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Die Evaluation zum umgestalteten Marktplatz in Miesbach hat für eine Überraschung gesorgt - bei Befürwortern und Kritikern.

Marktplatz Miesbach

Planer raten bei Evaluation zu klarem Stadtratsvotum

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Die Stadt Miesbach hat nun ihren offiziellen Bericht zur Evaluation des Marktplatzes vorgelegt. Und auch die Initiative Marktplatz hat dazu eine Stellungnahme abgegeben.

Wie berichtet, wurde die Umgestaltung von Verkehrsplaner Reiner Neumann aus Ulm und Stadtplaner Otto Kurz als „Schritt in die richtige Richtung“ bewertet. Jedoch habe auch Neumann die Frage gestellt, ob die gewählte Funktionstrennung der Flächen die richtige Antwort für die Marktplatzgestaltung sei. Für den Bereich zwischen Brunnen bis zur nördlichen Bebauung könne eine autofreie Gestaltung verkehrstechnisch eine schlüssige zukunftsfähige Lösung sein, heißt es in der Mitteilung. Bemerkenswert sei, dass trotz aller unterschiedlicher Äußerungen aus der Bevölkerung keine Kritik an der Reduzierung der Parkplätze vorgebracht wurde.

Skepsis bei der Autofreiheit

Beim Punkt, den Marktplatz noch stärker von Autos zu befreien und qualitätvolle, vielfältig nutzbare Freibereiche zu schaffen, habe es kritische Äußerungen seitens der Teilnehmer gegeben, zu denen neben dem Arbeitskreis (AK) Marktplatz der Gewerbeverband GWM und die Initiative Marktplatz gehörten. Vor allem seitens der Geschäftswelt wurde gefragt, wie sich eine solche Umgestaltung auswirkt – vor allem negative Folgen für die Geschäfte wurden befürchtet. Einig sei man sich gewesen, dass der Wochenmarkt „unbedingt erhalten und sogar noch aufgewertet werden sollte“.

Lesen Sie auch: So reagiert der Einzelhandel auf den Bericht der Experten

Zum weiteren Vorgehen empfahlen die Fachleute ein klares Votum des Stadtrats mit dem Ziel, den Marktplatz „im Kernbereich möglichst autofrei“ zu gestalten. Auf dieser Basis sollten dann alle relevanten Randbedingungen geklärt werden. Dann erst könne ein Gestaltungskonzept erarbeitet werden nebst Bürgerbeteiligung.

Initiative Marktplatz sieht sich in ihren Forderungen bestätigt

Die Initiative Marktplatz begrüßt das Ergebnis. „Unserem Ziel sind wir ein gutes Stück näher gekommen“, stellt Sprecherin Lisa Hilbich fest. Die bisherigen Veränderungen habe Neumann als „qualitativen Zugewinn“ gewertet. Die Darstellung der Stadt sei ihr daher zu zurückhaltend. „Sie haben alles richtig gemacht“, habe der Experte betont – „etwas spät, aber nicht zu spät“. Zu den „angeblich fehlenden Parkplätzen“ habe Neumann auf die Verkehrsstudie von 2016 verwiesen, nach der Miesbach 1500 Parkplätze habe – dabei benötige die Stadt lediglich 1200.

ddy

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