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Lang ersehntes Heimspiel: Freies Landestheater bringt „Anatevka“ auf die Bühne

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Von: Katrin Hager

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Fiedler auf dem Dach: Im Schtetl Anatevka hadert Milchmann Tevje mit den Auserwählten seiner Töchter. Das Musical in der Inszenierung des Freien Landestheaters (Szenenbild) ist morgen in Miesbach zu sehen.
Fiedler auf dem Dach: Im Schtetl Anatevka hadert Milchmann Tevje mit den Auserwählten seiner Töchter. Das Musical in der Inszenierung des Freien Landestheaters (Szenenbild) ist morgen in Miesbach zu sehen. © Freies Landestheater Bayern

Zum vierten Mal nimmt das Freie Landestheater Bayern mit dem Musical „Anatevka“ Anlauf auf die Bühne im Waitzinger Keller. Die Pandemie hat Spuren hinterlassen.

Update Donnerstag, 17.30 Uhr:

Die Vorstellung von „Anatevka“, die um 19 Uhr im Waitzinger Keller beginnen sollte, ist abgesagt worden. Das bestätigt soeben Kulturamtschefin Isabella Krobisch auf Anfrage des Miesbacher Merkur.

Ursprünglicher Bericht vom 3. November:

Miesbach – Dreimal musste die bereits angesetzte Premiere verschoben werden – nun soll die Vorstellung im vierten Anlauf endlich klappen: Am Donnerstag, 4. November 2021, will das Freie Landestheater Bayern (FLTB) in seinem Stammhaus, dem Waitzinger Keller in Miesbach, endlich das Musical „Anatevka“ präsentieren. Nicht mehr als Uraufführung, die aus Termingründen nun am 15. Oktober in Karlsfeld bereits stattgefunden hat. Aber als lang ersehntes Heimspiel.

Für das Ensemble mit rund 70 Mitwirkenden – teils Profis, teils Laien – waren die Absagen ein herber Schlag. Monatelange Arbeit: umsonst. Spurlos ist das nicht an der Inszenierung vorübergegangen, wie Rudolf Maier-Kleeblatt auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. „Wir mussten einiges umbesetzen“, berichtet der Intendant. Auf der Bühne, aber auch dahinter. „Helfer und Maskenbildner sind Mangelware“, sagt Maier-Kleeblatt. Warum? „Teils gibt es riesige Ängste, sich anstecken zu können. Aber die meisten haben sich beruflich etwas anderes gesucht, auch unter den Musikern.“ Er kann das nachvollziehen. Wer abhängig vom Kulturbetrieb war, musste sich und seine Familie während der langen Lockdowns mit Alternativen über Wasser halten. Nicht wenige blieben zumindest bis auf Weiteres bei neuen Tätigkeiten – oder finden kaum Zeit, daneben ihre Fertigkeiten weiter täglich so intensiv wie nötig zu üben. „Es war auch vor Corona schon schwierig“, sagt Maier-Kleeblatt. Aber die Pandemie hat die Lage verschärft.

„Würde sonst das Aus bedeuten“

Das FLTB plagen immerhin wegen der Pandemie keine existenziellen Sorgen, das weiß der Intendant sehr zu schätzen. „Unsere Geldgeber, der Bezirk, der Landkreis, die Stadt Miesbach und die Marktgemeinde Holzkirchen, unterstützen uns weiter, das war auch keine Diskussion“, sagt Maier-Kleeblatt. „Dafür sind wir sehr dankbar, das würde sonst das Aus bedeuten.“ Auch die Mitwirkenden haben Anteil daran, dass es das FLTB weiter gibt: „Sie haben uns massiv unterstützt und auf ihre Honorarforderungen verzichtet.“

Trotzdem sind die Verluste durch den Ausfall von rund eineinhalb Jahren herb für das FLTB. „Wir müssen zwei Drittel unseres Budgets durch Kartenverkäufe und Gastspiele erwirtschaften.“ anders als große Einrichtungen wie etwa die Münchner Staatsoper, die zu einem deutlich größeren Anteil öffentlich finanziert werden. Insofern sind Maier-Kleeblatt und sein Team froh, dass sie nun wieder auftreten dürfen – und können nur hoffen, dass das auch so bleibt.

Nach zweiter Anatevka-Absage: „Der Frust ist jetzt noch größer“

Die nächste Produktion ist schon in Arbeit: „Das Land des Lächelns“ soll am 12. März 2022 in Miesbach Premiere feiern. Nun freut sich das Ensemble um Maier-Kleeblatt, der auch musikalischer Leiter ist, aber erst mal aufs Heimspiel mit „Anatevka“. Seit Wochen wurde intensiv geprobt, damit wieder alles sitzt.

Karten für die Vorstellung von „Anatevka“ am Donnerstag, 4. November 2021, um 19 Uhr im Waitzinger Keller gibt es noch unter 0 80 25 / 7 00 00.

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ag

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