Gute Laune trotz Maskenpflicht: Die Zweitklässler an der Grundschule Hausham lassen sich auch vom Mund-Nasen-Schutz nicht vom Lernen abhalten. Rektor Markus Rewitzer (r.) ist stolz auf die Gelassenheit der Schüler.
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Gute Laune trotz Maskenpflicht: Die Zweitklässler an der Grundschule Hausham lassen sich auch vom Mund-Nasen-Schutz nicht vom Lernen abhalten. Rektor Markus Rewitzer (r.) ist stolz auf die Gelassenheit der Schüler.

Maßnahmen wegen Coronavirus

Maskenpflicht an Grundschulen: Rektoren berichten über Reaktionen im Landkreis Miesbach

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  • Gabi Werner
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    Jonas Napiletzki
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Der Landkreis Miesbach ist Corona-Hotspot, deshalb müssen jetzt auch die Grundschüler Masken tragen. Die Rektoren erklären, wie Kinder und Eltern damit umgehen.

Update von Freitag, 23. Oktober:

Das Staatliche Schulamt Miesbach unterstützt ausdrücklich die Maskenpflicht an Grundschulen. Auch den Fokus auf das möglichst lange Festhalten am Präsenzunterricht teilt der Fachliche Leiter Jürgen Heiß. Allerdings müssten die medizinischen Fachstellen das Infektionsgeschehen weiterhin genau beobachten und immer wieder neu bewerten, betont Heiß.

Landkreis – Die Corona-Ampel im Landkreis steht auf Rot. Somit müssen auch die Kinder in den Grundschulen durchgehend Maske tragen (wir berichteten). Landrat Olaf von Löwis (CSU) will da – anders als mancher Amtskollege – keine Ausnahme machen. Für den Gmunder Simon Englhart, Vater zweier Grundschüler, ist das nicht akzeptabel. Er hat ein Protestschreiben an den Landrat verfasst. „Wir halten diese Maßnahme für Aktionismus auf Kosten der Kleinsten in unserer Gesellschaft“, schreibt er.

Viele der Corona-Maßnahmen hätten ihre Berechtigung, der Maskenzwang an den Grundschulen während des Unterrichts aber sei unverhältnismäßig, findet der 39-Jährige. In seinen Augen besonders problematisch: Andere Regionen – München und der Kreis Ebersberg etwa – haben die Maskenpflicht an ihren Grundschulen nach Elternprotesten bereits aufgehoben. Auch Englhart appelliert an Löwis, seine Entscheidung zu überdenken.

Vater kritisiert Maskenpflicht im Unterricht als „unverhältnismäßig“

Der Gmunder Familienvater erhält nach eigenen Worten viel Zustimmung in der Elternschaft. Und auch Claudia Horstmann, Leiterin der Grundschule Tegernsee, hat feststellen müssen, dass die Ungleichbehandlung in den Regionen für einen gewissen Unmut bei den Eltern sorgt. Sie sprach gestern allerdings nur von vereinzelten Rückmeldungen. Von einer Beschwerdeflut aufgrund des Maskenzwangs könne an ihrer Schule – bisher – nicht die Rede sein.

Horstmann selbst sieht in der Maskenpflicht und in den Hygieneregeln wie dem regelmäßigen Händewaschen „das A und O“, um Infektionen an den Schulen zu verhindern. Was die Maskenpflicht im Unterricht anbelangt, so würden die Kinder „ganz locker damit umgehen“. Schwierig zu vermitteln sei die Tatsache, dass in benachbarten Landkreisen andere Wege gegangen werden. „Je klarer die Vorgaben sind“, so die Schulleiterin, „desto besser sind sie für die Eltern nachzuvollziehen“.

Rektor verblüfft über Gelassenheit von Grundschülern

Der Rektor der Grund- und Mittelschule Hausham, Markus Rewitzer, ist verblüfft, wie gelassen seine Erst- bis Viertklässler mit der Maskenpflicht am Platz klarkommen. Und auch aufgeregte Anrufe sind bei ihm ausgeblieben. Nur ein Elternteil habe sich erkundigt, ob er als Schulleiter Ausnahmen machen könne. Rewitzers Antwort: „Nein, wir sind da voll an den Rahmenhygieneplan und die Entscheidungen des Gesundheitsamts und des Landrats gebunden.“

Die unterstützt der Rektor zu hundert Prozent. Der Wechsel zum Distanzunterricht sei keine Alternative. „Es darf sich nicht wiederholen, was im Frühjahr passiert ist“, betont Rewitzer. Für guten Unterricht sei die Anwesenheit von Lehrern und Schülern Voraussetzung. „Sonst wären wir ja überflüssig.“ Als problematischer sieht der Rektor, dass die Maskenpflicht auch im Sportunterricht gilt. Hier werde man versuchen, pragmatische Lösungen zu finden und so viel wie möglich draußen zu machen. Auch in der kalten Jahreszeit: „Bei Schnee haben wir eine Langlaufloipe direkt vor der Tür.“

Keine Beschwerden an Grundschule in Holzkirchen

Bei Sabine Bösl, Rektorin der Quirin-Regler-Grundschule in Holzkirchen, gingen bis gestern keine Beschwerden ein. „Wir haben noch kaum Erfahrungen mit der Maskenpflicht im Unterricht, aber der erste Tag war durchaus machbar“, sagt Bösl. Die Situation sei zwar eine Herausforderung für alle. Aber: „Wir müssen uns überlegen, ob die Konsequenzen beim Verzicht auf die Masken wirklich besser sind.“

Die Schulleiterin sieht in der Entscheidung des Landrats die einzige Möglichkeit, den Unterricht in gewohnter Form beizubehalten. Ein Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht sei nur eine Notlösung. „Ich bin froh, dass bisher noch keine unserer Klassen oder Lehrkräfte in Quarantäne ist“, sagt Bösl. Jetzt gelte es flexibel zu bleiben, das Beste daraus machen und Erfahrungen zu sammeln. “

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