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E-Carsharing in Miesbach? Für den Stadtrat ist das vorerst keine Option. 

Fischbachauer Bürgermeister stellt Projekt im Stadtrat vor

Lechner und Lechner ausgebremst: Fischbachauer E-Carsharing nichts für Miesbach?

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Einen Gastvortrag hat Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner im Miesbacher Stadtrat gehalten. Doch seinem E-Carsharing-Projekt konnten die Zuhörer nicht viel abgewinnen. 

Miesbach – Gleich zu Beginn machte der Gastredner klar: „Ich bin nicht gekommen, um Sie zu überzeugen.“ Vielmehr habe ihn Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FW) um einen Erfahrungsbericht zum E-Carsharing-Projekt Leitzachtal gebeten, schickte Fischbachaus Rathauschef Josef Lechner (CSU) seinen Ausführungen voraus. Diesem Wunsch komme er gerne nach.

Der Fischbachauer Bürgermeister startete mit einem kurzen Ausflug in die Geschichte. Bereits seit 2008 beschäftige sich seine Gemeinde mit der Energiewende. Seitdem sind etliche Projekte in den Bereichen Strom und Wärme entstanden. Die dritte Säule, den Verkehr, wolle man nun mit der Vermietung des Elektro-Kleinbusses an Einheimische und Gäste angehen. 6000 Euro schießt die Gemeinde pro Jahr für das Leasing des Fahrzeugs und die Bereitstellung der Buchungsplattform E-Wald zu – vorerst befristet für drei Jahre. Eingebettet sei das Pilotprojekt in ein Mobilitätskonzept, das zwei ausleihbare E-Autos für jeden der fünf Ortsteile vorsieht.

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Lechner machte keinen Hehl daraus, dass die Nachfrage seit dem Start im Januar eher verhalten war. Zwischen neun und 14 Buchungen pro Monat habe man gezählt. Rund die Hälfte davon seien dienstliche Fahrten von Rathausmitarbeitern gewesen. Dennoch stehe der Gemeinderat einstimmig hinter der Subvention, betonte Lechner. So gehe es nicht nur darum, eine Alternative für den in Fischbachau nur sporadisch vorhandenen öffentlichen Nahverkehr zu schaffen, sondern auch ein touristisches Alleinstellungsmerkmal. Und: „Für uns ist das ein wichtiges Signal an die Bürger, dass wir als Gemeinde die Energiewende vorleben.“

Auch für Miesbach hatte der Gastredner schon eine Vision entwickelt. Hier würde sich ein sogenanntes Quartierskonzept anbieten. Durch die Kompaktheit der Stadt wäre ein E-Carsharing-Fahrzeug gut zu Fuß erreichbar und könnte damit etliche Bürger zum Verzicht auf einen Zweitwagen anregen. Ladesäulen auf dem Marktplatz oder Gratis-Parkplätze könnten ein weiterer Anreiz sein.

Im Stadtrat schlug Lechner jedoch erst mal Skepsis entgegen. Einige sahen es nicht als Aufgabe einer Kommune, ein solches Projekt zu bezuschussen. „Für mich liegt der Mehrwert hier eher im ideologischen als im wirtschaftlichen Bereich“, sagte Erhard Pohl (CSU). Franz Mayer (CSU) warnte davor, sich die „Probleme einer Autovermietung ins Haus zu holen“, während Florian Ruml (FW) davon abriet, sich angesichts der angespannten Haushaltslage „einen weiteren Zuschussbetrieb ans Bein zu binden“.

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Stattdessen solle man das Geld lieber in die energetische Sanierung von Gebäuden stecken, empfahl Gerhard Braunmiller (CSU). „Ein E-Auto ist noch kein Beitrag zum Klimaschutz.“ Und Markus Seemüller (FW) riet, viel tiefer in das Thema Energiewende einzusteigen.

In vielen Wortbeiträgen schwang aber auch der Wunsch nach einer besseren Infrastruktur an Ladesäulen mit. „Die sollten wir zuerst auf Vordermann bringen“, fand Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD). Überdies sei es noch zu früh, aus dem erst seit drei Monaten laufenden E-Carsharing in Fischbachau Schlüsse zu ziehen. „Besuchen Sie uns doch in einem Jahr wieder“, sagte Fertl zu Josef Lechner.

Gern, meinte der Gastredner. „Ich hoffe, dass ich dann gute Nachrichten dabei habe.“ Einen Appell richtete Lechner aber schon jetzt an die Skeptiker im Stadtrat. „Irgendjemand muss einfach mal anfangen“, sagte er. Sein Namensvetter Michael Lechner stimmte ihm zu: „Wir sollten uns als Kreisstadt auf den Weg machen.“ Sein Lob an den Fischbachauer Bürgermeister kam dafür nicht ganz uneigennützig: „Der Name Lechner bürgt eben für Qualität“, feixte Michael Lechner. Die Retourkutsche von Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) folgte auf dem Fuß: „Das hängt aber vom Vornamen ab.“

sg

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