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Lobten das bürgerliche Engagement: (v.l.) Wolfgang Hampel, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim, Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Landrat Wolfgang Rzehak und Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser.

Viel Lob für Engagement der Bürger

Erfolgsgeschichte Leader: Wie geht es weiter mit dem EU-Zuschussprogramm?

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Den ländlichen Raum mit Bürgerbeteiligung stärken: Das ist das Ziel des EU-Förderprogramms Leader. Bei der Regionalkonferenz in Miesbach blickten die Akteure nun nach vorn.

Miesbach – In Sachen Überzeugungskraft macht einem Politiker selten jemand etwas vor. Das dachte sich auch der Feilnbacher Bürgermeister Anton Wallner. Einen Bergwerksschaustollen finanziell unterstützen, der noch dazu in der Nachbargemeinde Fischbachau steht? „Ich war der festen Meinung, dass wir so was nicht brauchen“, sagte Wallner. „Und dann habe ich mit Martin Schmid geredet.“ Der Vorsitzende des Barbaravereins Leitzachtal habe mit so viel Feuereifer über das Projekt gesprochen, dass der Funke auf ihn übergesprungen sei. Ende Mai haben Bad Feilnbach und Fischbachau nun den Förderbescheid für den Museumsstollen in Deisenried erhalten.

Nur ein Beispiel für viele, wie die Erfolgsgeschichte von Leader – das EU-Programm zur Förderung des ländlichen Raums – seit 1991 in der Praxis geschrieben wird: von unten nach oben. „Die Kommunen und ihre Bürger sind der Motor“, sagte Wolfgang Hampel, Leiter des koordinierenden Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim. Diejenigen, die vor Ort den Stift führen, haben sich am Freitag zur Leader-Regionalkonferenz Oberbayern-Süd unter dem Motto „Zukunft Land – Was Regionen erfolgreich macht“ im Waitzinger Keller in Miesbach getroffen. Um ihre Erfahrungen auszutauschen und bei den für die Bereitstellung der finanziellen Mittel verantwortlichen Politikern für ein weiteres Kapitel zu werben.

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Die lobten in ihren Grußworten durch die Bank die positiven Folgen von Leader für die Regionen. „Die Menschen vor Ort lieben ihre Heimat“, sagte etwa Landtagspräsidentin und CSU-Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner. „Nur sie können Ideen entwickeln, wie sich diese weiter entwickeln kann.“ Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz stellte die Bedeutung des Einsatzes und der Inspiration der Bürger heraus, und Landrat Wolfgang Rzehak nannte Leader als Beispiel für den Zusammenhalt und die Errungenschaften Europas: „Nur wer seine Heimat liebt, kann auch Europa lieben.“

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Gastbeiträge, die sich die Leader-Akteure gerne ins Vorwort des neuen Bands der Leader-Erfolgsgeschichte schreiben würden. Doch dazu brauchen sie zuerst das nötige Papier. „Das Engagement ist da, aber ganz ohne Geld geht es nicht“, sagte etwa Sebastian Wittmoser, Leader-Koordinator am AELF Rosenheim. Gleich mehrfach bauten die Vertreter der verschiedenen Lokalen Aktionsgruppen (LAGs) Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, in deren Haus Leader in Bayern angesiedelt ist, eine Rampe für den Startschuss der neuen Förderperiode ab 2020. Unterfüttert mit den Wünschen: mehr Geld und weniger Bürokratie.

Die Ministerin hielt den Spannungsbogen aber aufrecht. Im Fall eines Austritts Großbritanniens könnten Mittelkürzungen in der EU drohen. „Wir machen uns Sorgen, dürfen den Kopf aber nicht in den Sand stecken“, betonte Kaniber. Und sicherte ihre volle Unterstützung zu. „Wir werden alles daran setzen, um gut zu verhandeln und uns das Geld zu holen.“ Was die jetzt noch gestarteten Projekte anbelangt, müsse niemand Angst haben, am Ende „hinten runter zu fallen“, stellte die Ministerin klar. Beste Argumente für Brüssel seien aber die Erfolge von Leader in den Regionen. „Der ländliche Raum hat die Schlüsselposition, wenn wir über die Zukunft unseres Landes sprechen“, sagte Kaniber und appellierte an die Akteure: „Zünden Sie auch andere Menschen an, etwas für ihre Heimat zu tun.“

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Dass diese das längst tun, zeigten die vielen Erfahrungsberichten im Laufe der Konferenz. So schwärmte Anton Speer, Landrat von Garmisch-Partenkirchen, dass Leader in seinem Landkreis „voll eingeschlagen“ habe. LAG-Manager Martin Kriner räumte zwar einen gewissen Nachholbedarf ein, weil Garmisch-Partenkirchen erst in der aktuellen Förderperiode auf den Leader-Zug aufgesprungen sei, führte die derzeit 48 Projekte im Kreis aber vor allem auf das starke bürgerschaftliche Engagement zurück. Schon mit 1000 Euro könne man bei kleinen Maßnahmen großes bewirken. „Überall steckt viel Herzblut drin“, schwärmte Kriner.

Michael Pelzer, Vorsitzender der LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land, sah in Leader sogar die Blaupause für eine verstärkte Mitmach-Politik: „Der versammelte Sachverstand sitzt nicht zwangsläufig in einem gewählten Gremium.“ Sondern vielmehr bei den Bürgern selbst. Wie eben im Fall des Schaustollens beim Leitzachtaler Barbaraverein, lobte auch Pelzer: „Der brennt für die eigene Geschichte. Ein Traum.“

sg

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