Wöchentlich 23 neue Flüchtlinge im Landkreis

Asyl: Landratsamt sucht Grundstück für Traglufthalle

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Landkreis - 200 weitere Asylbewerber sollen in der kommenden Woche nach Tegernsee ziehen. Die Stadt ist schockiert. Jetzt meldet sich Landrat Wolfgang Rzehak zu Wort - mit einer Bitte.

Wie bereits kurz nach der Tegernseer Bauausschusssitzung am Montagabend berichtet, werden voraussichtlich ab 6. August weitere Asylbewerber in Tegernsee ankommen. Der Landkreis wird dazu ab Freitag die eigene Dreifachturnhalle des Tegernseer Gymnasiums für insgesamt 200 Menschen bewohnbar machen.

Im Ausschuss sorgte diese Nachricht für Wirbel. Bürgermeister Johannes Hagn sieht jetzt klar den Landkreis in der Pflicht. "Ich habe auch eine Fürsorgepflicht für meine Mitarbeiter, die ihren verdienten Urlaub nicht wieder streichen werden, um die Asylproblematik des Landkreises zu lösen."

Mit einer Pressemitteilung meldet sich nun Landrat Wolfgang Rzehak zu Wort. Die Belegung der Turnhalle sei nötig, weil seitens der Regierung von Oberbayern ab kommender Woche über einen unbestimmten Zeitraum durchschnittlich 23 neue Asylbewerber pro Woche vom Landkreis aufgenommen werden müssen. Da alle anderen Unterbringungsmöglichkeiten belegt und Container derzeit "so gut wie nicht zu bekommen" sind, sei diese Maßnahme nötig geworden.

Allerdings: Landrat Rzehak bittet alle Bürgermeister im Landkreis in einem Brief um Mithilfe. Derzeit werde dringend ein Grundstück gesucht, auf dem der Landkreis eine Traglufthalle errichten kann. Dabei handelt es sich um eine neue Unterbringungsform für Flüchtlinge, die laut Betreiberfirma in sechs bis acht Wochen bezugsfertig sein könnte. "Ich möchte nochmals an die Solidarität aller Gemeinden appellieren und darum bitten, schnell gemeinsam eine Lösung finden", so Rzehak in dem Schreiben.

Reizthema Asyl: Wir haben den Faktencheck gemacht. Hier geht's zum Merkur.de-Datenprojekt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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