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Unbeliebte Blechwüste: Dass die vielen Autos nicht gerade zur Verschönerung des Miesbacher Marktplatzes beitragen, darüber sind sich alle Fraktionen einig. Wann sich das Bild tatsächlich ändert, ist aber noch offen.

Stadtentwicklungsausschuss vergleicht CSU- und SPD-Vorschlag

Marktplatz-Pläne: Diese Schnittmengen gibt es

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Miesbach - Na also, geht doch: Nachdem sie sieben Monate nebeneinander her existiert hatten, kamen die Marktplatz-Pläne von CSU und SPD im Stadtentwicklungsausschuss erstmals gemeinsam auf den Tisch.

Es hat ein bisschen gedauert mit der Gegenüberstellung. Fast sieben Monate sind vergangen, seit die CSU-Stadtratsfraktion ihren Plan für den Miesbacher Marktplatz vorgelegt hat. Der Vorschlag der SPD ist sogar seit mehr als eineinhalb Jahren auf dem Markt. Beide Varianten wurden seitdem intensiv diskutiert. Nebeneinander gelegt und verglichen wurden sie jedoch nie. Im nach einer längeren Pause wiederbelebten Stadtentwicklungsausschuss kamen nun beide Ideen auf den Tisch. Nicht nur für den Dritten Bürgermeister Michael Lechner (FWG) ein überfälliger Schritt. „Auch das CSU-Papier ist nicht mehr brandneu“, sagte er, „aber es ist gut, es jetzt zu diskutieren.“

Die Gemeinsamkeiten

In puncto Verkehrsführung arbeiten beide Vorschläge mit einer Einbahnregelung mit Einfahrt auf Höhe Buch am Markt und Ausfahrt über die Fraunhoferstraße. Für Zweiten Bürgermeister Paul Fertl (SPD) ein Schritt in die richtige Richtung: „In beiden Fällen wird die Verkehrsfläche deutlich reduziert. Das sollten wir festzurren.“ Auch die autofreie Verbindung zwischen Eisdiele und Märchenbrunnen eint CSU und SPD. „Das ist eine sehr familienfreundliche Lösung“, lobte Astrid Güldner (Grüne). Laut Uschi Liebhardt, Inhaberin des gleichnamigen Modeladens am Marktplatz, ist dies auch im Sinne der Geschäftsleute. „Eine Verschönerung des Marktplatzes kommt unseren Kunden zugute“, sagte sie. Diese setze aber ein „ausgeklügeltes Parkleitsystem“ voraus. Das, so Liebhardt, sollte in die Vorarbeit für die Umgestaltung des Marktplatzes einbezogen werden.

Die Differenzen

Wie es mit den Autos in Miesbachs guter Stube weitergeht, darüber gingen die Meinungen noch auseinander. So schlägt die SPD 34 Stellplätze auf der Westseite vor, die CSU zwölf im Zentrum des Marktplatzes. „Beide Seiten sollen von einer höheren Aufenthaltsqualität profitieren“, begründete Alfred Mittermaier (CSU) die Idee seiner Fraktion. Dies würde den Geschäftsleuten eine flexible Gestaltung der Außenbereiche ermöglichen. Fertl hingegen empfahl, es „mit der Gleichberechtigung nicht zu übertreiben“. Komplett autofrei wünschte sich Lechner den Marktplatz. Dieses Ziel sollte man im Sinne der Bevölkerung nicht aus den Augen verlieren.

Die von der CSU vorgeschlagene Tiefgarage hielt er dagegen für nichts weiter als einen „planerischen Gag“. Wenn schon bei einer Brückensperrung angeblich die Miesbacher Innenstadt zusammenbreche, lasse sich eine Großbaustelle am Marktplatz niemals realisieren. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) sah das nicht ganz so negativ. Es handle sich zwar um „ungelegte Eier“, weil noch keine Prüfung des Untergrunds erfolgt sei. „Aber nur mit Visionen kann man was erarbeiten.“

Der weitere Zeitplan

Bleibt die Frage nach der Umsetzung. Auch dazu gab es im Gremium unterschiedliche Auffassungen. Während sich Fertl einen angesichts der klammen Kasse der Stadt vorerst für eine „temporäre und bald zu schaffende Lösung“ stark machte, hielt Güldner nicht viel von einem Provisorium. „Sowas bleibt meist zu lange bestehen“, sagte sie. Franz Mayer empfahl deshalb, die Planung der großen Lösung ernsthaft anzugehen. „Wir sollten wie jeder Bauherr ein Konzept in der Schublade haben.“ Zumal die Fördertöpfe derzeit gut gefüllt seien. Ein Sprichwort bemühte Dirk Thelemann (CSU): „Einen Elefanten isst man in kleinen Stücken“, sagte er. „Wenn wir jetzt kapitulieren, können wir unser Gremium zusperren.“

Damit es nicht so weit kommt, forderte Robert Leiner als Vertreter der Initiative Marktplatz einen festen Zeitplan für die Ausarbeitung und Umsetzung der bereits vorhandenen „inhaltlichen Leitplanken“. Dieser sollte mit einem Stadtratsbeschluss untermauert werden. Pongratz verwies dabei auf die Sitzung am kommenden Donnerstag, bei der sich das auf Bürgerbeteiligung spezialisierte Büro Nonconform vorstellen wird. Sie würde eine Beauftragung durch den Stadtrat begrüßen, sagte die Bürgermeisterin – gerade im Hinblick auf die weitere Planung: „Noch reden wir über kleine Kinderschuhe, aber Kinder können wachsen.“

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