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Verheerende Schäden hat das Hochwasser der Mulde in Sachsen 2002 angerichtet. Die Bürger aus dem Landkreis Miesbach spendeten deshalb 160.000 Euro an den Partnerlandkreis Zwickauer Land.

Spendenaktion war Höhepunkt

30 Jahre nach Mauerfall: Partnerschaft zwischen Miesbach und Zwickau eingeschlafen

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Mehr als 160.000 Euro spendeten die Miesbacher einst an ihren Partnerlandkreis Zwickauer Land, um beim Hochwasseraufbau zu helfen. Doch jetzt ist der Kontakt eingeschlafen.

Landkreis – Zwei Männer waren es, die vor 30 Jahren die ersten zarten Verbindungen zwischen den Landkreisen Miesbach und Zwickauer Land knüpften. Schon kurz nach dem Mauerfall schmiedeten die beiden Landräte Norbert Kerkel (Miesbach) und Christian Otto (Zwickauer Land) den Rahmen für eine Partnerschaft zwischen West und Ost. 1990 wurde sie dann offiziell besiegelt. Um sie auch mit Leben zu erfüllen, wurden die Politiker nicht müde, bei Bürgern und Vereinen um gegenseitige Besuche zu werben.

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Geblieben ist davon nicht mehr viel. Der letzte Hinweis auf die Partnerschaft geht auf das Jahr 2015 zurück, teilt Landratsamtspressesprecher Birger Nemitz auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Damals habe die stellvertretende Landrätin Ingrid Pongratz die Kreisverwaltung um einen Zuschuss für ein Weißwurstfrühstück mit Gästen aus Zwickau beantragt. Ausgezahlt wurde das Geld zwar nicht, zum Stammtisch zwischen dem Schützengau Holzkirchen und den Rödelbachtaler Schützen aus Sachsen kam es dennoch. Dann aber kehrte – zumindest auf offizieller Ebene – Ruhe ein im Austausch zwischen Oberland und Westsachsen. „Die Partnerschaft ist wohl eingeschlafen“, vermutet Nemitz. Formell beschlossen sei sie eh nie gewesen. Heißt: Sie muss damit auch nicht offiziell geschieden werden.

Dass sie auch zu ihrem 15-jährigen Bestehen schon etwas Anschub brauchte, zeigt ein Schreiben, das Kerkel und Otto anlässlich des Jahrtags „15 Jahre Deutsche Einheit“ 2005 an die Vereine und Organisationen in ihren Landkreisen aussandten. Verbunden mit dem Aufruf, die Partnerschaft mit dem Austausch von Besuchergruppen zu stärken. „Sachsen, insbesondere das Zwickauer Land, ist eine Reise wert“, schwärmte Kerkel. „Ich möchte alle dazu ermuntern, den geplanten Vereinsausflug oder die Wochenendreise einmal dorthin zu unternehmen.“

30 Jahre nach Mauerfall: Partnerschaft zwischen Miesbach und Zwickau eingeschlafen

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Der Landrat selbst machte aus seiner Begeisterung für den Landkreis in Westsachsen kein Geheimnis. Bei vielen Besuchen seien ihm Land und Leute ans Herz gewachsen, und er habe auch die „enorme Aufbau-Leistung nach der Wende“ mitverfolgen können. „In dieser Zeit sind viele Freundschaften geknüpft worden, die uns alle ein Stück näher gebracht haben“, so Kerkel.

Als Höhepunkt der Beziehungen gilt unumstritten die große Unterstützung der Miesbacher für den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe im August 2002. Mehr als 160 000 Euro spendeten die Leser der Heimatzeitung in der in Kooperation mit der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee gestarteten Aktion „Der Landkreis hilft“. Damit unterstützten sie die Zwickauer bei der Beseitigung der Schäden in Höhe von mehr als 40 Millionen Euro, die die über die Ufer getretene Mulde an Wohnhäusern, Betrieben und Infrastruktur angerichtet hatte. Auch die Singvereinigung Miesbach war daran beteiligt. Und auch später pflegten die Chormitglieder Freundschaften nach Zwickau.

Von offizieller Seite her scheinen die Beziehungen aktuell wieder auf dem Stand von vor dem Mauerfall zu sein. Man weiß voneinander, steht aber nicht in Kontakt. Deutlich reger gestaltet sich hingegen die bereits 1985 geschlossene Partnerschaft des Landkreises mit dem englischen Tewkesbury. Hier gibt es immer wieder Treffen – und vehemente Absichtsbekundungen auf beiden Seiten, die Beziehung auch nach einem möglichen Brexit aufrechtzuerhalten.

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