+
Noch fährt die Bayerische Oberlandbahn mit Diesel.

E-BOB kann Gutachten kommen

Trotz Bedenken: Masten für Elektrifizierung der Bahnstrecke im Oberland möglich

  • schließen

Die Ergebnisse eines Gutachtens sorgten im Kreisausschuss nun für allgemeines Aufatmen. Eine Elektrifizierung der Bahnstrecke im Oberland ist trotz der Wasserschutzzone möglich.

Landkreis – Nicht nur die Landwirtschaft fürchtet Einschränkungen durch die Ausweisung der Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing. Auch die Elektrifizierung der Bahnstrecke in diesem Bereich könnte davon betroffen sein. Nachdem diese Sorge im Januar im Kreisausschuss geäußert wurde, hat der Landkreis ein Gutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse, die Frank Skodzinski, Fachbereichsleiter Wasserrecht am Landratsamt, nun auszugsweise im Kreistag präsentierte, sorgten für allgemeines Aufatmen.

„Es sind keine wesentlichen Einschränkungen zu erwarten“, zitierte Skodzinski aus der gut 80 Seiten dicken Abhandlung. Knackpunkt sei der Bau der Masten, die die Elektrik tragen würden. Dies habe der Gutachter anhand des Schutzgebietkatalogs geprüft. Dabei sei er zu dem Schluss gekommen, dass das Setzen der Masten unproblematisch sei, wenn es im sogenannten Bohrgründungsverfahren direkt von einem Arbeitswagen vom Gleis aus durchgeführt werde. So könnten Stahlhülsen in die Erde eingedreht werden, die wiederum die Masten aufnehmen könnten – ohne dafür den Boden aufgraben oder ein Betonfundament setzen zu müssen. „Das ist heute ohnehin Stand der Technik“, so Skodzinski.

Lesen Sie auch: Elektrifizierung kostet mindestens 75 Millionen Euro

Deshalb müsse man laut Gutachter auch nur mit „geringen Mehrkosten“ von circa zehn Prozent rechnen. Bei geschätzten 1,6 Millionen Euro Gesamtvolumen für die fünf Kilometer lange Bahnstrecke im Trinkwasserschutzgebiet wäre dies eine Steigerung um 150 000 Euro. Die Elektrifizierung sei damit ohne größeren Aufwand oder Eingriffe in Umwelt und Boden möglich.

Lesen Sie auch: Wann fährt die Oberlandbahn elektrisch?

„Aber das Doppelgleis hat sich damit wohl erledigt?“, hakte Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) nach. Nicht zwangsläufig, meinte Skodzinski. Der Gutachter habe auch verlauten lassen, dass ein Begegnungspunkt am ehemaligen Thalhamer Bahnhof „nicht schädlich“ sei. Weniger hoffnungsvoll fiel Skodzinskis Antwort auf Hallmannseckers zweite Frage aus, ob denn der Wasserversorger die Mehrkosten zahlen müsse. Das sei noch zu klären, sagte Skodzinski. „Die Rechtslage ist kompliziert.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Die Diagnose Krebs verändert alles“
Krebspatienten fühlen sich oft machtlos und im Stich gelassen, weiß Christine Dietl, Leiterin der Selbsthilfeunterstützungsstelle im Landratsamt. Deswegen will sie mit …
„Die Diagnose Krebs verändert alles“
Pech: Haushamer (24) gerät ohne Führerschein in Polizeikontrolle
Bei einer Geschwindigkeitsmessung  in Hausham ging der Polizei Miesbach am Mittwoch ein junger Mann ins Netz, der ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs war. Er muss nun …
Pech: Haushamer (24) gerät ohne Führerschein in Polizeikontrolle
Fraunhofer-Institut will für Kommunen forschen
Bauphysikalische Gestaltung urbaner Oberflächen für nachhaltige Lebens- und Umweltqualität in Städten (Buolus): Kein Name, der auf Anhieb im Gedächtnis bleibt. Die …
Fraunhofer-Institut will für Kommunen forschen
Lkw-Fahrer mit 1,1 Promille am Steuer erwischt
Mit 1,1 Promille im Blut hatte sich am Mittwoch ein 46-jähriger Fischbachauer hinter das Steuer seines Lkw gesetzt. Prompt wurde er von der Polizei erwischt. Die Beamten …
Lkw-Fahrer mit 1,1 Promille am Steuer erwischt

Kommentare