+
Der Platz ist begrenzt: Im  geplanten Erweiterungsbau fürs Landratsamt (im Vordergrund das Hauptgebäude) muss mehr Bürofläche berücksichtigt werden.

Architekt muss mehr Bürofläche einplanen

Landratsamt braucht mehr Platz

  • schließen

Das Landratsamt benötigt für seinen Ersatzbau mehr Bürofläche als erwartet. Der Bedarf an Arbeitsplätzen ist von anfangs 346 auf inzwischen 378 gestiegen.

Landkreis– Das Raumprogramm für den Erweiterungsbau des Landratsamts stammt aus dem Jahr 2016. Damals bezifferte die Verwaltung den Bedarf im Ersatzbau mit 210 Arbeitsplätzen. Das wird für künftige Anforderungen nicht mehr ausreichen. Das Landratsamt geht inzwischen davon aus, im Ersatzbauweitere 19 Arbeitsplätze unterbringen zu müssen. Der Rest der insgesamt 378 Arbeitsplätze würde sich künftig aufs bestehende Hauptgebäude und die Außenstelle an der Münchner Straße (früheres Finanzamt) verteilen.

Mehrkosten von 1,2 Millionen Euro

Die erforderliche Anpassung des Raumprogramms, die Kreiskämmerer Gerhard de Biasio jetzt im Kreisausschuss präsentierte, bedeutet für den Landkreis Mehrkosten von rund 1,2 Millionen Euro. „Es wäre aber fatal, jetzt ein Gebäude zu planen, das beim Bezug schon wieder zu klein ist“, mahnte er. Einige Kreisräte mussten in der Sitzung aber dennoch erst von der Notwendigkeit der Flächenbedarfsanpassung überzeugt werden.

Er habe „schon ein bisserl Bauchweh“ damit, gestand beispielsweise Paul Fertl (SPD), dass die Festlegung auf ein Raumprogramm nach dreieinhalb Jahren schon wieder obsolet sei. Überdies müsse man ja auch berücksichtigen, dass der Trend inzwischen hin zum Homeoffice geht. Norbert Kerkel (FWG) wollte in diesem Zusammenhang wissen, wie sich der Mitarbeiterbedarf über 2024 hinaus entwickelt. In diesem Jahr soll das Gebäude in Betrieb gehen.

Derzeit 24 Mitarbeiter mit Tele-Arbeitsplatz

Der Kreiskämmerer wagte keinen verbindlichen Blick in die Zukunft, geht derzeit aber davon aus, dass mit der angegebenen Mitarbeiterzahl ein Scheitelpunkt erreicht ist. Einige Abteilungen wie etwa das Jugendamt werden weiterhin stark wachsen, andere wiederum schrumpfen. Überdies ist das Landratsamt derzeit dabei, seine Archive zu digitalisieren. Ab 2024 können Mitarbeiter somit auch viel leichter von zu Hause aus auf Unterlagen zugreifen. Derzeit gibt es nach Auskunft von Abteilungsleiterin Maria Rode 24 Mitarbeiter mit Tele-Arbeitsplatz. „Es werden aber immer mehr, und wir bewerben diese Form der Arbeit auch intensiv“, berichtete sie. Dennoch: Die Raumplanung sieht derzeit vor, dass jeder Angestellte im Landratsamt auch seinen eigenen Schreibtisch hat – es sei denn, er teilt sich seinen Arbeitsplatz mit einer anderen Person.

Jens Zangenfeind (FWG) regte an, den Neubau so flexibel zu planen, dass später Teilbereiche abgetrennt oder anders genutzt werden können. Eine ähnliche Variante hatte zuvor schon de Biasio ins Spiel gebracht: „Wenn unsere Prognosen nicht eintreffen, können wir einzelne Räume später immer noch an Tochterunternehmen des Landkreises vermieten.“

Flexible Nutzung der Räume möglich machen

Der Kreisausschuss stimmte der Flächenbedarfsanpassung schließlich einstimmig zu – auf Vorschlag von Martin Walch (SPD) verbunden mit der Auflage, dass später eine flexible Nutzung der Räume möglich sein muss. Die Anforderung geht nun an den Architekten, der in Kürze mit der Planung des Gebäudes beginnt. Der Zuwachs an Bürofläche geht übrigens nicht zulasten der 26 in der Nachbarschaft geplanten Wohnungen, wie der Kreiskämmerer in der Sitzung versicherte. Der Grundriss bleibt gleich. Allerdings seien die Möglichkeiten im Gebäude damit endgültig ausgereizt. „Mehr“, so de Biasio, „geht nicht.“

sh

Stets aktuelle Nachrichten aus der Region lesen Sie unter www.miesbacher-merkur.de.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fasten für das Klima: Klimafreundlich Essen geht in nächste Runde
CO2-sparend essen ohne auf viel verzichten zu müssen – wie das geht, will die Aktion Klimafreundlich Essen zeigen. Die Neuauflage heuer soll den Erfolg vom Vorjahr …
Fasten für das Klima: Klimafreundlich Essen geht in nächste Runde
Darum hat ein Haushamer ein Kochbuch geschrieben, das er nicht verkauft
Markus Schmidbauer hat vier Jahre lang Rezepte gesammelt, Bilder von Gerichten geschossen und ein Kochbuch mit mehr als 200 Seiten geschrieben. Verkaufen will er es …
Darum hat ein Haushamer ein Kochbuch geschrieben, das er nicht verkauft
Pfarrer Sergel hat seine Gemeinde durchleuchtet und Interessantes herausgefunden
Die evangelische Kirchengemeinde Miesbach hat ihre Mitglieder statistisch durchleuchtet. In unserem Gespräch erklärt Pfarrer Erwin Sergel, welche Überraschungen er dabei …
Pfarrer Sergel hat seine Gemeinde durchleuchtet und Interessantes herausgefunden
Bürgermeisterkandidat Florian Hupfauer: Wer seine Heimat liebt, macht sie besser
Florian Hupfauer kandidiert 2020 für das Miesbacher Bürgermeisteramt. Sein Lebensmittelpunkt war und ist immer in Miesbach und somit konnte er seit seiner frühesten …
Bürgermeisterkandidat Florian Hupfauer: Wer seine Heimat liebt, macht sie besser

Kommentare