Mit Maske: Die Schülersprecher des Gymnasiums Holzkirchen (v.l.) Lasse Endras, Johanna Ambros und Nicolas Ahner werden im Unterricht vorerst weiter Maske tragen.
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Mit Maske: Die Schülersprecher des Gymnasiums Holzkirchen (v.l.) Lasse Endras, Johanna Ambros und Nicolas Ahner werden im Unterricht vorerst weiter Maske tragen.

Corona

Die große Quarantäne-Angst: Viele Schüler tragen weiter Mundschutz - trotz Ende der Masken-Pflicht

  • Jonas Napiletzki
    VonJonas Napiletzki
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  • Bettina Stuhlweißenburg
    Bettina Stuhlweißenburg
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Dank der niedrigen Corona-Inzidenzen dürfen Schüler aller Schulen nun auch ohne Mund-Nasen-Schutz am Platz sitzen. Doch nicht alle machen davon Gebrauch.

Miesbach - Veronica Schäffler besucht die 8. Klasse der Mittelschule Hausham – und war froh über die Nachricht, dass die Maskenpflicht fällt. „Es ist eine Erleichterung“, sagt die 14-Jährige. „Ich habe bis 15.30 Uhr Schule, da wird die Maske anstrengend, vor allem an heißen Tagen.“ Sie verstehe aber auch, wenn Schüler weiter Maske tragen: „Das soll jeder selbst entscheiden“, sagt die dritte Schülersprecherin.

Corona im Landkreis Miesbach: Maskenpflicht am Platz für Schüler aufgehoben - doch nicht alle wollen das

Auch Nicolas Ahner (17), Schülersprecher am Gymnasium Holzkirchen empfand die Nachricht zunächst positiv: „Das ist der erste Schritt zur Normalität und eine ganz andere Lernatmosphäre.“ Allerdings frage er sich, ob das Ende der Maskenpflicht mit Blick auf Virus-Mutationen sinnvoll sei. Er behalte die Maske auf – obwohl er in zwei Wochen seine zweite Corona-Impfung bekomme. „Ich möchte demnächst ein Praktikum in einem Landschaftsarchitekturbüro in Berlin machen. Das geht nicht, wenn ich in Quarantäne muss“, sagt der Schüler der Q 11.

Freiwilliger Mund-Nasen-Schutz für Schüler: „Würde bedeuten nicht in den Urlaub zu können“

So sieht es auch seine Mitschülerin Johanna Ambros (17), die auch Schülersprecherin ist. „Kurz vor den Ferien Corona zu bekommen, bedeutet unter Umständen, nicht in den Urlaub fahren zu können.“ Zwar sei sie bereits zweifach geimpft, aber auch das schütze eben nicht zu einhundert Prozent vor einer Infektion mit dem Coronavirus.

Lasse Endras (17), ebenfalls Schülersprecher am Gymnasium Holzkirchen, gibt zu Bedenken: „Wenn wir in der Q11 einen Corona-Fall haben, muss die gesamte Q 11 in Quarantäne.“ Er schätzt, dass nicht zuletzt aus diesem Grund 80 Prozent der Q 11 weiter Maske tragen. „Natürlich kann man sich fragen, ob das sein muss, wo wir doch mit Lüften und Testen vorbeugen. Aber gerade in den Innenräumen sind die Aerosole gefährlich. Deshalb finde ich es kontraproduktiv, dass am Platz keine Maske mehr getragen werden muss.“

Q11 am Gymnasium Holzkirchen: 80 Prozent der Schüler tragen freiwillig weiter Maske

Ähnlich ist die Lage am Gymnasium Tegernsee: „Einzelne Schülergruppen und viele Lehrer haben ihre Masken heute noch aufbehalten“, sagt Schulleiter Werner Oberholzner. Viele Schüler seien bereits geimpft.

Verena Schmid (16) ist Schülersprecherin an der Realschule Tegernseer Tal in Gmund. Sie sagt: „Die meisten hatten sich in den vergangenen Monaten an die Masken gewöhnt.“ Trotzdem sei das Gros erleichtert über das Ende der Maskenpflicht. „In meiner Klasse haben alle ihre Masken gerne abgelegt.“ Die Zehntklässlerin freut sich vor allem über eines: „Wir sehen uns wieder lachen – endlich.“

„Sehen und endlich wieder Lachen“: Einige Schüler erleichtert über Ende der Mundschutzpflicht

Leah Rietig (16) besucht die zehnte Klasse der Oberlandrealschule Holzkirchen. „Es war für die meisten ein großer Schritt zurück in die Normalität“, sagt die Schülersprecherin. Manche lassen die Maske trotzdem auf – auch Rietig. „Weil ich Angst habe, mich so knapp vor den Prüfungen zu infizieren“, sagt die Abschlussschülerin. Der Leiter der Oberlandrealschule, Joachim Fischer, sagt: „Die Lehrer sind froh, den Schülern wieder in die Gesichter schauen zu können.“

An der FOS Holzkirchen herrscht Erleichterung, die Maske am Sitzplatz abnehmen zu können. „Vor allem bei sommerlichen Temperaturen“, sagt Schulleiter Michael Hüttl. Mit Blick auf das engmaschige Hygienekonzept mit festen Gruppen ohne Durchmischung und die niedrige Inzidenz halte er das Ende der Maskenpflicht für vertretbar. Bereits seit Einführung der Testpflicht an Schulen führe die FOS drei Test wöchentlich durch, statt der vorgeschriebenen zwei. „Ein Restrisiko bleibt natürlich trotzdem“, sagt Hüttl, „aber damit werden wir leben müssen.“

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