Neues Fahrzeugkonzept

Leasen statt kaufen: Bauhof erneuert Fuhrpark

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Miesbach - Was bei vielen Autobesitzern längst üblich ist, macht jetzt auch der Miesbacher Bauhof. Er least seine Lkws und Unimogs - und hält damit seinen Fuhrpark aktuell. So sieht das Konzept aus.

Mit stumpfen Waffen kämpfen die Miesbacher Bauhofmitarbeiter bisweilen gegen Sträucher oder Schnee. Einige ihrer 15 Fahrzeuge sind technisch hoffnungslos veraltet. Um den Fuhrpark zu verjüngen und auch künftig auf dem aktuellen Stand zu halten, hat der Stadtrat nun ein Leasing-Modell auf den Weg gebracht.

Den Anfang machen ein Unimog und ein Lkw, die im Herbst durch neue Leasing-Fahrzeuge ausgetauscht werden. Die Vorteile gegenüber dem Kauf: kein einmaliger Anschaffungspreis, kaum Reparaturkosten und alle paar Jahre die neueste Technik. „Damit sind wir absolut flexibel“, warb Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) für das Modell, das aus dem Fahrzeugkonzept des Bauhofs heraus entwickelt wurde. Theoretisch könnten die Wagen demnach alle drei Jahre ersetzt werden.

Zu kurz, fand Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FWG). „Das Fahrzeugkonzept entstammt einer Zeit, in der es uns finanziell noch besser gegangen ist.“ Wegen der angespannten Haushaltslage sei es besser, die Fahrzeuge jeweils auf fünf Jahre zu leasen. „Da verlieren sie ohnehin am meisten an Wert“, sagte Lechner. Je nach Zustand könne er sich auch noch längere Laufzeiten vorstellen.

Sie werde sich nach den Konditionen erkundigen, versprach Pongratz. „Das Fahrzeugkonzept ist ja nicht in Stein gemeißelt“, betonte Bauhof-Referent Manfred Burger (Grüne). Und auch Franz Mayer (CSU) hob hervor, dass man jedes Fahrzeug bei Vertragsende auf den Tisch bekomme und dann individuell entscheiden könne, wie es damit weitergeht. Erhard Pohl (CSU) wies dabei darauf hin, dass man Kosten für Benzin und Unfallreparaturen herausrechnen müsse. „Sonst ist keine faire Bewertung möglich.“

Nicht nur die technische, sondern auch die personelle Ausstattung des Bauhofs sollte man unter die Lupe nehmen, sagte dagegen Markus Seemüller (FWG). „Durch modernere Fahrzeuge könnte ja auch der Bedarf an Mitarbeitern sinken.“ Deshalb regte er an, neben dem Fahrzeug- auch ein Personalkonzept zu erstellen. Eine Idee, mit der sich Bauhof-Referent Burger durchaus anfreunden konnte. So könne man in Zukunft prüfen, ob durch Ruhestand vakant gewordene Stellen nachbesetzt werden müssten. Man müsse aber auch darauf achten, dass es nicht zu einer Überlastung der Mitarbeiter kommt.

Über diese Frage wollte der Stadtrat auf Antrag von Seemüller nicht öffentlich beraten. Mit 13 zu elf Stimmen setzte sich der FWG-Mann mit dieser Anregung im Gremium durch. Deutlich geschlossener fiel das Votum für das Fahrzeugkonzept aus. Gegen eine Stimme brachte der Stadtrat das Leasing-Modell auf den Weg. Die Zeit der stumpfen Waffen ist für die Bauhof-Mitarbeiter damit bald vorbei.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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