitig auch in den Kreistag gewählt wurde, möchte der Abstimmung am Mittwoch (ab 13 Uhr, Seeforum Rottach-Egern) nicht vorgreifen. Jeder Kreisrat entscheide für sich allein. Gleichwohl zeigt der Blick auf die Mehrheitsverhältnisse, dass es ausreichend wäre, wenn CSU und FWG geschlossen für ihn stimmen. Parteiinteressen, findet Zangenfeind, sollten freilich hintan gestellt werden. „Durch die Corona-Krise sehen wir, dass wir uns gegenseitig brauchen“, sagt er. „Ich spüre auf Kreisebene insgesamt eine sehr gute und konstruktive Stimmung.“

Das bestätigt auch der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU), der bislang Fraktionssprecher seiner Partei war, diesen Posten aber an seinen Rottacher Amtskollegen Christian Köck abgeben wird: „Die Fraktionen haben im Vorfeld untereinander Gespräche geführt. Unser aller Ziel ist es, in der konstituierenden Sitzung einen guten Start hinzulegen.“ 

Grünen-Kreissprecherin und Kreisrätin Ulrike Küster untermauert das: „Unser Fokus ist auf Zusammenarbeit ausgelegt.“ Mit der Kandidatur eines Grünen für den Vize-Posten ist damit nicht zu rechnen. Noch am Wahlabend war der unterlegene Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) mit der Aussage vorgeprescht, das Amt des Stellvertreters stehe den Grünen als zweitstärkster Fraktion zu. Das hatte dem Vernehmen nach aber auch in den eigenen Reihen für Irritationen gesorgt.

Ganz leer ausgehen dürften die Grünen aber nicht. Künftig – so lässt sich aus der neuen Geschäftsordnung herauslesen – gibt es nicht nur einen, sondern gleich zwei weitere Stellvertreter. Die CSU wird wohl nur einen der beiden Posten beanspruchen.

sh

Lesen Sie auch: der neue Landrat Olaf von Löwis (CSU) im Interview - und wie sein Vorgänger Wolfgang Rzehak (Grüne) die eigene Amtszeit bewertet.

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