Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Bäckermeister Florian Perkmann
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Skeptisch: Bäckermeister Florian Perkmann – hier mit Verkaufsleiterin Bernadette Stocker – sehen keinen großen Vorteil in der Mehrwertsteuersenkung.

„In keinem Verhältnis zum Aufwand der Umsetzung“

Mehrwertsteuersenkung im Landkreis: „Keiner kauft eine Semmel mehr“

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Die Mehrwertsteuersenkung soll die Wirtschaft ankurbeln. Die Bäckerei Perkmann gibt den Nachlass nicht weiter. Aus gutem Grund, wie Florian Perkmann erklärt.

Miesbach - Wie Bäcker Florian Perkmann (44) aus Miesbach die Mehrwertsteuersenkung handhabt, erklärt der stellvertretende Innungsobermeister im Interview.

Das sagt Autohaus-Chef Hans Steingraber aus Holzkirchen zur Mehrwertsteuersenkung.

Herr Perkmann, werden Semmeln und Brezen jetzt günstiger?

Bei mir nicht. Der einhellige Tenor in der Branche lautet, dass es sich niemand leisten kann, den Nachlass an die Kunden weiterzugeben. Nicht weil wir das Geld einsacken wollen, sondern weil jeder in der Krise eine Menge Geld verloren hat. Da sprechen wir durchaus von fünfstelligen Euro-Beträgen. Ich kenne einige Geschäftsleute, die Nebenjobs angenommen haben, um wenigstens ihre Fixkosten zahlen zu können.

Was hätte sich denn der einzelne Kunde gespart?

Ich hab’s mir mal am Beispiel einer Semmel ausgerechnet. Da wären es 1,5 bis zwei Cent. Bei einem durchschnittlichen Einkauf von sechs Euro kämen wir auf zwölf Cent pro Kunde. Deshalb wird sich keiner eine Semmel oder Breze mehr kaufen. Die Annahme, dass die Mehrwertsteuersenkung die Nachfrage ankurbelt, ist in der Lebensmittelbranche völliger Nonsens und steht in keinem Verhältnis zum Aufwand der Umsetzung.

Wie groß wäre der denn?

Wir müssten sämtliche Preise neu berechnen. Meist kommen da total krumme Beträge raus. Neue Schilder bräuchten wir auch. Also haben wir uns entschieden, dass wir nur die Software umstellen.

Und damit weniger Umsatzsteuer abführen.

Genau. In Summe gerechnet kommen da zwar auch keine Riesen-Beträge raus, aber immerhin etwas. Ich gehe davon aus, dass wir damit in etwa die Mehrausgaben für den Desinfektions- und Hygiene-Aufwand finanzieren können. Das ist ja schon mal was.

sg

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