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Kampf mit den Herausforderungen der Mathematik: Am Mittwoch begann für 164 Schüler am Miesbacher Gymnasium die Abiturprüfung, überwacht vom stellvertretenden Schulleiter Markus Gamperling. Weitere 25 Schüler schwitzen am Privatgymnasium Holzkirchen über den Aufg aben. 64 Abiturienten gibt es in Tegernsee. 

Nachgefragt

„Man denkt sich: Hat man die Schüler gescheit vorbereitet ?“

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Miesbach – 253 Schüler brüten an den Gymnasien in Holzkirchen, Miesbach und Tegernsee über ihren Abitur-Prüfungen. Los ging’s gestern mit dem schriftlichen Test in Mathematik. Unsere Zeitung sprach darüber mit Markus Gamperling, stellvertretender Schulleiter in Miesbach.

Sind Sie als Lehrer vor einer Abitur-Prüfung auch nervös?

Ja, klar. Man ist gespannt, wenn man in der Früh die Aufgaben aufmacht und sieht, was wirklich drankommt. Man denkt sich: Ist alles richtig gelaufen? Hat man die Schüler gescheit vorbereitet? Hat man alle Eventualitäten bedacht? Es gibt schöne Aufgaben – und weniger schöne.

Wie empfinden Sie die Aufgaben ins diesem Jahr?

Sagen wir es mal so: Wir hatten schon schönere Aufgaben.

Warum?

Wir hatten in den vergangenen Jahren die Tendenz, dass man möglichst anwendungsorientierte Aufgaben stellt. Die neuen Aufgaben wirken sehr bemüht, wenn man es vorsichtig formuliert. Man will mit aller Gewalt die Anwendungsorientierung reinbringen und will im Grunde nur eine Parabel abfragen. Das wirkt aufgesetzt.

Worauf kommt es an, wenn man die Aufgaben erfolgreich lösen will?

Man muss genau hinschauen. Man kann die Aufgaben mit der mathematischen Brechstange lösen und braucht entsprechend lang. Oder man denkt nach und kann die Aufgaben mit Mitteln lösen, die man schon in der Mittelstufe gelernt hat. Auf diese Weise wird differenziert zwischen den Guten und denjenigen, die sich mehr abstrampeln müssen.

Haben Sie weitere Tipps für ein gutes Abitur?

Man sollte daher rechtzeitig mit der Vorbereitung beginnen. Am Tag vor der Prüfung sollte man früh schlafen gehen. Vielleicht hilft gegen die Nervosität ja eine Halbe Bier vor dem Schlafengehen (lacht).

-Mittlerweile stammen die Aufgaben zum Teil aus einem zentralen Pool, den alle Bundesländer verwenden. Ist zu erwarten, dass das Niveau des bayerischen Abiturs sinkt?

Die Untersuchungen zeigen, dass Bayern trotz dieser Angleichung beim Abitur noch immer vorne dabei ist. Die Aufgaben-Auswahl verschlechtert das Niveau also offensichtlich nicht. Außerdem stammt nur ein Teil der Aufgaben aus dem Pool. Der Rest ist auf den bayerischen Lehrplan abgestimmt.

Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

Nächste Woche haben wir die Prüfung in Deutsch. Dann kommt das dritte schriftliche Abiturfach – da sind alle anderen Fächer dran. Dann ist eine Woche Pause. Vor den Pfingstferien kommen die beiden mündlichen Prüfungen. Am Freitagabend vor den Pfingstferien bekommen die Schüler die Ergebnisse mitgeteilt. Dann können sie entscheiden, ob sie zur Notenverbesserung ins Mündliche gehen.

Der Bekanntgabetermin ist früher als gewohnt. Was halten Sie davon?

Ja, das ist alles sehr sportlich geplant. Wir in Mathe sind gut dran. Anderes sieht es in Deutsch, Englisch und Französisch aus. Man versucht die betroffenen Kollegen innerschulisch zu entlasten, sprich: andere Kollegen übernehmen den Unterricht, damit sie Zeit zum Korrigieren haben. Eine schülerfreundliche Lösung. Schulorganisatorische Dinge hatte man nicht im Blick.

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