Himmlisches Langlaufvergnügen: Die Loipe in Wall ist bestens präpariert.
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Himmlisches Langlaufvergnügen: Die Loipe in Wall ist bestens präpariert.

Nach Neuschnee vielerorts gute Bedingungen

Langlaufen im Landkreis Miesbach: Diese Loipen sind trotz Lockdown gespurt

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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  • Sebastian Grauvogl
    Sebastian Grauvogl
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Weitere Ausflugsfahrten fallen coronabedingt flach im Landkreis Miesbach. Umso erfreulicher, dass dank der jüngsten Schneefälle die Langlaufloipen flächendeckend gespurt wurden.

  • Nach den jüngsten Schneefällen sind viele Langlaufloipen im Landkreis Miesbach gespurt.
  • Gerade im Corona-Lockdown eine tolle Gelegenheit für wohnortnahen Wintersport.
  • Die Bedingungen der Loipen unterscheiden sich aber je nach Schneemenge.

Landkreis – Wie festgetackert lag die Luftmassengrenze am Donnerstag über Deutschland. Eine Art Wetterscheide, die zu einer höchst ungewöhnlichen Schneeverteilung führen sollte. Während es im Südwesten einen guten halben Meter Neuschnee gab, blieb es im Nordosten bei wenigen Zentimetern. Die Trennlinie verlief dabei quasi genau über dem Landkreis Miesbach. Das werden vor allem die Langläufer spüren, die sich am Wochenende auf den nun weitgehend gespurten Loipen austoben wollen.

Schaut man in den Schneebericht auf den Internetseiten der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) und der Tegernseer Tal Tourismus (TTT) GmbH, zeigt sich ein aus Wintersportsicht sehr erfreuliches Bild. In so gut wie allen Gemeinden sind Loipen in Betrieb. Da wegen der 15 Kilometer-Radius-Regel im Corona-Lockdown nur wohnortnahe Strecken in Frage kommen, ist dies eine sehr gute Nachricht. Der Zustand der einzelnen Loipen schwankt aber: von „bedingt befahrbar“ bis „sehr gut“. Die Ursache: die höchst unterschiedlichen Schneehöhen.

Die Loipen in Holzkirchen und Hartpenning

Am meisten zaubern mussten die Spurexperten demnach im Norden und Osten des Landkreises. Nordische Skisportler können hier vor allem Hartpenning ansteuern. Die dortige Loipen werden als „gut“ beschrieben. Nur bedingt befahrbar sind die Holzkirchner und die Roggersdorfer Runde. Beste Bedingungen herrschen derweil rund um Wall (siehe Foto).

Langlaufen in Fischbachau, Bayrischzell, Schliersee, Hausham und Miesbach

In Fischbachau sind laut Tourist-Info zwar alle Loipen präpariert, die klassischen Varianten sind jedoch wegen des wenigen und teils auch verwehten Schnees an einigen Stellen unterbrochen. Selbst in der Langlaufhochburg Bayrischzell geht’s noch nicht überall. Die Loipen im Ursprungtal ab Stockerparkplatz ins Kloo-Aschertal, zur Bäckeralm sowie die Nesslerrunde sind für Klassik und Skating frisch gespurt und sehr gut fahrbar, heißt es im Schneebericht. In Geitau und im Ort Bayrischzell läuft’s hingegen noch nicht. Schliersee vermeldet mit Ausnahme von Fischhausen gute Bedingungen, sogar die Verbindung vom Kirchbichl nach Hausham ist geöffnet. Die dortige Sportplatzloipe scheint wohl ein Geheimtipp zu sein. Trotz nur zehn Zentimeter Schneehöhe wird der Zustand als „sehr gut“ beschrieben. Miesbach taucht im Schneebericht nicht auf. Hoffnung gibt’s trotzdem: FWG-Stadträtin Aline Brunner postete bei Facebook, die Loipen in Parsberg und in der Wies würden, sobald es möglich sei, präpariert.

Gute Bedingungen für Langläufer im Tegernseer Tal

Vom Schneefall begünstigt war das gesamte Tegernseer Tal. Insbesondere Bad Wiessee meldet im aktuellen Schneebericht der TTT auf sämtlichen Strecken: „Zustand sehr gut“. Sogar die Nachtloipe des kleinen Rundkurses am Sportplatz ist in Betrieb. „Bad Wiessee hat super Verhältnisse“, bestätigt Christine Miller von der TTT. Sowohl Freunde des klassischen Langlaufsports als auch Skater kommen hier auf ihre Kosten.

Auch in Gmund waren die Loipenfahrer nach den jüngsten Schneefällen unterwegs. Die Strecken „Gasslerrunde“, „Panoramablick“ und „Oedbergrunde“ stehen parat – allerdings ist hier nur Skating möglich, für eine klassische Spur reicht der Schnee derzeit nicht aus. In Kreuth sollten sich die Langläufer möglichst weit südlich halten. „Ab Wildbad Kreuth bis Glashütte geht alles“, sagt Miller.

Bleibt noch Rottach-Egern. Hier standen die Ampeln im Schneebericht gestern überraschenderweise bei sämtlichen Loipen auf Rot. Sogar bei der Suttenrunde hieß es; „nicht befahrbar“. Tatsächlich entspricht dies nicht den Tatsachen, wie Bürgermeister Christian Köck auf Nachfrage erklärt. Bereits seit zwei Wochen sei die Loipe auf der Sutten in Betrieb – und das bei besten Bedingungen. „Allerdings wollten wir das nicht proaktiv bewerben“, sagt Köck mit Blick auf den Lockdown, der bis vor Kurzem ja noch Ausflüge an den Tegernsee zuließ. Was die Loipen im Ort betrifft, so waren die bisher wegen der zu geringen Schneehöhe und dem lockeren Untergrund tatsächlich nicht gespurt. Für Freitagabend kündigte Köck aber an, dass man auch hier einen Versuch mit dem Spurgerät starten werde. Ob dann tatsächlich am Wochenende eine Strecke aufmacht, hänge davon ab, ob die Wiesen der Landwirte durch das Präparieren Schaden nehmen.

sg/gab

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