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Die BOB ist bemüht, den Normalbetrieb wieder herzustellen. Das wird allerdings noch ein wenig dauern.

Weiterhin im Notbetrieb

BOB erst ab Mitte nächster Woche wieder im Normalbetrieb

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Die BOB will erst ab Mitte nächster Woche wieder im Normalbetrieb fahren. Wie es bis dahin weiter geht, rfahren Sie hier.

BOB erst ab Mitte nächster Woche wieder im Normalbetrieb

Update vom 18. Januar: Landkreis - Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) fährt voraussichtlich Mitte kommender Woche im Stundentakt. Wie die Bahn mitteilte seien mehrere Fahrzeuge in Bayrischzell noch bis heute eingeschneit, das Bahnbetriebswerk sei in Lenggries nur eingeschränkt erreichbar. Mitte kommender Woche könnte sich der Zugverkehr normalisieren.

Die Strecke München – Lenggries wird nach wie vor im Pendel bedient: Abfahrt in München um XX:04 Uhr, Abfahrt in Lenggries um XX:47 Uhr. Die Strecke Schliersee - Bayrischzell wurde heute Mittag freigebeben, jedoch kann erst ab Montag wieder der Fahrgastbetrieb aufgenommen werden. Zwischen Schliersee und Bayrischzell sind weiterhin Busse im Schienenersatzverkehr unterwegs, deren Halte auf der BOB-Webseite kommuniziert werden. 

Zwischen Holzkirchen und Schliersee ist ein Pendelverkehr eingerichtet: Abfahrt in Holzkirchen um XX:32 Uhr, Abfahrt in Schliersee um XX:59 Uhr. Zur Weiterfahrt in Richtung München ist bis einschließlich Sonntag, 20. Januar, in Holzkirchen umzusteigen. Die Strecke Tegernsee – Schaftlach wird nach wie vor im Pendel bedient: Abfahrt in Tegernsee um XX:52 Uhr, Abfahrt in Schaftlach um XX:48 Uhr. Zur Weiterfahrt in Richtung München ist ebenfalls bis einschließlich Sonntag, 20. Januar, in Schaftlach umzusteigen. 

Die BOB plant, dass ab Betriebsstart am Montag, 21. Januar, die Züge auf allen Ästen im Stundentakt wieder durchgebunden fahren können und Fahrgäste nicht mehr in Schaftlach bzw. Holzkirchen umsteigen müssen. Voraussetzung hierfür sei, dass die Untersuchung der bislang eingeschneiten und daher fehlenden Züge im Laufe des Wochenendes gibt, dass sie einsatzbereit sind.

„Wir bedauern, dass es weiterhin zu Einschränkungen für unsere Fahrgäste kommt, aber wir können aufgrund eingesperrter Fahrzeuge und bisher fehlender Werkszugänglichkeit erst heute mit den Enteisungen und Reparaturen an vielen Fahrzeugen beginnen.“, erklärt Fabian Amini, Vorsitzender der Geschäftsführung BOB.

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Miesbach: BOB lässt Schüler und Pendler stehen - trotz Versprechen

Ursprünglicher Artikel vom 17. Januar: Landkreis – Rainer Dlugosch ist sauer. Der Direktor des Miesbacher Gymnasiums erwartet jeden Morgen knapp ein Drittel der Schüler mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB). Gestern kam die aber nicht – trotz anderslautender Versprechen. „Am Dienstag hatte uns die BOB den stündlichen Zugbetrieb garantiert“, berichtet auch Martin Greifenstein, Leiter des Beruflichen Schulzentrums Miesbach (BSZ). „Gestern um 6.34 Uhr kam dann die Nachricht von Ausfällen und Schienenersatzverkehr. Um 7.49 Uhr war die Rede von massiven Kapazitätsengpässen.“

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Miesbach: BOB lässt Schüler und Pendler stehen - trotz Versprechen

Die Konsequenz: Statt eines Doppelzugs fuhr aus Schliersee und Holzkirchen jeweils ein deutlich kleinerer Schienenersatz-Bus nach Miesbach. Viele Schüler passten da nicht rein. Sie wurden bei minus fünf Grad stehen gelassen. „Es war eine Katastrophe“, sagt Greifenstein.

