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Polizei stellt auf Digitalfunk um.

Letzte Testphase eingeleitet

Polizei im südlichen Oberbayern funkt jetzt digital

Landkreis - Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd funkt jetzt im modernen Digitalfunknetz. Die fast sechsjährige Arbeit der Projektgruppe neigt sich dem Ende entgegen.

„Chiemsee 1/1 an alle“, so sprach Polizeipräsident Robert Kopp alle Digitalfunknutzer der südbayerischen Dienststellen vor rund vier Wochen aus der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums in Rosenheim über die neue Technik an. Mit dem Schichtwechsel um 13 Uhr wurde der Schwenk vom Analog- auf den Digitalfunk erfolgreich vollzogen. Die ersten vier Wochen verliefen ohne jegliche Probleme, wie jetzt eine erste Bilanz zeigte. Die Beamten loben laut einer Pressemitteilung des Präsidiums die sehr hohe Netzabdeckung als eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem veralteten Analogfunk. Einsatzrelevante Bereiche, die im Rahmen der Tests als funktechnisch unterversorgt festgestellt wurden, werden noch im Rahmen von Feinjustierungs- und Optimierungsmaßnahmen nachverdichtet. Projektleiter Gerhard Schusser sprach seinen Kollegen ausdrücklich ein Lob aus, wie professionell diese bereits mit der neuen Funktechnik umgehen.

Die seit Ende 2015 laufenden, umfangreichen Tests hatte das neue Netz mit all seinen Komponenten und der verbauten Systemtechnik zuvor mit Bravour bestanden. Fast 2500 Mitarbeiter sind in den letzten Monaten von eigens ausgebildeten Multiplikatoren in zig Schulungen mit der neuen Technik und dem sicheren Handling an den Funkgeräten vertraut gemacht worden. Knapp 600 Fahrzeuge rüstete eine Spezialfirma digitalfunktauglich um, ebenso zwei Boote der Wasserschutzpolizei. Für das Polizeipräsidium und seine nachgeordneten Dienststellen schaffte man mehr als 900 Handfunkgeräte an. Zudem sind in allen Polizeidienststellen zwischenzeitlich stationäre Geräte verbaut. In der momentanen, bis Ende 2016 laufenden letzten Testphase werden die Disposition von Einsätzen und der Funkverkehr bei der Einsatzabwicklung ausschließlich über den Digitalfunk laufen.

Mit der Nutzung des Digitalfunks im Einsatzalltag beschreitet die Polizei im südlichen Oberbayern - technisch gesehen - ein neues Zeitalter. Abhörsicherheit, bessere Sprachqualität oder die sehr gute Netzabdeckung sind nur einige Schlagworte, die die Vorzüge der neuen Technik verdeutlichen. Kommunikation über Bezirks- und Ländergrenzen hinweg und zu anderen Polizei- und Hilfsbehörden wird zukünftig ohne Probleme möglich sein.

Im Januar 2010 hatte die Projektgruppe Digitalfunk beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd ihre Arbeit aufgenommen. Die Einbindung in die Planung für die 104 Digitalfunkmasten, erforderliche Umbauarbeiten bei den rund 50 Polizeidienststellen, einsatztaktische Notwendigkeiten, Planung und Durchführung von Schulungen, Bestellung und Beschaffung der Gerätschaften aber auch die Öffentlichkeitsarbeit waren Themen, die vom 30-köpfigen Team unter der Leitung von Polizeidirektor Schusser begleitet und durchgeführt wurden. Gerade der Umstand, dass im südlichen Oberbayern wegen der topografischen Besonderheit der Alpenregion die bezüglich Erschließung und Bau deutschlandweit anspruchsvollsten Basisstationen zu errichten waren, stellte sich als eine große Herausforderung dar.

„Ich bin von der neuen Technik überzeugt", sagt Polizeipräsident Kopp. "Ich bin sicher, dass wir im alltäglichen Dienstbetrieb, gerade aber auch bei besonders herausfordernden Einsätzen, von den Vorzügen des Digitalfunks profitieren werden.“

mm

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