Ein Luftreiniger, der in einer Schule in Niedersachsen installiert wurde.
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Luftreiniger sollen in immer mehr Klassenzimmern installiert werden (Symbolfoto).

Aber unter einer Bedingung...

Lüftungsgeräte an Schulen: Landkreis Miesbach plant Investitionen in Millionenhöhe

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Ausgaben in Millionenhöhe plant der Landkreis Miesbach, um seine Schulen mit Luftreinigungsgeräten auszustatten. Die Investition ist aber an eine Bedingung geknüpft.

Landkreis - Wo Fenster nicht ausreichen, um die Klassenzimmer mit Frischluft zu versorgen, setzt der Freistaat Bayern nun auf Lüftungsgeräte. Mittlerweile stehen auch die Konditionen des Förderprogramms fest. Auf Basis dessen wird der Kreistag nun in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch über die Anschaffung der mobilen Filtersysteme für die Schulen unter der Trägerschaft des Landkreises entscheiden.

Anschaffung nur dann, wenn Schulen nicht mehr in Distanzunterricht wechseln müssen

Der Beschlussvorschlag wird allerdings einen entscheidenden Passus enthalten: Die Ausschreibung wird nur dann gestartet, wenn der Freistaat „ausdrücklich bestätigt, dass bei Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten nicht mehr in den Distanzunterricht gewechselt werden muss“.

Eine Abfrage des Landratsamtes hat ergeben, dass Geräte für insgesamt 350 Räume gebraucht werden, wobei manche aufgrund ihrer Größe auch zwei benötigen. Ausgenommen seien die im Rahmen der Öffentlich-Privaten-Partnerschaft errichteten Schulen, da diese über stationäre Lüftungsanlagen verfügen würden. Für Klassenzimmer, in denen baulich grundsätzlich kein Stoß- oder Querlüften möglich sei, habe man bereits im Januar über das erste Förderprogramm des Freistaats Luftreinigungsgeräte beschafft

Investitionskosten gehen in Millionenhöhe

Wie hoch die Investitionskosten ausfallen, lässt sich laut Beschlussvorlage noch nicht genau beziffern. Mit bis zu 2,3 Millionen Euro sei aber zu rechnen. Konkret seien pro Raum maximal 3500 Euro förderfähig. Dies würde also Anschaffungs- beziehungsweise Leasingkosten in Höhe von rund 1,25 Millionen Euro bedeuten. Für Wartung und den turnusmäßig notwendigen Filteraustausch würden je nach Technik Beträge zwischen 150 und 1000 Euro pro Gerät und Jahr hinzukommen. Da der Fördersatz des Freistaats 50 Prozent betrage, würden auf den Landkreis also 637 500 Euro Anschaffungskosten sowie die laufenden Kosten für mindestens drei Jahre zukommen. Erstere könnten durch die „Beanspruchung von Mehreinnahmen“ gedeckt werden, Letztere seien ab 2022 im Haushalt einzuplanen.

Quasi präventiv weist das Landratsamt aber schon mal darauf hin, dass die Luftreinigungsgeräte die Schüler nicht von der Einhaltung der AHA-L-Regeln in den Klassenzimmern entbinde. Auf Abstand, Hygiene, Masken und Lüften könne „in den Zeiten der Pandemie nicht verzichtet werden“.  

sg

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