Landschaft, Wald, Wiesen bei Miesbach
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Zusammenarbeit mit Weitblick: Das soll die neue Euregio fördern.

Startschuss schon 2022?

Mehr Kooperation mit Tölz und Schwaz: Landkreis Miesbach will Euregio gründen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Es ist ein grenzüberschreitendes Kooperatonsprojekt: Der Landkreis Miesbach will zusammen mit Bad Tölz-Wolfratshausen und Schwaz in Tirol ein Euregio-Projekt gründen.

Landkreis – Schon vor über 20 Jahren war klar: Zusammenarbeit sollte nicht an Landesgrenzen scheitern. In der so genannten Tegernseer Erklärung vereinbarten 1998 die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen sowie der Bezirk Schwaz in Tirol eine lose Form der Kooperation. Mangels fester Strukturen blieb es daher lange beim Erfahrungsaustausch auf informeller Ebene, ab 2010 im Rahmen des so genannten Tegernsee-Isar-Achensee-Forums. 23 Jahre später soll diese nun intensiviert werden, um sich gemeinsam positionieren zu können leichter an EU-Projektförderungen heranzukommen. Die Strategie ist bereits gefunden: Die drei Nachbarn haben beschlossen, sich als Euregio zu bewerben und damit die Basis für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu schaffen.

„Als Nachbarn haben wir trotz teilweise unterschiedlicher Landeszugehörigkeit doch oft ähnliche Sorgen und Wünsche“, erklärt Miesbachs Landrat Olaf von Löwis. „Als Euregio können wir anknüpfen, uns ergänzen und Kräfte bündeln, um neue Chancen für uns gemeinsam möglich zu machen.“ Löwis’ Tölzer Kollege erinnert an die bereits jetzt guten Beziehungen: „Wir sind schon seit über 20 Jahren als Freunde und Partner zusammengewachsen und hegen freundschaftliche Beziehungen in verschiedensten Bereichen, vor allem Wirtschaft, Tourismus und Kultur“, sagt Niedermaier. Dass man dies nun gerade in der aktuellen schwierigen Zeit auf eine formale Ebene hebe, freue ihn ganz besonders. „Corona kann uns das nicht kaputtmachen“, betont Niedermaier.

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Seit Januar arbeiten die beiden Landkreise im Oberland und der Tiroler Bezirk nun unter Beteiligung regionaler Akteure an der Euregio-Strategie. „TIR 20“ heißt das Projekt, das im ersten Quartal 2021 von mehreren Workshops begleitet wird. Erste Ideen stammen bereits aus dem Jahr 2019, als die Tegernseer Erklärung ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert hat. So wollen die Partner beispielsweise Themen wie Verkehr und Mobilität, Tourismus und Landwirtschaft sowie Wirtschaft und neues Arbeiten gemeinsam beackern.

Fördergelder bereits beantragt

Die notwendigen Planungen zum Ausloten der Optionen einer Euregio-Bewerbung haben die Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach, der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und das Regionalmanagement Bezirk Schwaz vorangetrieben. Sie beantragten unter anderem zwei EU-Projektförderungen, um sozio-ökonomische Daten für den Kooperationsraum zu erheben und um Informationsgrundlagen für eine Entscheidung über die Euregio-Gründung zu schaffen.

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Eine Projektmanagement-Stelle zur Koordination des Euregio Prozesses wird durch das Förderprogramm Interreg Bayern-Österreich aus EU-Mitteln co-finanziert. Bis Ende April muss die Bewerbung bei der zuständigen Interreg-Programmbehörde in Linz eingegangen sein, teilt Euregio-Projektleiterin Ines Leister auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Wenn diese Erfolg hat, könnten sich Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Schwaz ab 2022 Euregio nennen und mit den ersten Projekten loslegen. Wie im Dezember im Tölzer Kreistag bekannt wurde, soll für die Begleitung und Umsetzung eine gemeinsame Geschäftsstelle gegründet werden. Dafür würde jede der drei beteiligten Gebietskörperschaften 15 000 Euro pro Jahr für die laufenden Kosten zur Verfügung stellen.

Sollte es mit der Gründung klappen, wäre der letzte weiße Fleck auf der Euregio-Landkarte am oberbayerischen Alpenrand geschlossen. So gibt es im Westen bereits die Euregio Zugspitze- Wetterstein-Karwendel, im Osten die Euregio Inntal-Chiemsee-Kaisergebirge-Mangfalltal. Höchste Zeit also, finden die künftigen Euregio Partner, die Tegernseer Erklärung in eine dauerhafte und fruchtbare Zusammenarbeit münden zu lassen. Ein Namen für die neue Euregio steht laut Leister noch nicht fest. „Es gibt aber bereits einige Vorschläge.“

sg

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