Kloster Miesbach
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Das Kloster wird zum Kinderhaus: Die Krippe (r.) ist schon fertig, jetzt folgen der Mittelbau und das ehemalige Schulhaus (l.).

„Riesenprojekt mit Charme“

Lob für Planung: Stadtrat segnet Kinderhaus in Miesbach ab - Zeitplan steht

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Miesbach – Die Stadt Miesbach drückt aufs Tempo. Damit der Umbau des Klosters an der Münchner Straße in ein Kinderhaus wie geplant bis September 2022 abgeschlossen werden kann, hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die weiteren Planungsschritte freigegeben.

Dabei stellte Planer Christian Goldbach vom Münchner Büro Leupold Brown Goldbach zusammen mit Kollegin Elisabeth Niggl den aktuellen Stand des Vorhabens per Live-Stream vor.

Wie berichtet, hat das Planungsbüro die schwierigen Voraussetzungen, die das Gebäude mitbringt, gut integrieren können. So werden im Erdgeschoß die Krippenkinder untergebracht, die Kindergartenkinder sind im ersten und zweiten Obergeschoß eingeplant. Im dritten Stock sind zudem insgesamt drei Wohnungen vorgesehen – zwei im Hauptgebäude, eine über der bestehende Krippe der Klostergeister. Laut Goldbach hat der Denkmalschutz die statischen Maßnahmen in dem geschützten Gebäude, das jahrelang als Museum vorgesehen war, allesamt akzeptiert.

Verschiedene Bereiche im Garten

Die Freifläche hat Planerin Niggl, die auch mit der Neugestaltung der Riviera betraut ist, in mehrere Bereiche aufgeteilt: Im Norden nah am Gebäude sollen sich die Krippenkinder aufhalten, die Kindergartenkinder haben ihren Bereich ein wenig weiter weg vom Haus. Für sie sollen am Hang Kletterelemente aus Holz aufgebaut werden. Der Bereich zwischen Kinderhaus und Portiunkulakirche soll künftig als Gemeinschaftsfläche dienen. Zur Verfügung stehen zwischen 1600 und 1900 Quadratmeter. Der südliche Bereich, der der Bürgerstiftung gehört, bleibt frei.

Die Planung fand bei den Ratsmitgliedern großen Zuspruch. „Das ist sehr gut gelungen“, stellte Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) fest, und Familienreferentin Malin Friese (Grüne) lobte das „Riesenprojekt, das mit viel Charme und Atmosphäre Platz für Kinder schafft“. Auch habe sie schon viele positive Rückmeldungen von Eltern bekommen.

Hadern mit den gestiegenen Kosten

Wenig positiv fiel bei Paul Fertl (SPD) die Bewertung der Kostenentwicklung aus. „Wir haben 2017 mit einer Schätzung von 3,5 Millionen Euro angefangen, jetzt sind wir bei 5,3 Millionen brutto“, fasste er zusammen. „Ist das nun das Ende der Fahnenstange? Oder gibt’s noch Überraschungen?“

Goldbach verwies auf den Ausbau der zweiten und dritten Wohnung. Zudem werde das Nebengebäude mitaktiviert, und das Treppenhaus entspreche dem Denkmalschutz. „Je weiter man plant, desto konkreter werden die Zahlen“, merkte Goldbach an. Den aktuellen Kostenrahmen wolle man aber halten. Dem stimmte Braunmiller zu: „Wir haben jetzt eine Kostenberechnung und keine Schätzung mehr.“

Fehlender Aufzug in der Kritik

Markus Baumgartner (CSU) bedauerte „mit Blick auf Inklusion“, dass kein Aufzug eingebaut werden soll – „ein öffentliches Gebäude ohne Aufzug geht eigentlich nicht.“ Goldbach verwies auf die unterschiedlichen Geschoßebenen von Kopf- und Mittelbau: „Wir haben dazu leider keine befriedigende Lösung gefunden.“

Der Stadtrat machte dem Projekt dennoch den Weg frei für die nächsten Schritte – wenn auch gegen die Stimme Baumgartners. Nun läuft die Auftragsvergabe.

ddy

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