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Präsentieren wichtige Zahlen: (v.l.) Elisabeth Freundl (Energiewende Oberland), Klimaschutzmanagerin Mona Dürrschmidt, Cornelia Baumann (Energiewende) und Landrat Wolfgang Rzehak bei der Ausstellung-Eröffnung im Landratsamt.

„Jetzt geht die Arbeit richtig los.“

Landkreis Miesbach: 100 Prozent erneuerbare Energie ist machbar

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Bis 2035 will der Landkreis seine Energie komplett aus erneuerbaren Quellen beziehen. Die Studie Inola zeigt, wie das geht. Erste Ergebnisse hängen im Landratsamt aus.

Landkreis – Bis 2035 will der Landkreis seine Energie komplett aus erneuerbaren Quellen beziehen. Ein weiter Weg, denn im Jahr 2014 kamen nur 14 Prozent des Stroms und zehn Prozent der Wärme aus regenerativen Energien. Dass die Energie-Nachfrage durch Zuzug, Wirtschaftswachstum und Elektroautos seitdem eher gewachsen sein dürfte, macht das Unterfangen nicht einfacher. Mona Dürrschmidt, Klimaschutzmanagerin des Landkreises, sagt dennoch: „Das ist alles machbar.“

Wie, das soll das Projekt Inola zeigen. Dieses untersucht den aktuellen Stand der Energiewende, deren Akzeptanz und die Potenziale der einzelnen Energieformen. Daraus errechnet es Pfade, wie der Umstieg bis 2035 klappen kann. Bis September läuft das Projekt noch. Die ersten Ergebnisse hängen bereits jetzt drei Monate in einer Ausstellung mit 14 A1-Plakaten im Landratsamt, Haus A (Rosenheimer Straße), aus. Entworfen und geplant hat diese Cornelia Baumann, Projektkoordinatorin der Energiewende Oberland. „Wir wollen das Bewusstsein schärfen“, sagte Landrat Wolfgang Rzehak bei der Präsentation.

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Landkreis Miesbach: 100 Prozent erneuerbare Energie ist machbar

„Eine vergleichbare Analyse gibt es in ganz Deutschland nicht“, sagt Elisabeth Freundl, Co-Leiterin Praxis von Inola und stellvertretende Geschäftsstellenleiterin der Energiewende Oberland. Seit 2014 wertet das Projekt unter Führung der LMU München und mit Unterstützung des ifo-Instituts, der Energiewende Oberland, der Hochschule Kempten und der Stadtwerke Bad Tölz Daten aus den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau aus. Damit habe man die Grundlage geschaffen, auf deren Basis man nun handeln könne.

Eine der Erkenntnisse: Die Menschen unterstützen die Energiewende. 90 Prozent wollen, dass der Landkreis seinen Strom aus regenerativen Quellen gewinnt. Besonders Solaranlagen auf Dächern und Wasserkraftanlage sind beliebt. Auch das Potenzial für die Energiewende ist da. Die neue Geothermie in Holzkirchen hebe den Anteil der Erneuerbaren im Landkreis auf über 20 Prozent, sagt Dürrschmidt. Mit einem Mix aus hauptsächlich Solar- und Bioenergie sowie Geothermie und Wasserkraft wären auch 100 Prozent drin.

Erst recht, wenn sich die Oberland-Landkreise gegenseitig unterstützen. „Im Verbund ist es leichter machbar“, fasst Freundl eines der Hauptergebnisse zusammen. Ein Beispiel: Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen erzeugt bereits über 81 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen, vor allem aus der Wasserkraft. In Miesbach fehlen dazu die natürlichen Voraussetzungen. Zur Energiewende muss er andere Möglichkeiten nutzen, vor allem Fotovoltaik. Weil Miesbach ein Wald-Landkreis sei, könnten hier auch Holzpellets und Blockheizkraftwerke weiter gefördert werden, meint Rzehak. Dennoch ist der Weg weiter als im Nachbarlandkreis. Vielleicht könne dieser also Energie für Miesbach mitproduzieren, sagt Freundl. Auf diese Art will Inola die unterschiedlichen Potenziale aufzuzeigen und der Politik einen Fahrplan vorgeben.

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Landkreis Miesbach: Studie Inola zeigt, wie wichtig Energie-Sparen ist

Eine weitere Erkenntnis: Viel hänge von der Entwicklung des Energieverbrauchs ab, sagt Freundl. Die Studie hat Szenarien durchgespielt, von einer Zukunft ohne Maßnahmen zur Verbrauchssenkung bis zu einer mit allen. Ein Ergebnis: Im Bereich Wärme können 70 bis 80 Prozent Energie gespart werden. Inwieweit dieses Potenzial ausgeschöpft wird, entscheidet über den Erfolg der Energiewende. „Es ist jeder Einzelne gefordert, etwas beizutragen“, sagt Freundl. Rzehak fordert ein Umdenken in der Bauleitplanung. Zum Beispiel müssten Einkaufsmöglichkeiten im Ortskern vorhanden sein, um Fahrtwege zu verkürzen.

Maßnahmen wie diese wird auch Inola der Politik empfehlen. Allerdings erst auf der Abschlussveranstaltung am 17. September. Dort werden die Forscher ihre endgültigen Ergebnisse vorstellen. Aus denen soll ein Handlungskonzept entstehen, dass den Fahrplan für die nächsten 15, 16 Jahre vorgibt, sagt Freundl. „Für uns geht die Arbeit dann erst richtig los.“

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