Landkreis Miesbach: Deutlich mehr Menschen auf Jobsuche als vor einem Jahr
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Landkreis Miesbach: Deutlich mehr Menschen auf Jobsuche als vor einem Jahr

Über 18 000 Menschen in Kurzarbeit

Landkreis Miesbach: Deutlich mehr Menschen auf Jobsuche als vor einem Jahr

  • Christian Masengarb
    VonChristian Masengarb
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Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt im Landkreis Miesbach auch im Januar geschwächt – allerdings weniger als in den Vormonaten. Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,6 Prozent.

Landkreis – Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt im Landkreis Miesbach auch im Januar geschwächt – allerdings weniger als noch in den Vormonaten. Die Arbeitslosenquote stieg laut Agentur für Arbeit Rosenheim auf 3,6 Prozent (Dezember: 2,9 Prozent), die Zahl der Arbeitsuchenden auf fast exakt 2000 Menschen (Dezember: rund 1600). Diesen Anstieg haben laut Agentur für Arbeit zwei Faktoren ausgelöst.

Landkreis Miesbach: Deutlich mehr Menschen auf Jobsuche als vor einem Jahr

Der erste ist die Witterung: Viele Angestellte wetterabhängiger Berufe hätten vor Weihnachten eine Kündigung erhalten und sich nun arbeitslos gemeldet. Maurer und Gerüstbauer sind beispielsweise häufiger arbeitslos als vor einem Monat.

Diese Kündigungen erklären aber nicht den Anstieg der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr: Derzeit suchen im Landkreis über ein Viertel mehr Menschen nach Arbeit als vor einem Jahr. Damals lag die Arbeitslosenquote mit 2,7 Prozent fast ein ganzes Prozent unter der heutigen.

Für diesen Anstieg ist laut Agentur für Arbeit Faktor zwei verantwortlich: die Corona-Einschränkungen. Deren Auswirkungen belegen weitere Zahlen: Derzeit arbeiten im Landkreis 18 400 Menschen konjunkturbedingt in Kurzarbeit. Das ist fast jeder fünfte Landkreisbürger – Kinder und Senioren mit eingerechnet. Gleichzeitig ist die Anzahl der neu gemeldeten freien Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte gesunken. Zahlen, die zusammen eines zeigen: Es gibt derzeit deutlich weniger Arbeit im Landkreis als noch vor zwölf Monaten.

Die Agentur für Arbeit sieht aber auch positive Aspekte auf dem Arbeitsmarkt: Einerseits sei der krisenbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu den Vormonaten deutlich gesunken – von rund zwei Drittel auf weniger als ein Drittel. Andererseits würden die Betriebe weiterhin ausbilden: Im gesamten Agenturbezirk sei die Zahl der Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen – um gut 120. Gleichzeitig hätten sich rund 430 junge Menschen weniger gemeldet, die eine Ausbildung suchen. Die Betriebe hielten also an ihrer Ausbildungsbereitschaft fest.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im übrigen Bezirk der Agentur für Arbeit Rosenheim ähnelt der im Landkreis Miesbach. In den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen (+0,5 Prozent) und Rosenheim (+0,4 Prozent) stieg die Arbeitslosenquote ebenfalls, liegt aber leicht unter dem Miesbacher Wert (Bad Tölz-Wolfratshausen: 3,4 Prozent, Landkreis Rosenheim: 3,3 Prozent). Wegen der vielen Arbeitslosen in der Stadt Rosenheim (5,5 Prozent) liegt der gesamte Agenturbezirk mit 3,7 Prozent aber sogar minimal über dem Landkreis Miesbach.

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