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Typisch für eine echte Grippe ist das plötzlich einsetzende Krankheitsgefühl mit Fieber, Halsschmerzen und trockenem Husten, begleitet von Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen.

Bisher 27 Influenza-Fälle

Legt die Grippewelle den Landkreis lahm?

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Landkreis - Plötzliche starke Gliederschmerzen und hohes Fieber – im Landkreis Miesbach gibt es seit Jahresbeginn 27 Fälle der Influenza. Von einer Grippewelle kann derzeit aber keine Rede sein.

Wolfram Kellers Apotheke ist dieser Tage wieder recht gut frequentiert. Husten, Schnupfen und Heiserkeit plagen so manchen Landkreisbürger und vermiesen ihm den Start ins neue Jahr. Die überwiegende Mehrheit der Erkrankten leidet dabei allerdings unter grippalen Infekten, also harmlosen Erkältungen. „Da sehen wir derzeit schon ein leicht erhöhtes Aufkommen“, informiert der Gmunder Apotheker-Sprecher. Das sei aber alles andere als extrem und bewege sich durchaus im üblichen Rahmen. Weder habe Keller in seiner Apotheke bislang einen Fall von echter Virusgrippe gehabt, noch habe er im Kollegenkreis von etwaigen Erkrankungen gehört.

Dem Landratsamt zufolge sind jedoch seit Jahresbeginn exakt 27 Fälle zu verzeichnen. Im Januar 2016 waren es lediglich acht. Dieser Anstieg könne laut Pressesprecher Birger Nemitz bedeuten, dass es tatsächlich mehr Fälle gibt. „Es kann aber auch bedeuten, dass die Ärzte öfter darauf untersuchen.“

So oder so ist diese Zahl für Wolfram Keller alles andere als beunruhigend. Selbst die 1500 bislang in ganz Bayern gemeldeten Fälle geben seiner Auffassung nach keinerlei Anlass zur Sorge. „Auf elf Millionen Einwohner gesehen ist das kein sehr hoher Wert“, sagt der Pharmazeut. Von einer Grippewelle oder Epidemie könne also nicht die Rede sein.

Dennoch, findet Keller, solle man den Tag nicht vor dem Abend loben. Insbesondere die Faschingszeit könne die Zahl der Fälle nämlich zügig nach oben schnellen lassen. „Wenn ein Gast das Virus in einen Faschingsball schleppt, kann er unheimlich schnell viele andere Menschen anstecken.“ Er rät deshalb, „eine Infektion nicht gerade herauszufordern“ und die üblichen Hygienemaßnahmen zu ergreifen. So lasse sich das Ansteckungsrisiko zumindest etwas minimieren.

Die Übertragung der Influenzaviren – in dieser Saison wurde laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim in Bayern bisher fast ausschließlich das Influenza-A-Virus nachgewiesen – erfolge ja überwiegend beim Sprechen, Husten und Niesen durch virushaltige Tröpfchen aus den Atemwegen. Aber auch über Hände und Gegenstände könne es zu einer Übertragung kommen, wenn die Influenzaviren an diesen haften. Die Klassiker seien etwa Türklinken, Computer-Tastaturen und Telefonhörer, weshalb eine sorgfältige Händehygiene ganz entscheidend ist, mahnt der Apotheker. „Immer einen kleinen Spender mit Desinfektionsmittel dabei zu haben, finde ich nicht verkehrt.“ Grundsätzlich rät Keller zu einer vernünftigen und ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse, zu regelmäßiger Frischluftzufuhr und angemessener Kleidung. So sei man zumindest gegen eine Erkältung gewappnet. Einen wirklich hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit den Influenzaviren gebe es über die Impfung hinaus nämlich nicht. „Man hat da wenig Chancen.“

ah

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