Die Ausweisung des Wasserschutzgebiets Thalham-Reisach-Gotzing hat für viel Kritik aus Politik und Bevölkerung gesorgt.
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Die Ausweisung des Wasserschutzgebiets Thalham-Reisach-Gotzing hat für viel Kritik aus Politik und Bevölkerung gesorgt.

Wasserschutzgebiet Thalham-Reisach-Gotzing

Landrat stellt Verfahren im Frühjahr 2021 in Aussicht

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Seit seiner Wahl im März dieses Jahres ruhen die Hoffnungen auf Landrat Olaf von Löwis (CSU), das ausgesetzte Verfahren zur Ausweitung der Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing nicht nur fortzusetzen, sondern auch wieder zu versachlichen.

Ein Auftrag, der dem neuen Landrat wohl bewusst ist. „Mein Ziel ist es, das Thema wieder auf eine sachliche Ebene zu bringen“, sagt Löwis auf Nachfrage unserer Zeitung. „Phasenweise war es sehr emotional.“

Löwis, der sich – nicht zuletzt wegen Corona – noch ins Thema einarbeiten muss, will alle Beteiligten an einen Tisch bringen und dazu Gespräche mit ihnen führen – auch mit den Stadtwerken München, dem Umweltministerium und dem Landesamt für Umwelt.

Verfahren im November 2018 ausgesetzt

Seit dem Erörterungstermin im September 2018 steht das Verfahren in der Warteschleife. Die Art der Verfahrensführung hatte unter anderem dem damaligen Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) den Vorwurf eingebracht, nicht ergebnisoffen zu prüfen. In der Folge hatten vier betroffene Grundstückseigentümer erfolgreich eine Petition im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags eingereicht mit dem Ziel, das Verfahren zur Ausweisung einer Wasserschutzzone im Mangfalltal zu stoppen. Zwischenzeitlich hatte Rzehak im November 2018 das Verfahren ausgesetzt.

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Der damalige Leiter der Abteilung Umwelt, Thomas Eichacker, der das Verfahren maßgeblich betreut hatte, war im Mai 2019 ausgeschieden und ins Umweltministerium gewechselt. Für ihn kam im Dezember 2019 mit Sebastian Schuh ein Nachfolger ans Landratsamt, der sich ausschließlich um das Verfahren zur Ausweisung der Wasserschutzzone Thalham-Reisach- Gotzing kümmern soll.

Für Löwis ist die Doppelstellung als von den Bürgern gewählter Landrat und Leiter des Landratsamts als Untere Staatsbehörde schwer zu vereinbaren. „Dennoch will ich ein faires Verfahren einleiten.“ Über den Winter will er Gespräche führen, so dass im Frühjahr vielleicht das Verfahren weitergehen könne. „Gott sei Dank stehen wir nicht unter Zeitdruck.“

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