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Moderne Lösung: Das neue Treppenhaus mit Fluchtwegen wird wie ein Keil in das geschützte Ensemble integriert.  

Weitere Machbarkeitsstudie

Krippe statt Museum: für viele eine Option

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Das geplante Museum im Miesbacher Kloster hat Konkurrenz bekommen. Laut einer neuen Machbarkeitsstudie lässt sich in dem sanierungsbedürftigen Gebäude auch eine Kinderkrippe unterbringen. 

Miesbach – Das Sprichwort „Gut Ding will Weile haben“ hat mit dem geplanten Museum im Miesbacher Kloster wenig zu tun. Vor genau fünf Jahren, im April 2013, hatte der Stadtrat seinen Grundsatzbeschluss gefasst, das gewünschte Museum im Kloster unterzubringen. Doch die aufwendige Sanierung scheiterte in der Folge stets an den unbezahlbaren Kosten. Jetzt wäre der Haushalt der Kreisstadt zumindest ansatzweise in der Lage, das Projekt zu stemmen, doch die Vorzeichen haben sich geändert: Das Museum hat Konkurrenz bekommen.

Denn auch die Krippe im sanierten Nordteil des Gebäudes hat Platzbedarf. Ursprünglich war geplant, einen Neubau auf dem Gelände zu errichten, in dem die fehlenden Platzkapazitäten untergebracht werden – doch Ende 2017 kam auch der Mittelteil des Klosters ins Spiel. Er solle mitgeprüft werden, hatte Markus Seemüller (FW) gefordert, denn wenn ein Museum finanziell dauerhaft nicht machbar sei, stelle sich die Frage, was die Stadt mit dem baufälligen Kloster anstellt.

Wie der Architekt Ludwig Hohenreiter vom Münchner Werkbureau nun im Stadtrat vorstellte, ist eine Nutzung des Mittelteils im Rahmen der Kinderbetreuung kein Problem. Die generelle Schwierigkeit sei die Anbindung der verschiedenen Ebenen der Geschoße im südlich gelegenen ehemaligen Schulhaus und im Mittelbau an ein gemeinsames Treppenhaus, das auch als Fluchtweg dienen kann.

Um dies baulich umsetzen zu können, schlägt Hohenreiter einen Keil vor: Das Treppenhaus wird gewissermaßen eingeschoben als klar erkennbarer Neubau – ausgeführt in Beton und Glas.

Zur Frage, mit welchem Aufwand das als Zwischenschritt beantragte Vereinsheim des Museumsvereins möglich sei, stellte Hohenreiter fest: „Das macht beim Brandschutz nicht viel Unterschied, da ja auch öffentliche Veranstaltungen stattfinden sollen.“

Generell betrachtet biete die Krippenlösung einen weiteren Vorteil. Dadurch werde das Gebäude nur auf eine Weise genutzt – nämlich zur Kinderbetreuung. Deshalb müsse die Abtrennung der beiden Gebäudeteile weniger konsequent angelegt werden. Ja sogar ein gemeinsamer zweiter Fluchtweg über die bestehende Krippe sei möglich. Zudem könnten die Räume leicht umgenutzt werden – sei es als Krippe, Kindergarten oder Hort.

Bei Zweitem Bürgermeister Paul Fertl (SPD) kam die Option, der Krippenerweiterung den Vorzug zu geben, nicht gut an. Er verwies auf die fehlende Abklärung mit dem Denkmalschutz, ob das Treppenhaus überhaupt Chancen auf Realisierung habe. Und auch bei den ermittelten Kosten von rund 4,1 Millionen Euro habe er Zweifel, ob die nicht zulegen. Ähnliches gelte für die in Aussicht gestellte bis zu 85-prozentige Förderung der Baukosten. „Das bezieht sich nur auf förderfähige Kosten. Doch was ist förderfähig?“ Dagegen liege der Neubau bei 1,4 Millionen Euro.

Seemüller zeigte sich dagegen angetan, stellte aber fest: „Wir brauchen konkrete Zahlen auch beim Museum, um entscheiden zu können.“ Diese sowie die Einschätzung der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt sollen nun beigebracht werden, sagte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU).

Sehr konträr diskutiert wurde eine Abkehr von den Museumsplänen. Während CSU-Sprecher Franz Mayer eine „vernünftige Lösung“ mit der Krippennutzung begrüßte, kritisierte Manfred Burger (Grüne) die neue Planung: „Wäre der Museumsverein damit gekommen, hätte er gleich wieder gehen können.“ Erhard Pohl (CSU), dem die artgleiche Nutzung bei der Kinderbetreuung gefiel, mahnte deutlich: Sollte das Votum pro Krippe gehen, „müssen wir dranbleiben und für das Museum eine neue Lösung suchen.“ Das Thema soll laut Pongratz zügig entschieden werden – die Zeit für den Krippenbau dränge.

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