Heinrich Skudlik hinterlässt Spuren in Miesbach
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Heinrich Skudlik hinterlässt Spuren in Miesbach

Ein tief Gläubiger, der begeisterte

Künstler, Lehrer und Aktivist Heinrich Skudlik mit 93 Jahren gestorben

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Heinrich Skudlik war einer, der zu begeistern wusste: Künstler, Lehrer und Aktivist, tief Gläubiger und Kämpfer für die Schwachen. Nun ist er mit 93 Jahren gestorben.

Miesbach/Landsberg am Lech – Heinrich Skudlik war einer, der zu begeistern wusste: Aus seinem Unterricht als Kunsterzieher am Gymnasium Miesbach gingen mehrere Künstler hervor, unter anderem der Miesbacher Maler Karl Witti. Als Gründer der Amnesty International Gruppe in Miesbach interessierte er seine Mitstreiter für die Hilfe für andere. Er initiierte sogar den ersten Weihnachtsmarkt im Pfarrheim.

Künstler, Lehrer und Aktivist Heinrich Skudlik mit 93 Jahren gestorben

„Er war voller Ideen, begeistert und engagiert“, erinnert sich Wegbegleiter Fritz Weigl, heute Sprecher von Amnesty International Miesbach. Doch was Skudliks Leben wie ein roter Faden durchzog, war die Religion. Der Vater von drei Töchtern und einem Sohn war ein tiefgläubiger Mensch. Nun ist er im Alter von 93 Jahren in seinem langjährigen Wohnsitz in Landsberg am Lech verstorben.

Der Glaube inspirierte auch Skudliks Kunst. Schon vor dem Besuch der Kunstakademie hatte er vier Semester Theologie studiert. Später vereinte der Universalist, der von Töpferei bis Siebdruck alles ausprobierte, beide Leidenschaften und widmete sich meist religiösen Werken. Er entwarf die Glasfenster der Altenheimkapelle in Miesbach. Als Lehrer fertigte er mit Schülern 20 Kreuzwege zu je 14 Stationen für ein Projekt in Afrika „Man sieht auch jetzt im Rückblick, was er in seinem Leben alles getan hat“, sagt Sohn Johannes Skudlik. Der Kunst blieb der Vater bis ins hohe Alter treu. Zum letzten Mal stellte er mit 88 Jahren aus.

Skudliks zweiter großer Einfluss war die eigene Lebenserfahrung. 1929 in Friedenshütte in Oberschlesien geboren, musste er ständig Schulen wechseln und kam als Geflüchteter in den Westen Deutschlands. Zeitlebens trieb ihn diese Erfahrung an, Schwächeren zu helfen. Zum Miesbacher Bibelkreis brachte er oft Menschen mit, die Unterstützung brauchten, und denen er mit Glauben und Kontakten helfen wollte. Als Rentner töpferte er mit Gefängnisinsassen und Asylbewerbern und betreute den Bau eines Pilgerzentrums in Indien, inklusive zahlreicher Reisen ins Land. „Er war jemand, der Spuren hinterlassen hat“, sagt Sohn Johannes. „In Miesbach, in Landsberg und auf der Welt.“

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