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Von Kaleidoskop bis Robo-Maus: Im Foyer des Waitzinger Kellers präsentieren die Schüler die Ergebnisse aus den Workshops. Vier Tage lang bot das Kunstprojekt Gelegenheit, Erfindungsreichtum praktisch umzusetzen. 

Kunstprojekt 

Die Welt verändern mit Mut zu Visionen

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Hier waren kleine Künstler am Werk. In der „Pionier Werkstatt“ waren sie vier Tage lang aktiv. Zum Abschluss gab es eine Bühnenpräsentation.

Miesbach – Mit der „Pionier Werkstatt“ im Waitzinger Keller bewies Miesbach, dass einem um Kreativität und Erfindergeist des Nachwuchses nicht bang sein muss: 360 Kinder und Jugendliche waren in den Gewölben vier Tage lang in Workshops zugange und verabschiedeten sich mit einer Bühnenpräsentation in die Herbstferien.

Kulturreferentin Inge Jooß war am Freitag bei der Abschlusspräsentation begeistert: „Das Versprechen, dass die Gewölbe innovativer Geist und kreatives Denken und Handeln erfüllen, habt ihr gehalten“, rief sie den Schülern zwischen sieben und 16 Jahren entgegen. Sie sollten Pioniere sein und als solche vorwärtsgehen und etwas vorwärts bringen – wie einst die Pioniere, die die erste Stromübertragung von Miesbach nach München bewerkstelligten. „Das habt ihr gemacht“, lobte Jooß und betonte die positive Wirkung der entstandenen Kunstwerke und des Kreativprozesses. Sie monierte aber auch, dass Schule dafür heutzutage viel zu wenig Raum gebe. Ihr Dank galt den Sponsoren, die die Pionierwerkstatt mit vier Workshops ermöglichten.

Projektleiterin Barbara Gerbl, die das Programm mit Bildhauerin Lisa Mayerhofer, Opernregisseurin Julia Riegel, Papierkünstlerin Katrin Hering und dem Medienpädagogen Mark Rochlus zusammenstellte, sprach den Kindern Mut zu: „Entdecke, was in dir steckt, und greife nach den Sternen!“ Dass sich das lohnt, unterstrich Gerbl mit der zauberhaften Geschichte „Was macht man mit einer Idee?“ Die Antwort gab sie prompt: „Die Welt verändern.“

Und das taten die jungen Entdecker, die sich im Workshop „Kulisse, Kostüm und Theater“ mutig auf die Suche nach Fantasialand machten und ein fantasievolles, buntes Theaterstück auf die Bühne brachten. Die Welt bunt sehen kann man nun im Foyer des Waitzinger Kellers mit dem riesigen Kaleidoskop, das die Kinder aus Weidenzweigen, Draht und Seidenpapier schufen, und in der dreidimensionalen „Kunst im Karton“, die etwa 100 Schüler in Pizzakartons gemalt, gebastelt und geklebt haben. Diese sind bis 30. November in den Auslagen von 30 Miesbacher Läden, Restaurants und Einrichtungen zu sehen und zu kaufen. Vom Erlös soll ein Ausflug von Flüchtlingsfamilien in den Münchner Tierpark finanziert werden.

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Die zahlreichen Erfindungen der Kinder aus dem Kunstprojekt sind im Waitzinger Keller zu sehen: etwa ein Aufräumroboter, ein umweltfreundlicher Urlaubsbeamer, ein Farbwechsel-T-Shirt, ein Teleskop-Hammer, eine Robo-Maus, ein Lieferroboter, ein windbetriebenes Auto und eine Maschine, die mehr Farbe in die Welt trägt. Wie die „Prototypen“ funktionieren, stellten ihre Erfinder in kurzen Filmen vor. Alle Projekte wurden mit reichlich Applaus belohnt. 

Dem Mut von Visionären, trotz Tiefschlägen an Ideen weiterzuarbeiten, widmet sich die Ausstellung „Strom über Land – eine Idee überträgt sich“ der Künstlerinnen Sibylle Kobus und Sabine Köhl. Sie wird an diesem Sonntag um 11 Uhr im Waitzinger Keller eröffnet.

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