Landrat Olaf von Löwis verteidigt die Maskenpflicht an Grundschulen
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Landrat Olaf von Löwis verteidigt die Maskenpflicht an Grundschulen.

Pro Maskenpflicht an Grundschulen

Landrat Olaf von Löwis: „Ich falle nicht um, außer ich werde von oben geschubst“

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Im Landkreis Miesbach herrscht seit gestern Maskenpflicht an Grundschulen – anders als etwa in der Landeshauptstadt München und dem Landkreis Ebersberg. Warum Landrat Olaf von Löwis (65, CSU) diesen Weg eingeschlagen hat, erklärt er im Interview.

Herr von Löwis, für Eltern ist es schwer zu akzeptieren, dass bei uns Maskenpflicht gilt, woanders aber nicht. Was sagen Sie dazu?

Mir geht es darum, den Präsenzunterricht und die Betreuung in den Kindertagesstätten so lange wie möglich zu gewährleisten. Das ist unser Ziel. Das ist unser aller Ziel in der Koordinierungsgruppe. Dafür war aber die Maskenpflicht an Grundschulen unverzichtbar. Sonst hätten wir die Klassen teilen müssen – eine Hälfte geht zur Schule, die andere ins Homeschooling. Natürlich haben wir mit unseren vier Ärzten im Team auch die gesundheitlichen Aspekte der Masken besprochen. Dabei wurde einhellig festgestellt, dass sie nicht gesundheitsbedenklich sind. Nur in ganz wenigen Fällen werden deshalb Ausnahmen erteilt.

Anders in Ebersberg...

Die Verordnung gibt uns ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50 die Maskenpflicht an Grundschulen vor, außer es liegen Ausnahmetatbestände wie ein örtlich abgrenzbares Infektionsgeschehen vor. Dies ist bei uns aber mit unseren in der Fläche aufgetretenen Infektionen nicht der Fall. Wir sind ja eh schon etwas abgewichen, weil für Präsenzunterricht 1,5 Meter Abstand gefordert wird. Wir fordern nur die Maske, gewährleisten dafür aber Präsenzunterricht.

Sie fallen also nicht um bei der Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts?

Nein, ich falle nicht um – außer ich werde von oben geschubst, und dann unter großem Protest. Ich halte am Präsenzunterricht fest, weil alles andere für die Eltern nicht gangbar ist. Bei den Kitas wären bei einer Inzidenz von über 50 eigentlich auch kleinere Gruppen gefordert, aber das ist aus unserer Sicht nicht nötig. Zudem sind berufstätige Eltern nicht in der Lage, die Kinder zu betreuen.

Bekommen Sie eigentlich viele Zuschriften?

Ja, einige, ein paar Dutzend. Kritische, aber mindestens gleich viele positive mit Lob, dass wir Präsenzunterricht und Kinderbetreuung erhalten. Ich verstehe auch, wenn Kritik emotionaler ausfällt. Aber wir müssen auch rigoros vorgehen. Wir wollen einen zweiten Lockdown so lange wie möglich verhindern. Und es geht auch darum, die Nachverfolgbarkeit der Infektionsketten zu gewährleisten. Wir leben nicht in der Normalität, und das wird noch länger so sein.

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