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Reichen den Kochlöffel weiter: (v.l.) Sonja Obermeyer und Giuseppe Messina übergeben ihr Miesbacher Lokal kurz vor Weihnachten an ihre Nachfolger Manuel Greindl und Eli d’Alto.

Abschied von Giuseppe Messina und Sonja Obermeyer

„Manuelis“: Pasta Vino-Nachfolger stellen sich vor

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Aus dem Pasta Vino wird das Manuelis: Manuel Greindl und Eli d’Alto übernehmen ab dem 10. Januar das Miesbacher Lokal von Giuseppe Messina und Sonja Obermeyer. 

Miesbach – Manuel Greindls Tante wusste es schon vor acht Jahren: „Das wäre ein Laden für dich“, sagte sie nach einem kulinarischen Abend im Pasta Vino in Miesbach zu ihrem Neffen. Der schmunzelte damals, wie man das eben so macht, wenn man einen gut gemeinten Ratschlag aus der Familie bekommt. „Ich hätte nie gedacht, dass es tatsächlich mal so kommt“, sagt Greindl (33) und greift sich an sein Käppi. Nun sitzt er mit seiner Lebensgefährtin Eli d’Alto (29) bei Giuseppe Messina und Sonja Obermeyer am Küchentisch und versucht sich vorzustellen, dass er hier bald selbst die Töpfe auf den Herd stellen wird.

Am 10. Januar wollen Greindl und d’Alto ihr „Manuelis“ eröffnen. Der Name ist mehr als eine Kombination ihrer beiden Vornamen, betont d’Alto: „Die Leute sollen spüren, dass sie bei Manuel und Eli essen.“ Mit Herz und Liebe für Gäste kochen, die früher oder später zu Freunden werden: Der Geist des Pasta Vino soll im Manuelis erhalten bleiben. Eine Kopie wird es aber nicht, sagt Greindl. Diese Bürde, ergänzt Messina, hätte er seinem Nachfolger auch nie auferlegen wollen. „Du kannst eine Philosophie nicht kopieren.“

In ihren zehn Jahren im Pasta Vino seien er und Obermeyer keine Kompromisse eingegangen, sondern hätten ihre Linie durchgezogen. Auch wenn das anfangs kein Zuckerschlecken war. „Wir haben unsere Gäste erzogen“, sagt Messina. Speisekarten gab es nur in den ersten beiden Wochen des Pasta Vino. „Dann haben wir sie weggeschmissen“, erinnert sich Obermeyer. Die Idee zum mittlerweile berühmten Menü-Abend war geboren.

Die erste Stufe einer langen Reise, die in der Woche vor Weihnachten eine neue Richtung einschlägt. Messina konzentriert sich dann voll auf sein Standbein als Berater, schult Köche in aller Herren Länder, gibt Kurse in Firmen und Privathaushalten. Auch zwei neue Grillbücher sind in Planung. Obermeyer hat im Vertriebsbereich eine neue Herausforderung gefunden. Ein eigenes Lokal wollen sich beide nicht mehr aufhalsen.

Dennoch bereuen sie keine Sekunde im Pasta Vino. „Wir wollten unseren Traum von der Selbstständigkeit ausleben“, sagt Messina. In ihrem Miesbacher Lokal hatten sie ihre Spielwiese gefunden. Hier konnten sie experimentieren, ohne dass ihre Kreativität vom Kostendruck erstickt worden wäre. Und doch ist den beiden von Anfang an klar gewesen, dass sie nicht auf Ewigkeit hier bleiben wollen.

Diesen Gedanken hatte auch Greindl, als er als Küchenchef in einer großen Firma arbeitete. „Da hatte ich einen Rattenschwanz an Leuten, die mich von dem abgehalten haben, was ich eigentlich tun wollte“, erzählt der Miesbacher. Was er tun will, weiß er, seit er als Sechsjähriger auf der Küchenanrichte in einer Teigschüssel gerührt hat: kochen. Auch seine Lebensgefährtin hat die Liebe zur Gastronomie quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Ihr Steckenpferd ist der Service. Kennengelernt haben sich Greindl und d’Alto über die Arbeit auf der Neureuth.

Das Manuelis wird nun ihr erstes eigenes Restaurant. An den 30 Sitzplätzen halten sie fest, die Einrichtung wollen sie aber im Stil „goldener Löffel“ umgestalten. Wie das am Ende genau aussehen wird, wissen sie noch nicht. Das gilt auch für das gastronomische Konzept. Der Fokus wird aber auf regionalen Lebensmitteln liegen. In einem Registerbuch sollen die Gäste die Herkunft jeder einzelnen Zutat und ihre Erzeuger kennenlernen.

Anders als im Pasta Vino wird es im Manuelis eine Speisekarte geben – außer am Freitag. Da will Greindl regelmäßig ein Überraschungsmenü zaubern. Beim Thema Rock 'n' Roll zum Beispiel wird er sämtliche Gerichte in Rollenform zubereiten, beim Hoppe-Bräu-Abend lässt er in alle Gänge das Bier des Waakirchner Brauers einfließen – der natürlich auch selbst vorbeischaut.

Der Erlebnis-Charakter des Pasta Vino soll also im Manuelis erhalten bleiben. Und das möglichst lange, wie d’Alto betont. „Ich würde das ja gerne bis zur Rente machen“, sagt sie augenzwinkernd in Richtung ihres Partners. Der ist sich da noch nicht so sicher: „Vielleicht will ich ja in zwei Jahren lieber in einer Kantine arbeiten?“, feixt der 33-Jährige. Die Antwort gibt er selbst, in dem er heftig den Kopf schüttelt: „Nein.“

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