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Stolze Preisträger: Kultusminister Michael Piazolo (r.) und Norbert Schäfer (l.), Vorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz, zeichnen (ab 2.v.l.) Lehrer Christian Reiter, Schülerin Josephine Dürr, Schulleiter Rainer Dlugosch, Lehrerin Martina Stahl (alle Gymnasium Miesbach), Rektorin Sabine Bösl und Lehrerin Anja Pfeiffer (beide Quirin-Regler-Grundschule Holzkirchen) sowie Melanie Kensy (Projektorganisatorin an den Privatschulen Holzkirchen) mit dem Siegel „Umweltschule in Europa“ aus. 

Auszeichnung des Kultusministeriums

Engagieren statt demonstrieren: Der Landkreis hat drei „Umweltschulen“

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  • Sebastian Grauvogl
    Sebastian Grauvogl
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Hier wird nicht nur geredet, sondern auch gehandelt: Drei Schulen im Landkreis dürfen sich ab sofort „Umweltschule in Europa“ nennen. Und das nicht umsonst.

Landkreis – 479 bayerische Schulen dürfen sich ab sofort mit einem grünen Banner schmücken: Das Kultusministerium hat sie mit dem Siegel „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule 2018/19“ ausgezeichnet. Auch drei Schulen aus dem Landkreis überreichte Kultusminister Michael Piazolo in München nun die Urkunden: dem Gymnasium Miesbach sowie der Quirin-Regler-Grundschule und den Privatschulen in Holzkirchen. „Um Bayerns Natur und Umwelt zu erhalten und die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern, braucht es Menschen mit Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Begeisterung“, sagte Piazolo. „Genau diese Eigenschaften zeigen unsere Schüler und Lehrkräfte an den Umweltschulen mit ihren kreativen Projekten.“ Hier die Aktivitäten der drei Schulen im Überblick.

Gymnasium Miesbach

Das im ersten Anlauf geschaffte Drei-Sterne-Zertifikat des Gymnasiums in Miesbach geht zurück auf die Fridays-For-Future-Demonstrationen. Wie berichtet, hat Schulleiter für Demo-Teilnahmen keinen Freibrief erteilt. „In einem Gespräch habe ich den Schülern gesagt, dass sie lieber etwas Greifbares vor Ort auf die Füße stellen sollen“, berichtet Schulleiter Rainer Dlugosch. Und das ließen sich die jungen Aktivisten nicht zweimal sagen. Gewissermaßen im Untergrund entwickelte eine Handvoll Schüler zuerst Ideen und Ansätze, mit denen sie sich dann an die Lehrer wandten mit der Bitte um Unterstützung. Gleichzeitig hatten sich einige Lehrer um Martina Stahl (Biologie), Christian Reiter (Chemie) und Matthias Brandstäter (Kunst) Gedanken gemacht, wie man Umweltengagement ins Schulleben integrieren kann – die Umwelt-AG war geboren und hat sich zu einem Wahlkurs entwickelt, den Reiter leitet und in dem es um Biodiversität und Nachhaltigkeit geht. Zusammen mit früheren Projekten wie dem Bienenstock im Schulpark, die laut Brandstäter fach- und klassenübergreifend sind, bewarb man sich und wurde ausgezeichnet. Das Zertifikat sieht Dlugosch als Startschuss für weiteres Engagement am Gymnasium, das auch in die Öffentlichkeit ausstrahlen soll, wie Reiter ergänzt. Laut Stahl profitiere man auch vom Austausch mit anderen daran teilnehmenden Schulen.

Grundschule Holzkirchen

Sie fahren kein Auto, buchen keine Flüge und kaufen noch nicht selbstständig ein: Die Öko-Bilanz von Grundschülern ist im Vergleich zu Jugendlichen oder Erwachsenen noch weitgehend ausgeglichen. Doch auch sie sollen sich schon mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen, findet Sabine Bösl, Rektorin der Quirin-Regler-Grundschule in Holzkirchen. Ein „Save the world“-Team aus neun Schülern und vier Lehrern übernimmt diese Aufgabe, erklärt Bösl. So haben die Kinder eine Woche lang sämtlichen Plastikmüll an der Schule gesammelt und dann in der Aula ausgestellt. „Wir haben mit Erschrecken festgestellt, wie viel da anfällt“, erzählt die Rektorin. Auch ein Kinderbücherflohmarkt findet regelmäßig an der Grundschule statt. Für 2020 plant das Umweltteam einen klassenübergreifenden Aktionstag mit Workshops, unter anderem zum Thema Fairtrade. Einen Stern hat die Schule dafür nun bei ihrer Auszeichnung vom Kultusministerium erhalten.

Lesen Sie auch: Schluss mit lustig: Junge Klima-Rebellen hauen knackige Parolen raus

Privatschulen Holzkirchen

„Rettet die Bienen“ lautete das Motto im vergangenen Schuljahr auch an den Privaten Ganztagsschulen in Holzkirchen. Mit dem Bau eines Bienenhotels leisteten die Schüler ihren Beitrag zum Erhalt der für die Natur so wichtigen Insekten, berichtet Schulleiter Peter Globocnik. Flankierend habe sich eine Garten-AG gegründet. Als „Guerilla Gardening“ verwandelte die Projektgruppe aus Fünf- und Sechstklässlern durch Baustellen nur aus bloßer Erde bestehende Flächen in blühende Oasen – ohne großartig etwas anzupflanzen. Stattdessen brachten die Schüler sogenannte Seed-Balls, zu deutsch Samenkugeln oder Saatbomben, aus und ließen den Kräften der Natur ihren freien Lauf.

ddy/sg

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