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Der Schöpfer: Florian Perkmann, Bäckermeister aus Miesbach.

Großes Interview

Ganz Bayern spricht über den Leberkas-Krapfen - Wir sprechen mit seinem Erfinder

Florian Perkmann, Bäckermeister aus Miesbach, hat den Leberkas-Krapfen erfunden - und damit ganz Bayern verrückt gemacht. Hier erklärt er sich im Interview und spricht über die Anfeindungen.

Miesbach - Für die einen ist es ein köstlicher Spaß, für andere eine widerliche Entgleisung: Zum Fasching hat der Miesbacher Bäckermeister Florian Perkmann Leberkäs-Krapfen kreiert, die in den sozialen Medien gewissermaßen in aller Munde sind. Der 43-Jährige verspricht eine „Geschmacksexplosion“ – jedoch muss er für seine Idee auch jede Menge Kritik einstecken.

Herr Perkmann, Ihr Leberkäs-Krapfen hat Ihnen viele Fans, aber auch zahlreiche Gegner beschert. Haben Sie mit so einer Reaktion gerechnet?

Perkmann: Nein, sicher nicht. Das läuft auf den Social-Media-Kanälen extrem gut und hat sich verselbstständigt. Ich habe Medienanfragen aus Passau, Straubing, Österreich und Baden-Württemberg bekommen. Das ist total abgefahren. Jeder will sehen, wie ich in so einen Krapfen beiße.

Stimmen Sie hier ab: Würden Sie in den Leberkas-Krapfen beißen? 

Wie sind Sie denn auf diese Idee gekommen?

Perkmann: Durch Zufall. Wir schalten Werbung auf Radio Alpenwelle. Auf dem Weg zu deren Studio in Bad Tölz habe ich mich mit meiner vierjährigen Tochter unterhalten. Sie hat etwas über Krapfen erzählt, während ich – ich weiß nicht mehr warum – an Leberkäs gedacht habe. Diese beiden Gedanken sind dann zusammengeraten. Weil wir noch keinen besonderen Aufhänger für unsere Radiowerbung hatten, war der Leberkäs-Krapfen geboren.

Anleitung: So wird der Leberkas-Krapfen vom Profi gemacht

Wie war es, als Sie das erste Mal probiert haben?

Perkmann: Ich war selbst echt überrascht, dass das durchaus etwas hat. Das Geschmackserlebnis kommt, wenn das Süße der Marmelade ins Pikante übergeht. Man muss dazu sagen, dass wir einen sehr guten Leberkäs aus der Region verwenden und unsere Krapfen nicht extrem süß sind. Die Mischung macht’s wohl, und die passt bei uns.

Man könnte jetzt auch sagen: Endlich hat der Senf im Krapfen einen Sinn.

Perkmann: Nein, Senfkrapfen sind generell eine Verschandelung, Scherze aus der Backstube. Aber der Kunde will das bekommen, für das er bezahlt hat.

Wie verkauft sich denn der Leberkäs-Krapfen?

Perkmann: Mei, wir liegen in unseren Läden bei etwa 50 am Tag bei insgesamt 600 Krapfen. Das Stück kostet 2,90 Euro.

Und wie viel Proteste bekommen Sie?

Perkmann: Ziemlich viel. Da gibt’s Veganer, die mir vorwerfen, dass jetzt noch mehr Tiere geschlachtet werden. Insgesamt nehme ich es mit Humor. Es ist interessant, welche Reaktionen es gibt und welche Tragweite das erreicht hat. Das beobachtet auch unsere Landesinnung mit großem Interesse.

Warum? Droht Ihnen da gar Ärger?

Perkmann: Nein, überhaupt nicht. Aber das Bäckerhandwerk überlegt natürlich auch, wie es öffentlich Aufmerksamkeit erregen und Bewusstsein schaffen kann. Da wird viel über Aktionen nachgedacht. Und dann komme ich mit so einer lockeren Idee, und die geht durch die Decke.

Passt ja irgendwie zum Fasching.

Perkmann: Ja, vielleicht. Aber am Aschermittwoch ist alles vorbei – auch der Leberkäs-Krapfen.

ddy

Leberkäs-Krapfen: Das sagt das Netz

„Furchtbar“, „Ekelhaft“, „Ich bin entsetzt“ schreiben die einen - „mia schmeckta“ ein anderer. Auf Facebook sorgt der „Leberkäskrapfen“ der Bäckerei und Konditorei Perkmann für gespaltene Meinungen. Perkmann betreibt mehrere Filialen in Miesbach, Weyarn, Schaftlach und Feldkirchen-Westerham. 

Die neueste Kreation mit einer dicken Scheibe Leberkäse zwischen zwei Hälften Krapfenteig sorgt nun für große Aufmerksamkeit, auch weit über Oberbayern hinaus. Auf Facebook verteidigt die Bäckerei die Erfindung: Es sei halt mal etwas anderes - und verspricht gar eine „Geschmacksexplosion“. Ob man da den Mund zu voll genommen hat? Oder ob es am süßen Senf liegt, der seitlich aus dem herzhaften Krapfen tropft?

Doch es finden sich auch einheimische Verteidiger - obwohl Leberkäse dem Bayer doch heilig ist. „Bläd is des niad. Im Fasching gibt's de Krapfn aa mit an schoarfn Senf...“, meint etwa ein Facebook-Nutzer im Dialekt. Einer denkt schon scherzhaft weiter: „Richtig innovativ wird der Krapfen erst mit Kirschen und Sahne! An Guadn!“

Idee kam ihm dank kleiner Tochter

Bayern3 sagte Perkmann, die Idee sei ihm wegen seiner kleinen Tochter gekommen. Die habe von Krapfen geredet - er an Leberkässemmeln gedacht. „Man muss halt immer mal wieder über den Tellerrand schauen und was Neues ausprobieren" so Perkmann.

Seit Montag kann man den etwas anderen Krapfen bei Peckmann kaufen. Die Leberkäs-Variante soll es jedoch nur zur Faschingszeit geben. 

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mag

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