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Der Spiralschacht in Thalham.

Landratsamt erlässt Bescheid

Stadtwerke dürfen für weitere 30 Jahre Trinkwasser fördern

Landkreis - Die Stadtwerke München können weitere 30 Jahre die Trinkwassergewinnungsanlage Thalham-Nord nutzen. Die bewilligte Menge beträgt 680 Liter pro Sekunde. Der Bescheid ist noch im alten Jahr ergangen. Die Veröffentlichung steht noch aus.

Der Brunnen Thalham-Nord ist nur ein vergleichsweise kleiner Baustein in den Tätigkeiten der Stadtwerke München im Kreis Miesbach. Bekanntlich gewinnt die Landeshauptstadt deutlich mehr des kostbaren Guts in der Grundwasserfassung Reisach. Und zur Stromgewinnung zapfen sie umfangreich Mangfall, Schlierach und Leitzach an.

Und doch verdient es Beachtung, wenn die Stadtwerke eine neue wasserrechtliche Bewilligung bekommen. Diese ist nun für den Brunnen Thalham-Nord in trockenen Tüchern. Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt, ist der Bescheid noch im alten Jahr erlassen worden. Fehlt noch die öffentliche Bekanntmachung via Amtsblatt. Dann ist er rechtsgültig, und dann können Betroffene unter Umständen auch den Klageweg dagegen beschreiten.

Für die Stadtwerke selbst dürfte es dazu keinen Anlass geben. Denn sie haben die beantragte Entnahmemenge von 680 Litern pro Sekunde bewilligt bekommen. Ein theoretischer Wert. Denn der Brunnen soll künftig nur noch als Ausfallsicherung für die Reisachfassung betrieben werden. Der wesentliche Unterschied der beiden Anlagen: In Thalham-Nord muss gepumpt werden, was gleichbedeutend mit Energieverbrauch ist. Im Reisacher Wasserschlössl läuft das Nass von selbst in die Leitung – bis nach München.

Dass jetzt Thalham-Nord genehmigt ist, findet der Vorsitzende des Vereins der Wasserschutzzonen-Geschädigten, Lorenz Hilgenrainer, vor dem Hintergrund des laufenden Verfahrens zur Ausweisung einer Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing unterdessen „enttäuschend“. Er hätte sich gewünscht, dass das Gesamtpaket der Münchner Trinkwasserversorgung auf den Prüfstand kommt, bevor einer Bewilligung ergeht. Ähnlich sieht das Alexander Bronisch, Zweiter Vorsitzender des Vereins „Unser Wasser“, auch wenn für ihn der Schritt des Landratsamts „nicht überraschend“ kommt. Nun gelte es, nähere Informationen beziehungsweise Akteneinsicht zu bekommen.

Daniel Krehl

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