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Der Fellerbach bringt bei Starkregen viel Wasser nach Bergham. Das durch eingewachsene Sandsäcke erhöhte Ufer links soll auf seine Wirksamkeit geprüft werden.

Miesbach

Lösungen beim Hochwasserschutz gesucht

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Miesbachs vom Hochwasser gefährdete Ortsteile warten seit Jahren auf endgültige Lösungen. Während für Kleinthal in Kürze konkret über einen Maximalschutz gesprochen werden soll, wird in Bergham weiterhin sondiert.

Das Thema bewegt die Anwohner. Zur Sondersitzung des Miesbacher Stadtrats über den Hochwasserschutz waren die Zuhörerplätze komplett belegt. Markus Seemüller (FW) hatte beantragt, den aktuellen Sachstand im Gremium zu erläutern. Angesichts der Komplexität des Themas setzte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) eine Sondersitzung an.

Für Bergham sind die Möglichkeiten bekanntermaßen begrenzt. Die kleine Siedlung im Osten der Kreisstadt sitzt in der Patsche, was die Dokumentation von Frank Kleist vom Planungsbüros SKI deutlich belegte: Bei einem Starkregen wirkt die Staatsstraße 2010 wie eine Staumauer, die jedoch just auf Höhe der Zufahrtsstraße eine Überspülung zulässt. Von dort gelangt das Wasser ebenso in die Siedlung wie im Norden über den vorbeilaufenden Augraben. Schutzmaßnahmen für ein förderfähiges HQ100 – also ein Hochwasser mit einer 100-jährlichen Wahrscheinlichkeit – wären einige denkbar, doch alle nicht umsetzbar. Denn dafür fehlen die notwendigen Grundstücke, die aus unterschiedlichen Gründen von den verschiedenen Eigentümern nicht zu bekommen sind. Bleiben also nur Maßnahmen für schwächere Hochwasser, die allerdings nicht vom Freistaat finanziell unterstützt werden.

Für die Anwohner ist das eine belastende Situation, wie Monika Steck, Sprecherin der Anwohner-Arbeitsgemeinschaft, den Stadträten erklärte: „Die Angst sitzt uns im Nacken.“ Schon ein sommerlicher Starkregen könne dafür sorgen, dass die Keller geflutet werden, während man in Arbeit ist.

Während im Norden der Aubach durch eine größere Röhre hin zur vorhandenen Retentionsfläche entschärft werden soll, muss im Süden weiter untersucht werden. Einstimmig wurde beschlossen, klären zu lassen, ob die von der Feuerwehr Parsberg vorsichtshalber mit Einverständnis des Grundeigentümers liegengelassenen Sandsäcke wirklich, wie simuliert, schützende Wirkung haben. Dies wäre eine kostengünstige Möglichkeit, um Zeit zu gewinnen.

Zudem soll geprüft werden, ob mobile Stellwände an der Südseite der Staatsstraße seitens der Aufsichtsbehörden Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt eine denkbare Lösung wären. Ersteres sieht Dirk Thelemann (CSU) besonders in der Pflicht: „Wer hat denn das Wohngebiet dort zugelassen?“ Und Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FW) ergänzte: „Lieber ein HQ50-Schutz als keinen.“

Andere Lösungen wie ein Rohr-Bypass seien rechtlich nicht möglich, betonte Kleist: „Der Gesetzgeber lässt ein Weiterleiten des Hochwassers zu Unterliegern nicht zu.“ Der Hochwasserschutz müsse durch Rückhalt erfolgen.

Etwas einfacher ist die Situation in Kleinthal. Hier ist ein HQ100-Schutz durch einen von West nach Ost verlaufenden Wall möglich – die Frage ist nur, ob ein solcher siedlungsnah im Norden verlaufen soll oder besser im Süden. Die nördliche Variante könnte zur Folge haben, dass im Ernstfall das Grundwasser aufgrund des höheren Wasserdrucks steigen könnte, gab Kleist zu bedenken. Andererseits fange die südliche Lösung das von Osten kommende Hangwasser nicht auf, sodass es direkt in Richtung der rund 40 betroffenen Wohnanwesen fließen kann. Der Stadtrat folgte einstimmig dem Vorschlag von Zweitem Bürgermeister Paul Fertl (SPD), beide Varianten in einer der nächsten Sitzungen gegenüberzustellen.

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