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Der Mietvertrag für die Traglufthalle in Holzkirchen (im Bild) endet zum 30. April, spätestens dann muss die Unterkunft komplett geräumt sein.

Zwei Großprojekte und einige Dauerbrenner

Landrat erklärt, was uns 2017 im Landkreis erwartet

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Landkreis - Der Flüchtlingsstrom ist 2016 abgeebbt, der Landkreis kann daher zumindest ein bisschen aufatmen. Dafür stehen 2017 zwei neue Großprojekte an. Und Landrat Wolfgang Rzehak hat noch mehr vor.

Am Thema Asyl führte 2016 kaum ein Weg vorbei im Landkreis Miesbach. „Das Jahr war geprägt von Notfallmaßnahmen“, sagt Landrat Wolfgang Rzehak. Jetzt, wo die Zuweisungen von Flüchtlingen zurückgegangen seien, sei zumindest die Brisanz nicht mehr ganz so groß. Trotzdem sind Landratsamt, Kommunen und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer auch 2017 stark gefordert. „Jetzt geht es an die Integration“, sagt Rzehak.

Obwohl die Asylproblematik viele Kapazitäten gebunden hat, ist die Kreisverwaltung im alten Jahr bei zwei Großprojekten gut vorangekommen. Eines davon betrifft die Behörde selbst: der Ersatzbau für die alte Landwirtschaftsschule an der Münchner Straße in Miesbach. Büros für rund 200 Mitarbeiter werden in dem neuen Haus entstehen. Nachdem der Kreistag das 15,5 Millionen Euro teure Vorhaben einstimmig auf den Weg gebracht hat, will Rzehak 2017 „Nägel mit Köpfen“ machen. In engem Austausch mit der Stadt Miesbach soll eine Arbeitsgruppe die Grundlagen für Architektenwettbewerb und Bebauungsplan schaffen, damit der Bau wie geplant 2019 starten kann. „Wir wollen hier zügig vorangehen“, kündigt der Landrat an.

Einen Schritt weiter ist der Landkreis bei seinem zweiten Millionenprojekt: der Erweiterung und Generalsanierung der Anton-Weilmaier-Schule in Hausham. Mit Baukosten in Höhe von 15,2 Millionen Euro sind der neue Gebäudeflügel und die energetische Aufrüstung des Bestands nur unwesentlich billiger als der Ersatzbau für das Landratsamt. Allerdings hat die Regierung von Oberbayern bereits einen Zuschuss in Höhe von 6,9 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im April soll laut Rzehak der Spatenstich gesetzt werden. 2019 werde auch der zweite Bauabschnitt abgeschlossen und die Schüler könnten ihre neuen Klassenzimmer beziehen. Ein freudiger Moment für den Landrat, dem das Förderzentrum sehr am Herzen liegt, wie er sagt: „Unser Bildungslandkreis besteht nicht nur aus Gymnasien.“

Dass der Kreis beide Bauprojekte ohne Neuverschuldung schultern kann, führt Rzehak auf die „disziplinierte Planung“ der Kämmerei und des Runden Tisches Haushalt zurück. Auch die versprochene Senkung der Kreisumlage von 55 auf 54 Prozentpunkte werde man 2017 umsetzen können. Den entsprechenden Beschluss soll der Kreistag Anfang des Jahres fällen. Die Kommunen dürfen sich also über eine finanzielle Entlastung freuen – auch wenn der Landkreis im Vergleich zum oberbayerischen Durchschnittswert von 48,6 Prozentpunkten auch 2017 noch ordentlich zugreift.

Um dem Ausverkauf von Landschaftsschutzgebieten Einhalt zu gebieten, wird im kommenden Jahr die vom Kreistag beschlossene Arbeitsgruppe erstmals tagen. Ziel ist es, einheitliche Kriterien für künftige Herausnahmeanfragen zu erarbeiten. Der Landrat räumt dem Gremium allerdings eher geringe Erfolgschancen ein. „Eine Abwägung je nach Einzelfall wird sich auch in Zukunft nicht vermeiden lassen“, sagt Rzehak. „Ein Regelkatalog ersetzt nicht das Gewissen eines jeden Kreisrats.“

Vorerst auf Gespräche beschränkt bleibt das Thema Verkehr. Ende Januar wird das nächste Treffen in Sachen Halbstundentakt im Bahnverkehr stattfinden. „Wir sind alle gewillt, eine Lösung zu finden“, betont Rzehak. Auch die Zukunftswerkstatt Mobilität werde sich weiter Gedanken machen, wie man mit einfachen Mitteln für Entlastung auf den Straßen sorgen kann. Von großen Maßnahmen wie Umgehungsstraßen hält der Landrat nicht viel – nicht nur weil sie teuer und kompliziert sind. „Für mich ist das mehr ein Placebo.“ Seinen Kritikern, die behaupten, er setze als Grüner Landrat nicht genug Akzente, begegnet Rzehak selbstbewusst: „Auch eine nachhaltige Finanzplanung ist Grüne Politik.“

Neues zum Abbau der Traglufthallen

Die Tage der Traglufthallen im Landkreis Miesbach sind gezählt. Wie berichtet, sollen sie 2017 abgebaut werden. Auf Nachfrage nennt das Landratsamt Miesbach nun konkrete Daten: So endet der Mietvertrag für die Traglufthalle in Holzkirchen (im Bild) zum 30. April, spätestens dann muss die Unterkunft komplett geräumt sein. Für die Halle am Birkenmoos in Rottach-Egern läuft der Vertrag zum 28. Februar aus. Während in der Marktgemeinde derzeit noch 173 Flüchtlinge in der Halle leben, sind es am Tegernsee 87. „Die Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten hat nach wie vor Priorität“, teilt Gerhard Brandl, stellvertretender Pressesprecher des Landratsamtes, mit. Aktuell seien noch gut 100 Plätze erforderlich, um alle Hallenbewohner ordnungsgemäß unterbringen zu können.

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