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Künftig elektrischer Selbstversorger: Miesbachs Bauhof soll künftig mit einer Fotovoltaikanlage seinen Eigenbedarf an Strom produzieren.

Immerhin ein Gebäude wird autark

Miesbach als Stromproduzent: Solarstrom vom Bauhofdach

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Die Stadt Miesbach wird zum Energieproduzenten. Auf dem Dach des Bauhofs soll eine Fotovoltaikanlage künftig Strom erzeugen. 90.000 Euro lässt sich Miesbach das kosten. Aber rechnet sich das auch?

Miesbach – Klimaschutz lebt von vielen kleinen Maßnahmen. Das weiß man auch beim Klimaschutzbeirat des Landkreises. Eine Aufgabe dieses Gremiums ist daher die verstärkte Nutzung der Dächer öffentlicher Gebäude für Fotovoltaik anzuschieben. In Miesbach war die Mission von Grünen-Stadtrat Peter Haberzettl, der die Energiewende Oberland im Klimaschutzbeirat vertritt, von Erfolg gekrönt. Seine Kollegen stimmten unisono dafür, das Dach des städtischen Bauhofs mit einer entsprechenden Anlage zu bestücken.

Das Ziel ist es vorrangig, nicht Strom zu verkaufen, sondern den Eigenbedarf zu decken, erklärte Haberzettl in der jüngsten Sitzung des Stadtrats. „Früher hat man das Maximale produziert, um möglichst viel Strom einzuspeisen, weil die Vergütung auf hohem Niveau festgeschrieben war.“ Mittlerweile seien die Tarife auf neun bis elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) gefallen. Deshalb sei es günstiger, den erzeugten Strom selbst zu nutzen.

Der Einspeisetarif ist bis 2017, also über 20 Jahre, 0,1169 Euro pro kWh festgeschrieben – basierend auf dem Gesetz über erneuerbare Energien (EEG). Pro Jahr werden etwa 46 000 kWh produziert – abhängig von der Sonnenintensität. Der Eigenverbrauchsanteil liegt bei geschätzten 55 Prozent. Haberzettl geht daher von rund 1600 Euro jährlich an Einspeisevergütung aus. Hinzu kommen gesparte Stromkosten in Höhe von etwa 5200 Euro pro Jahr, die bei Strompreiserhöhungen steigen. Somit liege der Gewinn vor Steuern nach 21 Jahren bei rund 86 000 Euro. Die Anschaffungskosten sind nach zehn Jahren amortisiert. Und pro Jahr werden 27 Tonnen CO2 eingespart. Dies sei ein guter Schritt in Sachen Ökobilanz, fand Haberzettl.

Im Stadtrat fand das Fotovoltaik-Projekt auf dem Bauhofdach breite Zustimmung. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) fand die Idee gut: „Das ist eine sinnvolle Investition.“ Mit dem Beschluss des Stadtrats wird nun die von Haberzettl vorgeschlagene Anlage beschafft. Die Stadt holt dazu Angebote ein und wählt den wirtschaftlich günstigsten Bewerber.

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