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Der Kreisvorstand der SPD: (v.l.) Uli Mehrer, Gabi Falkenberg, Thomas Danzer, Vorsitzendem und Direktkandidat Hannes Gräbner, Joyce Mariel, Verena Schmidt-Völlmecke, Robert Kühn, Christine Negele und Bruno Peetroons.

Unterbezirksparteitag im Darchinger Hof

Landkreis-SPD: „Wir müssen um jede Stimme kämpfen“

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Miesbach - Die SPD will sich im Wahlkampf um jede einzelne Stimme bemühen – dessen waren sich die Mitglieder beim Unterbezirksparteitag einig. Genauso wie bei der Neuwahl des Vorstands. 

Brexit, AfD-Aufschwung und US-Wahl – beim Unterbezirkstag der SPD im Darchinger Hof sprach der Bezirksvorsitzende und Direktkandidat des Wahlkreises Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach für die Bundestagswahl, Hannes Gräbner, von einem verrückten politischen Jahr. Die Kreis-SPD will der „Welle des Populismus“ entgegenwirken. 

Die Gesichter des Populismus sind für Gräbner allen voran der angehende US-Präsident Donald Trump und die AfD. „Die USA sind Gott sei Dank nicht Deutschland“, sagte der 48-Jährige aus Holzkirchen. „Dennoch gibt es Anknüpfungspunkte.“ Genauso wie die Trump-Unterstützer fühlten sich auch AfD-Wähler von Medien und Politik nicht repräsentiert. „Vielen geht es nur um Protest.“ Es gelte, gegen die soziale Spaltung, Rassismus und antidemokratisches Gedankengut vorzugehen. „Dazu brauchen wir eine starke SPD.“ 

Im Bundestags-Wahlkampf, dessen ist sich Gräbner bewusst, wird es für die Sozialdemokraten auf jeden einzelnen Wähler ankommen. „Wir müssen um jede Stimme im Landkreis und auch in Deutschland kämpfen.“ Dass die derzeitige Situation keine einfache ist, weiß auch der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel, der seine Genossen im Unterbezirk besuchte. „In 150 Jahren Sozialdemokratie hat sich gezeigt, dass Terror-Zeiten für unsere Partei immer schlecht sind.“ Rechte würden diese Vorkommnisse für ihre Zwecke nutzen. „Wir müssen für Vernunft eintreten und gleichzeitig unser Gesicht wahren“, forderte der Abgeordnete, der heuer nicht mehr antritt

Ausschlaggebend für den Rechtsruck in der Bevölkerung sei keineswegs nur die Bedrohung durch den Terrorismus. Politische und wirtschaftliche Macht würden sich immer mehr konzentrieren. „Diese Ohnmacht und Angst um die eigene Zukunft spalten die Gesellschaft.“ Kernaufgabe der SPD sei es deshalb, dieser Zweiteilung entgegenzuwirken. 

Einigkeit offenbarte die turnusgemäße Neuwahl des Unterbezirksvorstands. Einstimmig sprachen sich die 20 Anwesenden für Gräbner als Vorsitzenden aus, seine Stellvertreter bleiben Thomas Danzer, Lena Molitor und Robert Kühn. Uli Mehrer geht in eine weitere Amtszeit als Kassier, Gwenny Kalch hingegen gibt ihr Amt als Schriftführerin ab. Ihre Nachfolgerin ist Joyce Mariel. Änderungen gab es auch bei den Beisitzern: Zu Christine Negele, Barbara von Miller und Hans Pawlovsky gesellen sich künftig Verena Schmidt, Gabi Falkenberg und Bruno Peetroons.

Wer ist ihr Favorit als Kanzlerkandidat der SPD?

Jakob Falkenhahn (21) aus Holzkirchen

„So, wie es derzeit läuft, kann es nicht weitergehen. Die Basis wird komplett ignoriert. Deswegen wünsche ich mir Martin Schulz als Kanzlerkandidaten für die SPD, er ist ein Politiker mit Profil. Sigmar Gabriel stellt für mich keine Option dar.“


„Mir wäre Martin Schulz am liebsten, ich halte ihn für kompetent. Er ist geradliniger und geht nicht so mit dem Wind, wie Sigmar Gabriel das vielleicht tun würde. Ich denke, Schulz ist der bessere Kandidat, denn er ist sowohl intelligent als auch fähig.“


„Ich wünsche mir Martin Schulz als Kanzlerkandidaten. Er kommt bei der Bevölkerung gut an und würde der Partei 15 Prozent aufwärts bringen. Sigmar Gabriel hätte es ja schon einmal werden können. Ich halte Schulz aber für die bessere Alternative.“



„Mir wäre Martin Schulz lieber, es wird aber wohl Sigmar Gabriel. Ich glaube nicht, dass Gabriel gegen Merkel eine Chance hat, denn er legt sich nicht fest. Schulz dagegen verfügt über ein gesundes Wissen und ist durch seine Europapolitik bekannt.“



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