Die Buslinie 9556 der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) GmbH.
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Wird verstärkt: Die Buslinie 9556 der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) GmbH.

Maßnahmen aus Nahverkehrsplan werden umgesetzt

Landkreis Miesbach rüstet bei ÖPNV auf: Taktverdichtung auf mehreren Buslinien

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Die Fortschreibung des Nahverkehrsplans macht sich bereits in den ersten Fahrplänen im Landkreis Miesbach bemerkbar. Der Takt mehrerer Buslinien wird verdichtet.

Landkreis - Der Kreisentwicklungsausschuss hat nun die Taktverdichtung auf mehreren Buslinien einstimmig beschlossen. Bis sie bei den Fahrgästen ankommen, dauert es allerdings noch. Der Grund: EU-Verordnungen.

Wegen EU-Verordnung: Verstärkung erst ab Sommer 2022

Wie Georg Kleeberg aus dem Fachbereich Mobilität am Landratsamt in der Sitzung mitteilte, erfordern die Maßnahmen bei noch laufenden Liniengenehmigungen eine Direktvergabe und obendrein bei einer Verkehrsleistung von mehr als 50 000 Kilometer pro Jahr eine Vorabbekanntmachung. Dies betreffe in diesem Fall die Linien 9556 (Tegernsee-Rottach-Egern-Kreuth-Stuben) und 9552 (Miesbach-Fischbachau-Neuhaus), deren Verstärkung damit erst im Sommer 2022 erfolgen könne.

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Konkret sollen die Busse auf der Linie 9556 werktags im Stunden- und an Wochenenden im Halbstundentakt fahren – jeweils durchgehend während der kompletten Betriebszeit. 526 000 Euro würde dies den Landkreis pro Jahr kosten, rechnete Kleeberg vor. Bei der Linie 9552 werden für einen durchgehenden Stundentakt an allen Betriebstagen 462 000 Euro pro Jahr fällig.

Gewerbegebiete werden mit zusätzlichen Haltestellen angefahren

Unkomplizierter und günstiger weil weniger umfangreich fallen die Neuerungen auf den Linien 9561 (Holzkirchen-Darching-Weyarn) und 9566 Nord (Holzkirchen-Warngau) aus. Im ersten Fall soll das Gewerbegebiet Oberlaindern, im zweiten das Gewerbegebiet Birkerfeld zusätzlich angefahren werden, erklärte Kleeberg. Die Kosten würden jeweils 35 000 Euro pro Jahr betragen. Weil die Verkehrsleistung unter der 50 000 Kilometergrenze liege, könnten die neuen Haltestellen bereits ab Dezember 2021 angefahren werden.

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„Damit haben wir mal soeben jährliche Mehrausgaben von fast einer Million Euro beschlossen“, konstatierte Josef Bogner (FW) in der Sitzung. Kreiskämmerer Gerhard de Biasio bestätigte dies. „Der runde Tisch Haushalt muss das als gegeben hinnehmen.“ Also gelte es, woanders zu sparen. „Wir müssen eben Prioritäten setzen“, sagte de Biasio. Dass da die Verbesserung im Öffentlichen Nahverkehr im Landkreis dazugehört, dazu zweifelte im Kreisentwicklungsausschuss aber niemand. Und auch Bogner fand: „Es ist richtig, dass wir hier investieren.“

Fahrplan-Broschüre

Die Broschüre mit den Fahrplänen des ÖPNV im Landkreis wird künftig nur noch in geringerer Auflage gedruckt, kündigte Georg Kleeberg aus dem Fachbereich Mobilität am Landratsamt an. Sie werde deshalb nicht mehr der Zeitung beigelegt, sondern nur noch auf Nachfrage ausgegeben. Kleeberg verwies dabei auf die PDF-Version im Internet sowie die Mobilitätsapp „Wohin du willst“.

sg

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