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Zustimmung für das Grundkonzept: Der neue Marktplatz bietet zwei Freiflächen (orange) bei der Eisdiele am Brunnen und beim Wäschegeschäft Grabmaier. Dafür wird die Zufahrt auf die Westseite verlegt.

„Davon profitieren alle“

Marktplatz-Konzept: Stadtrat lobt Pläne der Arbeitsgruppe

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Der Miesbacher Stadtrat hat das neue Konzept für die Umgestaltung des Marktplatzes über alle Fraktionen gelobt. Bereits im Frühjahr 2018 soll mit der Umsetzung begonnen werden.

Miesbach – Der Miesbacher Stadtrat hat am Donnerstagabend das neue Konzept für die Umgestaltung des Marktplatzes, das die AG Marktplatz erarbeitet hat, über alle Fraktionen gelobt. Bereits im Frühjahr 2018 soll mit der Umsetzung begonnen werden. Bis dahin will die Stadt klären, welche staatlichen Zuschüsse zu bekommen sind. Zudem soll ein Architekt aus der Grob- eine Feinplanung machen.

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU), die nach zweimonatiger Absenz wieder die Sitzung leitete, zeigte sich vom Entwurf der AG, die aus den Stadträten Astrid Güldner (Grüne), Markus Seemüller (FW), Dirk Thelemann (CSU) und Zweitem Bürgermeister Paul Fertl (SPD) bestand, recht angetan: „Es ist ein gutes Konzept, das mit seiner Umsetzung weitere Veränderungen mit sich bringen wird.“ Besonders erfreulich sei, dass es das Ergebnis einer interfraktionellen Kooperation ist.

Wie berichtet, sieht das Konzept im Kern vor, die Zufahrt zum Marktplatz an die Westseite zu verlegen, um so an der Ostseite zwischen Märchenbrunnen und Eisdiele eine verkehrssichere Freifläche zu schaffen. Die Anzahl der Stellplätze verringert sich von 34 auf 29. Dafür kommen aber vier Plätze für Motorräder hinzu.

Als Budget für die Umgestaltung des Marktplatzes werden für kommendes Jahr 20 000 Euro bereitgestellt, die heuer bereits dafür eingeplant sind, aber nicht benötigt werden. Zudem kommt ein weiteres Budget hinzu, um die noch offenen Gesamtkosten abzudecken. Diese sollen sich maximal im niedrigen sechsstelligen Bereich bewegen.

Seitens der Ratsmitglieder gab es ebenfalls viel Lob für die AG, die Seemüller initiiert hatte. „Für mich ist das ein Beispiel dafür, dass der Stadtrat so was selbst machen kann. Wir brauchen nicht immer teuren Rat von außen“, stellte Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FW) fest. CSU-Fraktionssprecher Franz Mayer schätzte vor allem, dass das Konzept weitere Entwicklungen in Richtung autofreien Marktplatz zulasse. Und Seemüller berichtete, dass die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft, die er bekommen habe, bis auf eine Ausnahme positiv seien.

Der einzige, der sich im Stadtrat mit dem Konzept nicht anfreunden konnte und auch bei der Abstimmung sein Veto einlegte, ist Markus Baumgartner (CSU). Er kritisierte die Verlegung der Nordkehre hinter das Wäschegeschäft Grabmaier, um davor eine Freifläche zu schaffen: „Schade, dass die alten Pläne, für die die Stadt einst viel Geld ausgegeben hat, heute niemanden mehr interessieren. Dann wüsste man, dass dort die Fußgängerachse Fraunhoferstraße – Lebzelterberg verläuft.“ Was Baumgartner dabei überhaupt nicht versteht: Er hatte im Vorfeld die Ratskollegen aufgefordert, sich im Bauamt das alte Gutachten von 1996/97 abzuholen. „Nur ein Kollege hat sich diese Mühe gemacht.“

Die breite Zustimmung im Stadtrat hat man bei der Initiative Miesbacher Marktplatz sehr positiv aufgenommen. Wie die Bürgervereinigung am Freitag in einer Pressemitteilung erklärte, sei es „besonders erfreulich, dass bereits im kommenden Frühjahr eine erste Gestaltung, Verkehrsberuhigung und Beseitigung von Gefahrenstellen umgesetzt werden soll“. Zudem sehe man, „dass das Engagement der Initiative nun Früchte trägt und nach über zwei Jahren intensiver Diskussion Bewegung in dieses Thema kommt“. Man sei davon überzeugt, dass nur eine Anhebung der Aufenthaltsqualität die Attraktivität der Miesbacher Innenstadt steigere. Das bringe eine höhere Besucherfrequenz und Verweildauer mit sich. „Davon profitieren alle. Einheimische wie Gäste, Bürger wie Geschäftsleute.“ 

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