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„Die BOB hat uns den Idealfall garantiert“, sagt Thomas Kaspar, Leiter der Realschule Miesbach. Ihm wäre die schlechtestmögliche Prognose lieber gewesen: „Besser, die BOB kommt doch, als dass der Bus zu klein ist.“

Immerhin: Der Unterricht konnte an Gymnasium und Realschule wie geplant durchgeführt werden. Die Eltern retteten den Tag mit eilig gebildeten Fahrgemeinschaften. Nur einige nicht mitgenommene Berufsschüler gingen nach Hause.

Härter trafen die ausbleibenden Züge die Pendler. „Ich wartete mit 20 weiteren Fahrgästen um 4.50 Uhr am Bahnhof Miesbach auf den noch morgens auf der Internetseite der BOB versprochenen Zug“, berichtet Matthias Rackwitz aus Hausham. „Der kam aber nicht.“

Was auch nicht kam, war Hilfe der BOB, sagt Rackwitz. „Es gab keine Information, weder am Bahnsteig noch auf der Website.“ Die Hotline habe auf eine „witterungsbedingte Verzögerung“ verwiesen. Eine fragwürdige Aussage bei „null Niederschlag und lauschigen fünf Grad minus“, findet Rackwitz. Er teilte sich schließlich mit anderen Pendlern ein Taxi bis Holzkirchen. „Und dafür bin ich nach drei Tagen Dachschaufeln um 3 Uhr aufgestanden.“

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Ein stehen gelassener Pendler.

Miesbach: BOB und Bahn schieben sich die Schuld zu

Dass der Betriebsstart am Mittwoch nicht optimal verlief, räumt auch BOB-Pressesprecher Christopher Raabe ein. Das habe aber vor allem an den Schienen gelegen, die von der DB Netz AG nicht im vereinbarten Zustand übergeben worden seien. Raabe zählt eine lange Liste an Problemen auf. Unter anderem habe in Schaftlach eine Weiche versagt, in Lenggries der Bahnübergang. Auch der Zugang zum Werk der BOB sei nicht frei gewesen. Bei Bad Tölz habe der Einsatz einer Streckenfräse länger gedauert, weshalb die BOB keine Unterstützungszüge aus anderen Gegenden herbeiholen konnte.

Die Deutsche Bahn hingegen bestreitet, für die Zugausfälle der BOB verantwortlich zu sein. „Die Vorwürfe überraschen uns“, sagt ein Sprecher. Man habe die Befahrbarkeit mit Fotos dokumentiert und die Strecke am Vortag erfolgreich mit Fahrzeugen der BOB und der Bahn getestet. Die Schuld zurückgeben will die Bahn aber nicht. Man habe bisher gut mit der BOB zusammengearbeitet und alle Probleme gemeinsam gelöst, so der Sprecher. Das wolle man auch in diesem Fall beibehalten.

Die Weiche bei Schaftlach: Mit Bildern wie diesen will die Bahn beweisen, dass die Strecke befahrbar war. Laut BOB soll die Weiche eingefroren gewesen sein.

Wer nun die Verantwortung übernimmt, ist auch Dlugosch egal – so lange es überhaupt jemand tut. Er schreibt an den Elternbeirat, hofft auch auf die Unterstützung der Lokalpolitik. Für ihn ist klar: „Das Wetter war gut. Da kann man uns nicht Zugzeiten garantieren, die man einen Tag später dann doch nicht einhält.“

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Riesen-Räumer: Mit Maschinen wie dieser Schneepflug-Lok hat die DB Netz AG die Schienen freigelegt. Unser Bild ist am Bahnübergang neben der Johannisbrücke in Miesbach entstanden.

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