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Unterstützung am Telefon: Marion Schwab und Cim Aktas beraten jetzt vom Callcenter aus. Die Kreissparkasse hält nur noch vier große Filialen geöffnet.

„Unser Tagesablauf ist nicht mehr der gleiche“

Landkreis Miesbach: Wie die Banken auf das Coronavirus reagieren

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Das Coronavirus ist auch für die Banken im Landkreis eine neue Erfahrung.  Die Kreissparkasse kontaktiert nun gezielt ihre Geschäftskunden. Die Raiffeisenbank fährt Bargeld aus

Miesbach – Es ist auch für die Banken eine neue Erfahrung. „Plötzlich sind Dinge möglich, die man früher lange diskutiert hat“, sagt Martin Mihalovits, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Miesbach Tegernsee, und meint damit die Arbeit im Homeoffice. Rund 90 Heimarbeitsplätze hat die Bank auf die Schnelle eingerichtet. Und Mitarbeiter, die zuvor in den Geschäftsstellen eingesetzt waren, beraten die Kunden jetzt am Telefon.

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Kreissparkasse kontaktiert gezielt ihre Geschäftskunden – Raiffeisenbank fährt Bargeld aus

Die Corona-Krise, sie trifft alle Branchen. „Unser Tagesablauf ist nicht mehr der gleiche wie vor ein paar Wochen“, schreibt beispielsweise die Raiffeisenbank im Oberland in einer Pressemitteilung. „Alle sind in ihrem Alltag mit Herausforderungen konfrontiert. Wir bleiben jedoch auf allen Kanälen für unsere Kunden erreichbar.“ Das gilt für beide Häuser gleichermaßen. Die Kreissparkasse hat nach eigenen Worten als eine der ersten in Deutschland auf die Krise reagiert und nach einer Krisensitzung am vergangenen Sonntag beschlossen, zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter den Publikumsverkehr nur noch an den Standorten Miesbach, Holzkirchen, Schliersee und Rottach-Egern aufrecht zu erhalten (wir berichteten). „Das hat uns einen entscheidenden Zeitvorteil verschafft“, berichtet Mihalovits. Sparkassen, die später nachzogen, mussten erheblich länger auf technische Unterstützung warten, beispielsweise bei der Ausweitung ihrer Callcenter. Am ersten Tag registrierte die Bank fast 1000 Anrufe, nicht alle konnten wegen der technischen Umstellung abgearbeitet werden. Inzwischen habe es sich auf rund 400 Anrufe täglich eingependelt. „Wir sind jetzt so aufgestellt, dass wir das relativ gut abfangen können“, sagt Mihalovits.

Parallel zur Betreuung der Privatkunden geht die Sparkasse aktiv auf ihre Geschäftskunden zu und bietet Unterstützung an. Die Nachfrage ist groß. Nur die wenigsten blicken bei den Soforthilfen und Förderprogrammen, die der Staat jetzt den in ihrer Existenz bedrohten Unternehmen anbietet, durch. Vieles müsse sich auch erst noch einspielen. „Obwohl die Genehmigungsprozesse schlanker und schneller werden, sind die Kreditwesengesetze natürlich nicht außer Kraft gesetzt“, betont Mihalovits. „Wer vorher schon in finanziellen Schwierigkeiten war, dem werden wir auch jetzt nicht helfen können.“

Keine Notwendigkeit sieht der Vorstandsvorsitzende für Bargeldabhebungen im großen Stil. Er sagt das nicht ohne Grund: Teilweise registriere auch die Kreissparkasse Abhebungen von Summen im niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Automaten seien deshalb ausreichend bestückt. „Es muss“, beruhigt Mihalovits, „niemand Angst ums Bargeld haben.“

Die Raiffeisenbank im Oberland bietet älteren und nicht mobilen Kunden an, ihnen Bargeld auf Anforderung auch kostenlos nach Hause zu bringen. Die telefonischen Service- und Beratungsleistungen hat auch sie verstärkt. „Wir stehen für Versorgungssicherheit bei Bargeld und Finanzdienstleistungen“, heißt es in der Pressemitteilung. So stehe man Firmenkunden, die staatliche Hilfen in Anspruch nehmen wollen, ebenso zur Seite wie den mittelständischen Kunden für die Lösung von Liquiditätsfragen. Ab Montag, 23. März, sind die Raiffeisen-Geschäftsstellen werktags jeweils von 9 bis 12 Uhr besetzt.

Kontaktdaten

Die Kreissparkasse ist unter 0 80 25 / 28 9-0 oder www.ksk-mbteg.de erreichbar, die Raiffeisenbank im Oberland unter 0 80 25 /28 4-0 oder www.oberlandbank.de.

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