Lisa Leitner vor ein Lieferwagen des BRK-Kreisverbands Miesbach.
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Stark nachgefragt: Im Landkreis liefern Lisa Leitner und ihr Team täglich rund 70 Essen aus.

Interview mit Lisa Leitner vom BRK-Kreisverband

Bedarf an „Essen auf Rädern“ steigt

Tegernseer Tal – In Zeiten der erhöhten Infektionsgefahr scheuen viele, vor allem Senioren, den täglichen Einkauf im Supermarkt. Eine seit Jahren bestehende Alternative zum Kochen daheim bietet das „Essen auf Rädern“ des BRK-Kreisverbands Miesbach. Zuletzt sei das Angebot deutlich stärker nachgefragt worden, bestätigt Lisa Leitner (36), beim Roten Kreuz zuständig für den Lieferservice.

Mit ihr hat unsere Mitarbeiterin Ingrid Versen, die das Angebot zwei Wochen getestet hat, stellvertretend für andere Interessierte die wichtigsten Fragen geklärt.

Frau Leitner, wie viele Kunden beliefern Sie mit „Essen auf Rädern“ inzwischen?

Im Landkreis sind es um die 80, die unser warmes Mittagsangebot wahrnehmen, und nochmals 70 bis 80, die wir mit Tiefkühlkost beliefern.

Muss man BRK-Mitglied sein, um Ihr Angebot wahrzunehmen beziehungsweise sind hier Altersgrenzen gesetzt?

Nein, Menschen jeden Alters, die sich unsere Lieferung leisten wollen, können unser Angebot in Anspruch nehmen. Die BRK-Mitarbeiter liefern täglich die ausgewählten Speisen mittels einer Warmhaltebox, die beim Kunden verbleibt, frei Haus an. Ist der Kunde gerade abwesend, kann das Mittagessen auch vor der Haustür deponiert werden, wo es noch eine ganze Weile warm bleibt.

Wie muss man sich die Anlieferung vorstellen?

Der Kunde kann sich das Menü aus einem 81-seitigen Katalog daheim selbst zusammenstellen und dann in Miesbach beim BRK bestellen. Dabei haben die möglichen Abnehmer zuvor die Qual der Wahl, denn es werden 200 verschiedene Speisen angeboten, die alle auch beschrieben sind. Es gibt unter anderem Schonkost, Deftiges, Mehlspeisen, Suppen, Eintöpfe, Fleisch- und Fischgerichte. In unserem Pkw haben wir einen Ofen, sodass das Mittagessen wirklich heiß beim Besteller ankommt und sofort verzehrt werden kann.

Es gibt auch Gebiete, die Sie nicht mit warmem Mittagessen versorgen können. Welche Alternativen gibt es ?

Man kann zum Beispiel unser gefrorenes „Wohlfühlangebot“ aus dem ganzen Katalog nutzen. Im Karton liefern wir dazu beispielsweise sieben Menüs mit vier Salaten und fünf Desserts. Es werden hochwertige Zutaten der Firma apetito verwendet, mit der das Bayerische Rote Kreuz seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Diese werden dann bei bis zu minus 40 Grad schockgefrostet. So bleiben Vitamine und Nährstoffe erhalten.

Wie sieht es für Personen mit Lebensmittelunverträglichkeiten aus?

Extrawünsche sind willkommen – von laktose- oder glutenfrei, über kalorien- oder salzreduziert bis püriert für Menschen mit Schluckbeschwerden. Die Zubereitung erfolgt in einer haushaltsüblichen Mikrowelle oder im Backofen.

Warmes Mittagessen jetzt auch im Landkreis-Norden

Beim warmen Mittagessen auf Rädern ging der Landkreis-Norden bisher weitgehend leer aus. Das Landhaus an der Au in Holzkirchen hat einen Lieferservice, der aber keine höheren Kapazitäten abdeckt. Der BRK-Kreisverband hat nun ein drittes Fahrzeug mit integriertem Aufwärmofen angeschafft und bedient auch Interessenten in Otterfing, Holzkirchen, Warngau und Waakirchen. Bislang galt hier nur das Angebot der Anlieferung tiefgekühlter Speisen. Die Preise für ein warmes Hauptgericht bewegen sich zwischen etwa 8,50 und 11,50 Euro. Wer hilfsbedürftig ist, kann sich bei der zuständigen Behörde nach einem Zuschuss oder einer Erstattung erkundigen.

Wie BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling berichtet, ist es den Kunden und oft auch deren Angehörigen recht, wenn einmal am Tag jemand vorbeikommt – zu einem kurzen Ratsch, aber auch, um ein bisschen nach dem Rechten zu sehen. Denn liegt etwas im Argen, „haben wir auch die Möglichkeit, schnell zu reagieren“, so Kießling. Mit dem Landhaus an der Au habe man sich im Vorfeld übrigens abgesprochen.

Weitere Infos auf www.kvmiesbach.brk.de und unter Rufnummer 0 80 25 /28 25 43.

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