Ein Modellhaus steht auf Bauplänen
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Eine Reihe von Erleichterungen sieht die neue Fassung der Bayerischen Bauordnung vor.

BAUORDNUNG - Kommunen können mit Ausnahmesatzung auf neue Abstandsflächen reagieren

Mehr Rechte für Bauherren im Landkreis Miesbach

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Bauherren dürfen sich freuen: Zum 1. Februar dieses Jahres tritt eine neue Fassung der Bayerischen Bauordnung in Kraft.

Miesbach – Sie hat vor allem das Ziel, leichter mehr Wohnraum zu schaffen, um der steigenden Nachfrage Rechnung zu tragen – und das sowohl zeitlich wie räumlich. Deshalb bietet die Novelle mehr Spielräume, unter anderem in Form von zusätzlichen Genehmigungsfreistellungen. Zudem werden beispielsweise der Dachgeschoss-Ausbau vereinfacht und der Baustoff Holz gefördert.

Während die Gemeinden Gmund und Otterfing jeweils am Dienstagabend ihrerseits Satzungen auf den Weg brachten, um die aus ihrer Sicht unerwünschten Lockerungen einzubremsen, war die neue Bauordnung beispielsweise in Miesbach bislang kein Thema. Coronabedingt waren dort die Sitzungen von Stadtrat und Bauausschuss bislang auf das Allernötigste reduziert worden. Eine Information ist für die nächste Sitzung des Bauausschusses vorgesehen.

Die neue Bauordnung ist in erster Linie ein Thema für das Landratsamt als Genehmigungsbehörde für Bauvorhaben sowie für Bauherren und Architekten. Für Kommunen sind vor allem die Verringerungen bei den Abstandsflächen interessant. Das Gesetz lässt ihnen dabei die Möglichkeit, per Satzung auf frühere Regelungen zurückzustellen, jedoch sind davon Gewerbe- und Kerngebiete sowie festgesetzt urbane Bereiche ausgenommen. Gmund und Otterfing haben bereits von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und verweisen darauf, dass bei ihnen größere Abstände durchaus ortsbildprägend seien.

Ursprünglich war vorgesehen, den Komplex mit den Abstandsflächen erst ein Jahr später, zum 1. Februar 2022, in Kraft treten zu lassen. Städte und Gemeinden hätten somit zwölf Monate Zeit gehabt, das Thema in Ruhe zu beleuchten und gegebenenfalls eine Satzung zu erlassen. Im Lauf des Gesetzgebungsverfahrens wurde dies jedoch verworfen – die Abstandsflächen kommen nun schon ab Februar 2021 zur Anwendung. Der Gemeindetag hat dazu eine Mustersatzung für die Kommunen erstellt.

ddy

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