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Werner Pawlovsky ist noch bis Ende OktoberKreisbaumeister.

Verlängerung abgelehnt

Kreisräte schicken Kreisbaumeister in den Ruhestand

Er ist streitbar, aber ein Mann mit Haltung. Jemand, bei dem man weiß, woran man ist: Kreisbaumeister Werner Pawlovsky. Doch nun heißt es Abschied nehmen, obwohl er gerne weitergemacht hätte.

Miesbach - Seit 18 Jahren hat der Valleyer diese Funktion am Landratsamt inne – eine Ära, die nun zu Ende geht. Noch bis einschließlich Oktober währt die Dienstzeit Pawlovskys, dann ist das Rentenalter erreicht. In den Ruhestand geht der 65-Jährige dabei dem Vernehmen nach nicht freiwillig. Der Kreisausschuss lehnte eine Verlängerung des Vertrags in nicht öffentlicher Sitzung ab.

Kritiker hatte und hat Pawlovsky genug, aber auch Befürworter. Zu denen gehört zum Beispiel Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU), der gerne mit Pawlovsky weitergearbeitet hätte, wie er auf Anfrage unserer Zeitung sagt. Den Kreisbaumeister nicht noch etwas länger zu beschäftigen, hält Lechner für die „absolut falsche Entscheidung“. Zumal die Nachfolge offen ist. Laut Landratsamts-Sprecher Birger Nemitz wird die Stelle ausgeschrieben, und die Behörde hoffe auf fähige Bewerber. Lechner ist da etwas skeptischer. „Man darf nicht glauben, dass ein Kreisbaumeister auf der Straße wartet.“ Zugespitzt könnte man die Entscheidung somit als „Lieber erst mal ohne Kreisbaumeister als mit Pawlovsky“ deuten.

An der Arbeit des Valleyers lobt der Fischbachauer Bürgermeister, dass er oftmals Bauwerber von einer besseren Gestaltung ihrer Häuser überzeugt hat, obwohl rein rechtlich am ursprünglichen Vorhaben nicht zu rütteln gewesen sei. Von Kritikern hingegen ist oftmals zu hören, dass Pawlovsky just in Gestaltungsfragen seine eigene Meinung vertritt. Umbestritten ist der Kreisbaumeister ein Freund ruhiger, am besten roter Dachlandschaften und schlichter, geradliniger Baukörper. Ein sinngemäßes Credo des Valleyers: Einen Verhau, der architektonisch im Inneren eines Hauses herrscht, sieht man auch von außen. So formuliert beim ersten der Baukultur-Abende, zu denen Pawlovsky seit 2015 zweimal jährlich einlädt.

Mit diesen Veranstaltungen sowie dem von ihm initiierten Arbeitskreis Qualitätvolles Bauen versucht er, das Thema heimische Baukultur verstärkt in der Öffentlichkeit zu platzieren. Ein Ansinnen, das immer wichtiger werde, weil sich der Staat über Jahrzehnte hinweg immer mehr aus dem Thema Gestaltung herausgenommen habe. Dieses Schärfen des Bauherrn-Bewusstseins muss ab Herbst wohl jemand anderes übernehmen.  

dak

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